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06.11.2020

Behringer U-Phoria Studio Pro Test

Budget Studio-Bundle

Das kleine Upgrade

Das Behringer U-Phoria Studio Pro Bundle ist dem kürzlich getesteten U-Phoria Studio Bundle ohne “Pro” zum Verwechseln ähnlich. Unterschiedlich sind lediglich das Audio-Interface und der Preis. Lohnt sich das kleine Upgrade?

Wie das günstigere U-Phoria Studio Bundle enthält auch das U-Phoria Studio Pro Bundle ein USB-Interface, ein Kondensatormikrofon, einen Kopfhörer sowie alle nötigen Kabel. Fehlt nur noch ein Computer und es kann losgehen. Besonders im Einsteigerbereich sind solche Bundles aktuell beliebt. Neben Behringer widmet sich unter anderem auch Mackie diesen Komplettpaketen. Sie sollen dem Nutzer, der sich mit der Materie noch nicht gut auskennt, die Arbeit ersparen, sich mit dem doch relativ unübersichtlichen Angebot von Audio-Gear auseinanderzusetzen. Stattdessen kann dieser sich auf das Wesentliche konzentrieren: Musik machen.

Details & Praxis

Interface

Das Audio-Interface der Wahl ist das Behringer U-Phoria UMC202HD. Obwohl es sich hierbei um ein 2-Kanal USB-Interface handelt, genau wie beim UM2 aus dem günstigeren Bundle, hat man direkt das Gefühl, ein deutlich hochwertigeres Stück Hardware in der Hand zu haben. Das Gehäuse ist aus pulverbeschichtetem Metall und weist abgerundete Gehäuseecken auf. Aus Kunststoff ist lediglich das Frontpanel. Die Buchsen und Regler sind alle ordentlich verschraubt, wackeln nicht und haben einen guten Drehwiderstand. Mit Strom wird das Behringer U-Phoria UMC202HD über die USB-Verbindung versorgt.

Als Eingangsverbindungen kommen zwei XLR-Kombibuchsen zum Einsatz, die beide jeweils Mikrofon-, Line- und Instrumentensignale verarbeiten können. Der Knopf zum Umschalten sowie ein schaltbares Pad befinden sich vorn über dem jeweiligen Gain-Regler. Es gibt ein schaltbares, latenzfreies Direct-Monitoring. Angenehmerweise gibt es getrennte Regelmöglichkeiten für Monitor- und Kopfhörerlevel.

Die Ausgänge auf der Rückseite sind als symmetrische Klinkenbuchsen ausgeführt. Die Preamps und Wandler klingen recht neutral und sind für erste Gehversuche im Studio absolut ausreichend. Die Latenz ist überraschend gering und auch, dass das Interface mit bis zu 192kHz Sample-Rate betrieben werden kann, beeindruckt angesichts des Preises.

Mikrofon

Bereits bekannt aus dem Behringer U-Phoria Studio Bundle ist das Mikrofon. Das Behringer C-1 Kondensatormikrofon ist optisch an klassische Großmembran-Mikrofone angelehnt, weist im Inneren jedoch eine 16mm-Kapsel auf, die es eher in die Kategorie der Kleinmembraner fallen lässt. Das ist aber nicht so wichtig wie die Frage, wie das Mikrofon klingt. Und da muss man sagen, dass es sich für seinen geringen Preis sehr gut schlägt. Der Frequenzbereich geht von 40 bis 20000 Hz und verzeichnet kaum unlineare Abweichungen bis auf eine kleine Anhebung um 10 kHz. Diese verleiht dem Mikrofon eine leichte Spritzigkeit, die je nach Stimme oder Instrument schmeichelhaft oder kratzig wirken kann. Im Test hat sie mir gut gefallen.

Was die Verarbeitung angeht, gibt es am Behringer C-1 ebenfalls wenig auszusetzen. Das Gehäuse ist aus Metall, ebenso der Mikrofonkorb. Die Einheit macht einen soliden Eindruck und wirkt, als könne das Mikrofon die eine oder andere gröbere Behandlung verkraften. Schalter gibt es keine, denn eine variable Richtcharakteristik gibt es ebenso wenig wie ein Pad. Die Richtcharakteristik ist eine feste Niere, was für die allermeisten Anwendungen die beste Wahl ist. Das fehlende Pad ist durch den Grenzschallpegel von 136 dB ebenfalls in der Regel zu verkraften. Einziges Manko ist die etwas minderwertig wirkende Mikrofonklemme. Diese macht einen etwas instabilen Eindruck und überträgt deutlich Nebengeräusche vom Mikrofonständer auf das Mikrofon. Hier wäre es sinnvoll, eine günstige Mikrofonspinne als Ergänzung zu besorgen.

Kopfhörer

Damit man das hart erarbeitete Stück Musik auch genießen kann, legt Behringer seinen Kopfhörer HPS5000 mit ins Paket. Dieser geschlossene Kopfhörer ist ohraufliegend und vermittelt beim ersten Anfassen einen durchwachsenen Eindruck. Ohrmuscheln und Bügel sind durchweg aus Plastik gefertigt und ein wenig wackelig ausgeführt. Dafür sitzt der Kopfhörer recht bequem auf dem Kopf und neigt auch nicht zum Abrutschen. Der Kopfbügel ist verstellbar und die Ohrmuscheln sind angenehm gepolstert. Das Spiral-Kabel ist einseitig angebracht und mündet in einen 3,5mm-Stecker, der mittels Gewindeadapter auf 6,3mm angepasst werden kann.

Der erste Eindruck bestätigt sich allerdings im klanglichen Bereich nicht. Die HPS5000 klingen angenehm neutral. Sie haben einen überraschend straffen Bass und gut auflösende Höhen. Auch können sie mit einer ordentlichen Lautstärke punkten, ohne dass Verzerrungen auftreten. Lediglich die Abschirmung von Nebengeräuschen ist nicht besonders ausgeprägt. So hört man zum einen, was um einen herum passiert, zum anderen passiert es aber auch schnell, dass der Backing-Track auf den Kopfhörern vom Mikrofon als Nebengeräusch mit aufgezeichnet wird. Dennoch kann man dem Behringer HPS5000 klanglich kaum etwas vorwerfen.

Fazit

Das Behringer U-Phoria Studio Pro Bundle ist ein ordentliches Starter-Paket für angehende Produzenten und Musiker, die sich zu Hause aufnehmen möchten. Mikrofon und Kopfhörer klingen für den Preis des Bundles absolut zufriedenstellend und das Interface hebt das Studio Pro Bundle deutlich vom günstigeren Studio Bundle ab. Wer die etwa 50 Euro Aufpreis aufbringen kann, sollte sich ruhig das Pro Bundle besorgen. Hier hat man wahrscheinlich länger etwas vom Interface.

  • Pro
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Mikrofon
  • Kopfhörerklang
  • gutes Interface
  • Contra
  • Kopfhörer mäßig verarbeitet
  • Features und Spezifikationen
  • Studio Bundle mit Kopfhörern, Interface und Mikrofon
  • Behringer C-1 Kondensatormikrofon
  • Behringer HPS-5000 Kopfhörer
  • Behringer U-Phoria UMC202HD Interface
  • 2 Ein- und Ausgangskanäle
  • XLR-Kabel
  • USB-Kabel
  • Eingang für Mikrofon- Line- und Instrumentensignale
  • Preis: € 122,– (Straßenpreis am 5.11.2020)

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