Mikrofon Hersteller_AudioTechnica
Test
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18.12.2009

Praxis

In den Höhen zeigt sich ein leicht bedeckter Charakter

Beim AT4050 kann man nicht davon sprechen, dass der übertragene Sound neutral ist. Das Mikro färbt die Signale zwar nicht auffällig, aber es gibt innerhalb des Frequenzspektrums schon den einen oder anderen „Ausreißer“. So sind die Höhen beispielsweise eher von verhaltener Natur. Bei der Richtcharakteristik „Acht“ wird es sogar höhenarm, was eigentlich eher ungewöhnlich ist. Generell ist es nicht so, als würden die Höhen plötzlich abgeschnitten, sie klingen durchaus nach oben offen, nur etwas belegt. Die Brillanzen, die man z.B. mit einem Neumann TLM 103 oder dem Mojave MA201 FET erreicht, wird man hier nicht erhalten.

Sehr verhaltener Nahbesprechungseffekt

Der Übergang der oberen Mitten zu den Höhen gestaltet sich hingegen sehr homogen, hier gibt es kein Loch und keine anderen unerwünschten Nebeneffekte. Die Mitten werden auch fein aufgelöst, was wichtig ist, um Details im Signal gut übertragen zu können. Im unteren Mittenbereich gibt es jedoch eine „Nase“. Diese Überhöhung führt zu teilweise unnatürlichen Resonanzen, was uns im Test besonders bei den männlichen Vocals aufgefallen ist. Beinahe widersprüchlich ist es dann, dass der Nahbesprechungseffekt eigentlich sehr gering oder verhalten ausfällt – ist aber so. Man kann mit dem AT4050 also bedenkenlos auch sehr „close“ arbeiten, ohne plötzlich ein zu massiges Fundament zu erhalten. Die Überhöhung der unteren Mitten ist übrigens bei der Achter-Charakteristik noch stärker als bei der Niere. Bei der Kugel hat man zwar auch diese Mittenüberhöhung, es wirkt aber ausgeglichener, da die Höhen hier klarer rüberkommen. Bei unserer Sängerin fielen diese Faktoren nicht so stark auf, hier klang es generell homogener – das Audio Technica sollte also auf jeden Fall vorher mit der eigenen Stimme (oder der Stimme, die damit aufgenommen werden soll) ausprobiert werden, hier kann es deutliche Unterschiede geben. In den Bässen klingt das Mikrofon hingegen sehr neutral – hier wird alles so übertragen, wie es vor der Kapsel steht. Die Dynamik und Impulseigenschaften geben grundsätzlich keinen Grund zur Kritik, laute Signale werden zwar leicht komprimiert, was den meisten von ihnen aber zugute kommt, da sie eine leichte Kompaktheit und auch mehr Präsenz bekommen.

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