Test
2
23.09.2020

Praxis

Die Bauform sorgt für eine bequeme Positionierbarkeit beider Modelle

Nun geht es an den Praxiseinsatz und hier können sich beide Mikrofone gleich mit einer sehr angenehmen und problemlosen Handhabung in Szene setzen. Die kurze Bauform des Beyerdynamic TG I51 ermöglicht eine schnelle Ausrichtung der Kapsel auf die aufzunehmende Trommel. Das Haltegelenk sitzt dabei straff genug, um sich auch durch Sticktreffer nicht zu verstellen. Ebenso problemlos gestaltet sich die Handhabung des etwas größeren TG D70 in und vor der Bassdrum, nahezu jede Position ist zügig umgesetzt.

Und wie klingen die Teile nun? Starten wir mit dem TG I51 an der Snaredrum. Eine Pearl Masters Special Reserve Snaredrum in 14x5 Zoll dient als Schallquelle, als Referenzen kommen die oben bereits erwähnten Beyerdynamic M201TG und das obligatorische Shure SM57 zum Einsatz. Klanglich gibt sich das TG I51 obenrum lebendiger als der Klassiker M201TG, während das SM57 in den oberen Mitten mehr zupackt. Gut gefällt mir die schnelle Transientenverarbeitung des TG I51 und damit die natürliche Abbildung der Ghostnotes. Insgesamt klingt das M201TG am natürlichsten, für die notwendige Durchsetzungsfähigkeit braucht es in manchen Szenarien aber etwas EQ. Die gibt es beim TG I51 frei Haus.

Straff und druckvoll bringt das TG I51 die Toms rüber

Nach den guten Ergebnissen an der Snaredrum muss sich das TG I51 jetzt an zwei Pearl Masters Birkenkessel-Toms der Größen 12x10 und 14x12 beweisen. In beiden Fällen kommt das von mir immer gerne verwendete Electro-Voice ND468 als Vergleichmikrofon zum Einsatz, welches sich gegen den Testkandidaten ziemlich anstrengen muss. Das Beyer liefert mehr Präsenz im Anschlag und einen insgesamt transparenteren, fokussierteren Sound. Das liegt auch an der strafferen Abbildung der seitlichen Einsprechungen. Am tiefen Tom bestätigen sich die Befunde, auch hier wird der Anschlags-Sound stärker in den Vordergrund gestellt. Insgesamt gefällt mir das TG I51 mit seiner unaufdringlichen Klarheit und Fülle wirklich gut.

Das TG D70 liefert Präsenz an der Bassdrum und am Floortom

Kommen wir nun zum Beyerdynamic TG D70, welches sich zunächst in meiner Pearl MBX Birkenkessel-Bassdrum der Dimension 20x16 Zoll beweisen muss. Zum Vergleich habe ich zwei meiner persönlichen Favoriten heran gezogen, nämlich das Sontronics DM1B, ein Kondensatormodell, sowie das Electro-Voice N/D868. Alle Mikros ragen etwa zehn Zentimeter in das Luftloch herein und zeigen auf einen Punkt neben dem Beater-Aufschlag. Das TG D70 entpuppt sich als modernes Bassdrum-Mikrofon mit einer Betonung des Attacks und einem guten Anteil Tiefbass. Bei genauerem Hören fallen aber auch die detaillierten, plastischen Mitten des Kesseltons auf. Damit ist das Mikrofon auch für Anwendungen jenseits von Rock, Pop und Metal geeignet, denn es formt zwar den Sound vor, lässt aber auch viel Spielraum für die weitere Bearbeitung. Wie es mit einem Solomon Subkick Mikrofon zusammen arbeitet, habe ich euch auch aufgenommen.

Ebenso gut wie in der Bassdrum gefällt mir unser Testkandidat am 16er Yamaha 9000 Floortom. Hier liefert es eine sehr gute Mischung aus bauchigen Bässen und unteren Mitten, der Präsenzpeak sorgt gleichzeitig für eine ordentliche Durchsetzungsfähigkeit. Übersprechungen klingen sauber und kompakt, was die Platzierung im Mix erleichtert.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare