Hersteller_Behringer
Test
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09.10.2012

Praxis

Das Xenyx 302 USB ist Class-Compliant, man braucht also nicht unbedingt spezielle, zusätzliche Treiber zu installieren, da diese schon in den wichtigsten Betriebssystemen enthalten sind. Unter Windows empfiehlt sich dennoch die Installation von ASIO4ALL, einem speziellen Audiotreiber, der den Audiostream am Betriebssystem vorbei leitet, um so die Latenz bei kritischeren Aufnahmen erheblich zu senken.

Die Wiedergabe-Qualität des USB-Interfaces und auch die Summierungs-Möglichkeiten sind okay, solange man kein Volume-Poti über 13 Uhr dreht, denn ab da rauschen die Line-Verstärkerstufen leider doch erheblich. Nichtsdestotrotz darf hier nicht der äußerst kleine Preis aus den Augen verloren und vergessen werden, und dass bei gut aus-gesteuerten Line-Signalen selten so viel Gain benötigt wird und sich damit das Rauschen im absolut brauchbaren Rahmen halten sollte. Benutzt man das Pult also hauptsächlich als Wiedergabe-Interface ist alles gut. Das Master-Poti zur Steuerung eventueller Monitore ist dabei überaus praktisch.

Der Mic-Pre ist auch recht brauchbar und rauscht selbst bei deutlich höherem Gain recht wenig. Zum Problem kann hier eigentlich nur das nachgeschaltete Lautstärke-Poti werden, wenn es eben über 12 Uhr aufgedreht wird. Hätte man dieses Poti einfach „weggelassen“, würde das Xenyx Pult klangtechnisch sogar noch besser abschneiden. Doch wir sind hier leider nicht beim Wunschkonzert. Deshalb folgender Tipp: Dreht den Gain des MIC-Preamps relativ hoch bzw. so hoch ihr ihn halt braucht, aber achtet darauf das nachgeschaltete Volume-Poti nicht über 12 Uhr zu drehen, lasst es am besten sogar nur auf 10 Uhr stehen. Für Demo-Aufnahmen, Podcasts oder Skype-Konversationen ist das Ganze als absolut ausreichend zu bezeichnen.

Aber auch um DI-Signale von Gitarre oder Bass aufzunehmen, reicht die Leistung des Pre-Amps aus. Doch hört lieber selbst! Für die Akustik-Aufnahmen haben wir übrigens ein Brauner VM1 und für meine Stimme habe ich einfach ein SM57 von Shure in die Hand genommen. 

Über die Notwendigkeit eines so einfachen und groben Equalizers, vor allem auf Einzelspuren, lässt sich natürlich auch vortrefflich streiten. Fakt ist aber auch: Der EQ ist da und irgendjemand wird ihn schon irgendwann mal irgendwie benötigen. Musikalische Anpassungen sollten im Zweifelsfall also auf PlugIn-Ebene vorgenommen werden. Ich habe das Filter zumindestens einmal bei den Vocals benutzt, um dezent Bass (80 Hz) abzusenken. Ein Trittschalfilter hingegen wäre hier sicherlich angebrachter gewesen. Die Line-Ins sind dennoch soweit okay – und bitte noch einmal: Nicht den Preis vergessen!

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