Test
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30.06.2021

Praxis

Einfaches Setup

Der Aufbau der Funkstrecke ist denkbar einfach. Der Receiver kann dabei auch auf glatten Oberflächen stehen, denn seine Gummifüßchen bieten einen supersicheren Rutschschutz. Für unseren Test nutze ich den symmetrischen XLR-Ausgang und sichere die Zuleitung des Netzteils mittels Zugentlastung auf der Rückseite. Mir gefällt nicht so gut, dass sich der Ein/Aus-Schalter des Empfängers auf der Rückseite befindet. Dadurch ist er in der Praxis ein wenig umständlich zu bedienen.

Das Batteriefach des Bodypacks ist von der Seite aus zugänglich. Das bedeutet, dass sich im Fall der Fälle die Batterien wechseln lassen, ohne dass das Gerät vom Gürtel genommen werden muss. Das ist eine wirklich praktische Lösung. Leider gehören aber die passenden AA-Batterien nicht zum Lieferumfang. Beim Einstecken des Mikrofonkabels in den Taschensender fällt mir auch auf, dass der Stecker nicht sehr sicher sitzt. Schon ein leichter Zug am Kabel zieht den Stecker heraus.

Die Geräte verbinden sich nach dem Einschalten von selbst und dann kann es auch schon sofort losgehen. Mir gefällt gut, dass der Empfänger die Stärke des Funksignals anzeigt wie auch den Batteriezustand des Senders. Außerdem ist eine Info-LED für übertragene Audioaktivität integriert. Das kann ein hilfreiches Feature beim Anschließen der Funkstrecke sein. Beim wiederholten Ein- und Ausschalten des Senders stelle ich fest, dass die Verbindungsdauer etwa drei Sekunden beträgt. Das ist zwar beträchtlich, aber sollte für die meisten Nutzer, die eher gelegentlich und nicht unter professionellen Bedingungen auf das Set zurückgreifen, kein Problem darstellen. Wenn ihr wissen möchtet, wie andere kleine Funkanlagen performen, könnt ihr einen Blick in unseren Kaufberater „Ultrakompakte Drahtlosanlagen und Wireless-Systeme für Sänger, Musiker und Content-Creator“ werfen.

Klang

Kommen wir zum Wichtigsten, nämlich zum Klang der Funkstrecke. Da ich in den letzten Jahren das Vergnügen hatte, etliche günstige Funkstrecken verschiedener Hersteller zu testen, meine ich einen guten Überblick darüber zu haben, welche Qualität Käufer für welches Budget erwarten können. Und was soll ich sagen? Im Vergleich mit anderen preiswerten Funksystemen enttäuscht mich das Behringer ULM300LAV klanglich. Auch wenn die Aussteuerung des Signals kinderleicht ist, weil das Mikrofon ausreichend Pegel liefert, sind seine Rauschanteile für die Praxis kritisch. Der Klang des Mikrofons würde für sich genommen in Ordnung gehen. Er ist warm und zischelt nicht und lässt Sprachsignale recht verständlich wirken. Das unterliegende Rauschen ist jedoch derart vordergründig, dass ich mir beim besten Willen keine Einsatzmöglichkeit vorstellen kann, in der dieses Problem keine Rolle spielen könnte.

Besser als am Kragen eines Pullovers angesteckt, gefällt mir der reine Mikrofonklang, wenn das Ansteckmikrofon am Revers eines Sakkos befestigt wird. Das wäre auch nett anzuhören, sofern eben nicht die immensen Rauschanteile zu hören wären. Wird das Mikrofonkabel berührt oder bewegt sich Kleidung über das am Körper verlegte Kabel, spielt die Körperschallübertragung vom Kabel zum Mikrofon keine Rolle. Das ist ein kleiner Pluspunkt am Horizont des ULM300LAV. Ein weiterer Mini-Pluspunkt ist, dass das Gerät beim Ein- und Ausschalten keine Knackser von sich gibt.

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