Test
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04.03.2015

Black Lion Audio Auteur Mic Pre Test

Zweikanaliger Mikrofonvorverstärker

Moderner Vintage-Sound

Black Lion Audio Auteur – Der Mic Pre ist im Praxistest bei bonedo! Der Recording-Hardware-Hersteller Black Lion hat eine echte kleine Erfolgsstory hinter sich. Ursprünglich wertete die Chicagoer Equipment-Schmiede angesagte Studio-Hardware mit sogenannten Mods auf. So bekam der Audiofreund für kleines Geld ein Upgrade, das sein Budget-Equipment klanglich in die Nähe deutlich teurerer Geräte manövrierte. Mit jeder Menge Erfahrung im Gepäck wagte man dann den Schritt, das gewonnene Kow-How in Eigenentwicklungen zu stecken. Da verwundert es nicht, dass viele dieser Geräte an bekannte Studioklassiker erinnern.

Die bisherigen Mikrofonvorverstärker-Entwicklungen von BLA empfanden den Klang von API- (BLA B12A) oder Neve-Preamps (BLA B173, hier im Test) nach. Mit dem zweikanaligen Auteur möchten Black Lion Audio den Kunden nun für ein mittleres Budget in puncto Klang mit einer Eigenkreation begeistern. Und passender Weise steht „Auteur“ im Französischen nicht nur für Autor/Schriftsteller, sondern auch für Schöpfer und Erfinder. Doch im Preisfeld von knapp über 500 Euro ist die Konkurrenz für diesen kreativen Neuling aus dem Hause BLA stark. Und so dürfen wir gespannt darauf sein, wie sich der Auteur in unserem Test schlägt.

Details

Auf den Punkt

Bereits auf den ersten Blick sieht man dem Auteur an, dass sich Black Lion Audio mit diesem Preamp fernab von jeglichem Schnickschnack bewegen. Stattdessen möchte man unmissverständlich auf den Punkt kommen. Es handelt sich um einen Mikrofonvorverstärker ohne ausschweifende Extras. Der Aufbau des Auteur setzt auf eine übertragerlose Eingangsstufe, wie sie in zahlreichen klassischen Mixingkonsolen zu finden ist. Das bedeutet, dass in diesem Teil des Signalpfads sowohl die Vor- als auch die Nachteile solcher Übertrager – also unerwünschte Verzerrungen oder erwünschte Klangfärbung – ausgespart bleiben. In einer Höheneinheit beschränkt man sich somit weitgehend auf die zentralen Elemente eines typischen Konsolen-Preamps.

Kein Metering

Für jeden Kanal des Auteur sind neben einem ungerasterten Gain-Regler auch Taster für die Phasendrehung des Signals und das Hinzuschalten einer Phantomspeisung vorhanden. Eine LED gibt Auskunft darüber, ob die Phantomspannung aktiviert ist. Ein ominöser „Pro“-Schalter rundet das Feature-Angebot ab: Er soll mit einer 10dB-Vordämpfung des Signalpegels dafür sorgen, dass auch hochpegelige Signale verarbeitet werden können. Der Ausgangspegel des Auteur kann nicht geregelt werden. Auch eine Pegel- oder Clip-Anzeige fehlt dem Gerät. Dem 9,5“ breiten Gerät wurde zwar ein frontseitiger Ein/Aus-Schalter spendiert, doch schaltet dieser nicht etwa ein internes Netzteil, sondern unterbricht die Spannungsversorgung der externen Power Supply.

Output nur als TRS

Rückseitig ist der Auteur nochmals um einiges schlichter ausgestattet als auf seiner Front. Neben dem Anschluss für das externe Netzteil finden sich für beide Kanäle jeweils ein XLR-Eingang und ein Klinkenausgang. Das war’s auch schon. Klinkenausgang? Ja, tatsächlich. Während die Eingangsseite mit einer symmetrischen XLR-Buchse mit Rückhaltesicherung ausgestattet ist, sind für die Ausgangssignale lediglich symmetrische Klinkenbuchsen vorgesehen.

Innere Werte, die verzücken

Der Aufbau des Auteur besteht zunächst aus einer übertragerlosen Op-Amp-Eingangsstufe. Eingespeiste Signale werden dann im Innern des Preamps an die 600 Ohm-Ausgangsstufe weitergereicht. BLA setzen hier, wie auch bei anderen ihrer Geräte, auf den Hersteller Edcor. Zwar wird diesen Transformatoren mitunter ein eingeschränkter Frequenzbereich zugeschrieben. Schaut man jedoch in die Datenblätter des Zulieferers, so wird klar, dass der relevante Bereich von 20 Hz bis 20 kHz hier vollständig abgedeckt wird. Durch den verwendeten M6-laminierten Siliziumstahl soll der Ausgangsübertrager nicht nur für die erforderliche Spannungsanpassung sorgen, sondern auch einen Hauch von typischer Vintage-Klangfärbung mit sich bringen. Diese betrifft in der Regel am ehesten Verzerrungen, die bei den tiefen Frequenzen auftreten. Oder im Studio-Jargon gesprochen: Der Auteur soll den verarbeiteten Mikrofonklang »fett« machen. Dazu passt auch, dass der hohe Nennwiderstand des Preamps nicht unbedingt Hoffnung darauf macht, dass er die allerfeinsten Details des Mikrofonsignals bis zu seinem Ausgang weiterreicht. In das Bild eines echten Kraftpakets passt auch die vom Hersteller mitgeteilte Verstärkung von bis zu 66 dB sowie die angegebenen 27 dB Headroom. Sie können sich sehen lassen und weisen den Auteur als echtes Powerhouse aus. All das macht gespannt auf den Praxis-Test…

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