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Test
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21.08.2013

Behringer Xenyx Control1 USB Test

Monitorcontroller mit USB-Audiointerface

Big Knob Ripp-Off

Mit dem neuen Xenyx Control1 USB präsentiert Behringer seine Interpretation eines Monitorcontrollers der Marke Mackie Big Knob, Presonus CentralStation oder SM Pro M-Patch. Geräte, die wir auch alle schon mal in unseren Testmarathon Monitorcontroller untersucht haben.  Behringer wäre aber nicht Behringer gewesen, wenn man nicht noch irgendwo einen USB-Anschluss hinzugefügt hätte: Hier dient er jedenfalls als einfaches USB-Audiointerface mit zwei Kanälen in jede Richtung. 

Das macht aus der imposanten, haptischen Erscheinung zwar nicht gleich ein umfangreiches Recording-Interface, dank Class-Compliant-Treibern sind "Gäste-Laptops", wie auch iPads dennoch - anstatt einer 3,5mm-Stereo-Klinke  - mehr als schnell mal eben angestöpselt. Und in dem nun folgenden Test schauen wir uns das ganze jetzt auch einmal etwas genauer an!

Details

Der Xenyx Control1 USB ist ein Studio-Monitor-Volume-Controller mit zwei Bussen, eingebautem 2In-2Out USB-Audio-Interface, Talkback-Mic und schicker, überwiegend orangefarbener Beleuchtung. Die Stahlblech Konstruktion ist robust verarbeitet und präsentiert sich in auffällig großen Ausmaße von 9x39x19 cm (HxBxT). Dennoch bleibt das zum Benutzer hin geneigte Gerät mit 2,25 kg immer noch relativ leicht.

Wie es sich für solch eine Hauptschaltzentrale gehört, kann man verschiedene Eingänge auf verschiedene Ausgänge routen bzw. weiterleiten und die „Haupt-Lautstärke“ mit dem fetten VOLUME Kunststoff-Poti in der Mitte des Gerätes einstellen. Dessen Skala ist übrigens „fest“ beleuchtet, dass heißt, sie ändert sich nicht, wenn man an dem Poti dreht. Etwas schade ist nur, dass der Hauptregler bei hartem Anschlag ein leicht billiges „Klonk“ Geräusch von sich gibt, was aber nicht das eigentliche Arbeiten mit dem Gerät stören sollte. Darüber sitzen - ebenfalls allesamt orange beleuchtet - die MONO-, MUTE- und DIM-Schalter für den Main-Out.

Die Quellen wählt man entsprechend mit SOURCE SELECT, die Senken bzw. Monitorziele mit MONITOR SELECT aus. Alle Ein- und Ausgänge können dank der separaten Gainstufen auch parallel betrieben werden, ohne dass es zu Pegelverlusten kommt. Schaltungstechnisch gilt also nicht „Entweder-Oder“ bzw. Toggle, sondern man kann z.B. auch alle Eingänge und Ausgänge gleichzeitig aktivieren. Anders gesprochen: Wenn man zwischen zwei Paar Eingängen, respektive Speakern, umschalten möchte, muss man zwei Schalter gleichzeitig drücken.

An der Vorderseite sitzen zwei getrennt regelbare Kopfhörerausgänge, die, wie auch der zuschaltbare STUDIO OUT, entweder dasselbe SOURCE-Signal wie auch die Speaker erhalten oder aber den MONITOR MIX INPUT zur Verfügung stellen, dessen Eingang sich auf der Rückseite befindet. Dieser PHONES/STUDIO genannte Alternativausgang ist sozusagen - neben den Hauptausgängen - der zweite Bus, auf den das Talkback-Mic wirken kann. Das entsprechende Talkback-Mic befindet sich dafür rechts unten und ist mit einem Lautstärke/Gain-Poti sowie den beiden Zielwahl-Tastern TO 2-TRACK und TO PHONES/STUDIO ausgestattet. Alles klar?!

Begeben wir uns auf die Rückseite. Hier gibt es vier Eingänge (1, 2, 3 und 4), und diese mit unterschiedlichsten Optionen: Allen gemein ist der eigene Gain-Regler, welcher den Eingangspegel stufenlos von „-10dB bis +10dB“ relativ zum Bezugspegel verändert. Die Eingänge 1 bis 3 sind dabei mit symmetrische TRS-Buchsen („zweimal große Stereo-Klinke“) ausgestattet, die selbstverständlich auch unsymmetrische Signale vertragen können. Hier kann also jede Art von Adapter angeschlossen werden! Zusätzlich lassen sich diese drei, ersten Eingänge auch noch einmal „fest“ im Bezugspegel zwischen +4 dBu und -10 dBV umschalten. Professionelle und Consumer-Geräte sind hier also gleichermaßen bestens angeschlossen. 

