Test
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08.04.2020

Praxis

Klare, druckvolle Sounds

Dass das Audix-Marketing nicht zu viel verspricht, zeigt sich im Praxiseinsatz des Audix i5 am Schlagzeug. Die im Vergleich zu vielen Konkurrenten kurze Bauform sorgt für eine vereinfachte Positionierung und der Klang des i5 dürfte all jene ansprechen, die es etwas lebendiger mögen. An der Snare habe ich als Referenzen natürlich das obligatorische Shure SM57 verwendet, ein Telefunken M80 markiert hingegen den modernen, höhenreicheren (und wesentlich teureren) Gegenpart. Im Vergleich zeigen sich dann auch klare Unterschiede an meiner alten Yamaha Recording Snare mit Stahlkessel und einlagigem Fell. So klingt das i5 insgesamt kompakter und klarer abgegrenzt, es überträgt den Snareteppich und den Anschlag etwas feiner, im Mix wirkt es damit eine Spur zivilisierter. Wie erwartet, „bellt“ das SM57 in den oberen Mitten etwas mehr und klingt damit gerade bei kräftigen Backbeats etwas aggressiver. Das M80 hingegen wirkt obenrum am besten aufgelöst, auch Einsprechungen wirken differenziert. Wie so oft, dürfte es hier auf den angepeilten Einsatz un den Geschmack ankommen, welchem Mikro man den Vorzug gibt. Das Audix i5 liefert hier jedenfalls eine sehr gute Vorstellung.

Auch an den Toms (alte Yamaha 9000er in 12x8 und 16x16 Zoll Größe) musste sich das i5 beweisen. Als Vergleich kommt das Audio-Technica ATM230 zum Einsatz, eines meiner Favoriten für diese Aufgabe. Das i5 überzeugt mit einem klaren Attacksound und einer guten Abschirmung von seitlichen Einsprechungen. Im Mix wirkt es druckvoll und präsent, denn es verleiht dem Anschlag eine schöne Griffigkeit, die die Overheads so nicht übertragen. Das ATM230 ist obenrum etwas milder, löst aber in den Mitten – gut zu hören beim Kesselton des 12ers – besser auf und liefert auch sattere Bässe. Für tiefere Toms würde ich demnach bassstärkere Mikros nutzen, am 12er gefällt mir das i5 aber sehr gut. Hier kommen die Sounds:

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