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23.03.2021

Berliner Philharmonie: Konzert vor 1.000 Besuchern

Weitere Konzerte sind geplant

Nach einem Jahr Zwangspause trat die Berliner Philharmonie wieder auf. Das auf 1.000 Zuschauer begrenze Konzert war in wenigen Minuten ausverkauft - und ein voller Erfolg. 

Trotz Seuchenzeiten wieder gemeinsam Kultur erleben. Darauf mussten die meisten Besucher der Philharmonie ein ganzes Jahr lang warten. Voller Glück und Freude waren die Gäste aller Altersklassen, die Teil des ersten Konzerts sein durften. Die Anspannung war entsprechend groß, als Dirigent Kirill Petrenko den Taktstab hob. Von einem auf den anderen Moment kehrte dann eine magische Stille ein, ehe die Musik das Zepter im Raum übernahm. "Es war ein Himmelsgeschenk. Ich hoffe nur, dass wir das wieder drei Mal in der Woche machen können", brachte anschließend ein Besucher seine Begeisterung zum Ausdruck. Dem energiegeladenen Petrenko war die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben. Der emotionale Auftritt zeigte, wie wichtig Kultur geblieben ist, sowohl für die Kunstschaffenden als auch die Zuseher. Nach 75 Minuten erhob sich das Orchester unter tosendem Applaus. "Es war der absolute Hammer", war die erste Reaktion einer Zuseherin. 

Neun Konzerte geplant

Zu verdanken ist das Konzert dem Berliner Senat, der das Pilotprojekt "Testing" gestartet hat. Die Hälfte der 1.000 Besucher brachten ihr tagesaktuelles Testergebnis mit, der Rest wurde direkt im Eingangsbereich der Konzerthauses mit einem kostenlose Antigen-Schnelltest versorgt. Keine 30 Minuten mussten die Gäste auf ihr Ergebnis warten, welche alle negativ ausgefallen sind. Abstand halten, Maske, ein vorgegebener Sitzplan im Schachbrettmuster - die restlichen Maßnahmen sind längst bekannt. 

Insgesamt neun Konzerte sind für "Testing" geplant, etwa in der "Deutsche Oper Berlin", "Staatsoper Unter den Linden" und auf der "Volksbühne Berlin". Die Termine fallen um die Osterfeiertage. Ob die Events auch sicher stattfinden können ist Stand heute (23.3.2021) nicht gesichert. Am 22.3.2021 einigte sich die Regierung mit den Länderregierungschefs auf einen strengen Lockdown über Ostern. 

"Fast die ganze Welt schaut heute auf Berlin"

Intendantin Andrea Zietzschmann war der Stellenwert der Veranstaltung bewusst. Wenn die Eventserie in Abstimmung mit Wissenschaftlern und unter Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich durchführbar ist, könnte es für die gesamte Kultur und Sportszene ein geregeltes Comeback geben: "Fast die ganze Welt schaut heute auf Berlin, aus der Kultur, aus dem Sport, um zu sehen, wie die Abläufe sind."   

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