An Eingang 3 liegt das Ausgangssignal des USB-Interfaces zusätzlich mit an, was man beim Umschalten auch an einen leicht erhöhten Noisefloor bei „guten Fledermausohren“ wahrnehmen kann. Eingang 4 bietet wiederum eine andere, kleine Ausnahme: Hier gibt es nun Cinch, und somit wird auch auf der -10dBV Ebene operiert. Mit Hilfe eines Umschalters kann auf PHONO umgeschaltet werden, wobei ein RIAA-Entzerrer insertiert wird, der es ermöglicht, Plattenspieler direkt anzuschließen. Damit wäre auch sicherlich der Verwendungszweck der kleinen Masse-Schraube daneben deklariert.

Ausgangsseitig geht es nicht minder umfangreich zu – Nein! - man könnte sogar von Größenwahn sprechen: 11 Stereo-Outs, wenn man die beiden, vorderseitigen Headphones-Ausgänge mit einbezieht, sind zu zählen! Die rückseitige Anschlussleiste wirkt allein der Ausgänge wegen äußerst imposant und ist wie bei einem großen Pult äußerst dicht bestückt. Kein Wunder, dass Behringer hier „stolz wie Bolle“ den Namen „Xenyx“ anbringt, wie es sonst nur bei deren Mischpulten üblich ist. 

Wie dem auch sei, drei der TRS-Stereo-Outs sind jedenfalls für den direkten Anschluss von drei Paar aktiven Monitore gedacht (A,B,C), was für diese Preisklasse äußerst üppig ist. Sie bieten unabhängige Ausgangsstufen bzw. Lautstärke-Potis für das korrekte Level-Matching der Speaker untereinander (-10 bis +4 dB), und vertragen sich selbstredend auch mit unsymmetrischen Verbindungen. 

Hinzu kommen drei Recording-Outs, namentlich 2-TRACK A, 2-TRACK B und DAW, die zusätzliche Outputs zur Verfügung stellen, welche aber nicht in ihrem Ausgangspegel vom großen Hauptregler beeinflusst werden. So eignen sie sich z.B. für den Anschluss externer Aufnahmegeräte oder für die Rückführung in die DAW, wenn man z.B. seine Plattensammlung digitalisieren möchte. Hier gibt es statt Potis zum Glück „nur mal“ +4/-10 dB Umschalter für den Bezugspegel. Weiterhin können diese drei Ausgänge gezielt mit dem Talkback-Mic besprochen werden, wofür der Taster TO 2-TRACK neben dem Talkback-Mic da wäre. So kann man beispielsweise Notizen bzw. Hinweise mit „auf´s Band“ sprechen, wenn man denn möchte. 

Der PHONES und STUDIO-OUT ist als Slave-Out des zweiten Busses zu verstehen. An den Phones-Out kann man also beispielsweise weitere Kopfhörerverstärker anschließen, die dann der Quellwahl SOURCE/MONITOR genauso folgen, wie die beiden eingebauten Kopfhörerverstärker. 

Der STUDIO-OUT macht im Prinzip das gleiche, kann aber erstens zusätzlich von der Bedienoberfläche aus im Pegel gesteuert werden (STUDIO-OUT Level), zweitens auch per Druckschalter de- und aktiviert werden (STUDIO-OUT On) und drittens zusätzlich mit einem -10 bis +4 dB Poti am rückseitigen Ausgang geregelt werden. Kurz: Hier kann man Lautsprecher anschließen, die im Aufnahmeraum stehen, um auch dort die Regie-Stimme klanggewaltig und angsteinflößend über große Boxen erklingen zu lassen.

Direkt neben diesen beiden Monitoring-Ausgängen befindet sich dann auch noch ein fünfter Eingang namens MONITOR-MIX-INPUT, welcher – ihr ahnt es schon - selbstverständlich auch zwischen +4 dBu und -10dBV in seiner Empfindlichkeit umgeschaltet werden kann. Drückt man den PHONES/STUDIO-Schalter, wird anstatt der SOURCE-Quellen das hier anliegende Signal direkt zu den PHONES und STUDIO-Outs „durchgerouted“. Hier schließt man am besten den zweiten Stereo-Ausgang seines Recording-Interfaces an, um dem Sänger z.B. über die Kopfhörer einen anderen Stereo-Mix zu schicken, als man gerade selbst über die Studiomonitore abhört. Oder aber man knallt dem Gitarristen einen fetten Drumloop in die Aufnahemraum-PA, wo er bei aufgerissenem Amp und mit Bühnenfeeling versehen „in aller Ruhe“ solieren kann. 

Last but not least gibt es einen weiteren Klinken-Anschluss für ein Fußpedal, um Talkback auch alternativ zu Fuße aktivieren zu können, sowie einen Netzteilanschluss, der sich weltweit mit Spannung zwischen 100 und 240 V zufrieden gibt.

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