Test
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16.11.2018

Praxis

Beyerdynamic DT 100: Verwendungszweck

Als Kopfhörer geschlossener Bauart mit einer effektiven Dämmung von Außengeräuschen ist der Beyerdynamic DT 100 für den Einsatz in einer lauten Umgebung geeignet und da die geschlossenen Ohrmuscheln ebenfalls störende Übersprechungen des Kopfhörers in nah positionierte Mikrofone minimieren, eignet sich der Kopfhörer aus Heilbronn für Aufnahmen im Studio. Aufgrund seines rustikalen Wiedergabecharakters ist der DT 100 für klangentscheidende Maßnahmen oder den Konsum von Musik eher ungeeignet.

Tragekomfort

Der Tragekomfort hat bei Beyerdynamic-Kopfhörern immer einen hohen Stellenwert, so ist auch der DT 100 mit seinen großflächigen und verschwenderisch gepolsterten Aufliegeflächen ein absolut langzeittaugliches Modell, bei dem der Anpressdruck indirekt über die Größeneinstellung nach Belieben justierbar ist. Letztere erfolgt über einen stufenlosen und gut funktionierenden Schiebemechanismus, der direkt an der Ohrmuschel befestigt ist. Die auffallend großen Ohrmuscheln begünstigen das positive Tragegefühl, wobei diese an meinem Kopf genau positioniert werden müssen, um exakt abzuschließen und optimale Dämmeigenschaften zu gewährleisten.

Beyerdynamic DT 100: Klang

Der Beyerdynamic DT 100 wurde für diesen Test an folgenden Kopfhörerausgängen/Verstärkern betrieben:

iPhone SE

Lake People G93

UAD Apollo 8

SPL 2Control

Neben diversen akustischen Experimenten (Sinus Sweeps, übliche DAW-Tätigkeiten) habe ich einen stilübergreifenden Mix eigener und fremder Produktionen über den Studioklassiker angehört und analysiert.

Mein erster Eindruck

Der DT 100 spielt trotz seiner geringen Impedanz (16 Ohm) sehr leise und schwachbrüstig, wodurch ein entsprechend kräftiger Kopfhörerverstärker zum zweckdienlichen Betrieb vorhanden sein sollte. Der Beyerdynamic DT 150, der mir zeitgleich zum Test vorliegt, hat trotz einer deutlich höheren Impedanz durch seine leistungsfähigen Neodym-Magnete in den Wandlern eine wiedergabeseitig insgesamt zeitgemäßere Performance.

Frequenzgang

Der Beyerdynamic-Klassiker sieht nicht nur alt aus, was mir gut gefällt, sondern er klingt auch so, was meinen persönlichen Hörpräferenzen nicht so entspricht. Die Frequenzwiedergabe ist ausgesprochen „topfig“ und hat die Merkmale eines breiten Bandpass, da tiefe wie auch hohe Frequenzen deutlich unterrepräsentiert sind. Allerdings ist diese mittige Ausprägung in verschiedenen Monitoring-Anwendungen nicht zwingend von Nachteil. Sprache und beispielsweise auch orchestrale Musik werden unaufgeregt und zielführend dargeboten, weswegen der Beyerdynamic-Kopfhörer nicht selten zum Monitoring bei Orchesteraufnahmen eingesetzt wird. Für Klangbeurteilungen im tontechnischen Sinne ist der DT 100 aus meiner Sicht ungeeignet.

Impulsverhalten und räumliche Abbildung

Transienten werden vom DT 100 allenfalls indirekt wiedergegeben, wodurch auch in diesem Kriterium der Einsatz für klangverändernde Maßnahmen nicht zu empfehlen ist. Die räumliche Darstellung erfolgt mit einer etwas eingeengten Stereobühne, was die Monitoring-Tauglichkeit aber in keiner Weise negativ beeinflusst. Hat man sich erst einmal auf die etwas „muffige“ Wiedergabe eingehört, dann erschließt sich bei hochwertigen Produktionen sogar eine respektable Tiefenstaffelung.

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