Test
5
09.11.2020

Fazit
(4 / 5)

VirtualDJ 2020 und 2021 beinhalten viele Neuerungen, Detailverbesserungen und zusätzliche Funktionen. Die neu gestaltete Bedienoberfläche, die Layouts für die verschiedenen Anwendergruppen parat hält, wirkt jetzt aufgeräumter und bietet viele Anpassungsmöglichkeiten zur individuellen Funktionsbestückung. 

Die erweiterte Auswahl im Bereich der Streaming-Anbieter (Beatport Link, Tidal, Soundcloud Go+) ist ebenfalls zu begrüßen, wenngleich die Nutzung offiziell nur in einem privaten Umfeld erlaubt ist. Die Tonartanpassung, die automatisch oder per Knopfdruck erfolgt, vereinfacht das Harmonic Mixing, auch diese Ergänzung weiß zu gefallen. Der ebenfalls neu hinzugekommene Event Scheduler erleichtert mobilen DJs die Arbeit und kann für zeitpunktgesteuerte Musikwiedergaben oder Texteinblendungen genutzt werden.

Die mit dem neusten Update (VirtualDJ 2021) ergänzte Stem-Mixing-Funktion ist sehr einfach zu bedienen und eröffnet allen Nutzergruppen einen Zugang zum kreativen DJing. Die Kontrolle von bis zu fünf separaten Stems per EQ-Regler erlaubt das Anfertigen von Echtzeit-Remixen ohne aufwändige Vorbereitung der Songs. Die Möglichkeiten dieser Funktion sind vielfältig und wären ein echtes „Killer-Feature“, wenn das Klangergebnis nicht einen Strich durch die Rechnung machen würde. Meiner Meinung nach muss hier noch einiges passieren, denn teilweise verbiegen die Eingriffe das Ausgangsmaterial auf unbrauchbare Weise. Klangliche Vergleiche zu der Stem-Implementierung von Native Instruments sollte man hier erst gar nicht bemühen, aber bei der Lösung der Berliner findet die saubere Trennung der Inhalte ja auch schon beim Musikproduktionsprozess statt.

Die neuen Broadcasting-Skins und Pads sind gut gelungen, DJs, die in aktuellen Zeiten das Streaming als Alternative zum „echten“ Auflegen für sich entdeckt haben, können hier ihre musikalischen Darbietungen optisch in Szene setzen. Die zusätzlichen Pad-Belegungen erlauben ein schnelles Umschalten verschiedener Anzeigeoptionen und die Aktivierung zusätzlicher Kameras. Wer alle Individualisierungen nutzen möchte, kommt um ein Studium des Online-Handbuchs allerdings nicht umhin.

Das Update kann ich allen Anwendern empfehlen, da es auf dem bereits sehr großen Funktionsumfang der Software aufbaut und ich hinsichtlich der Stabilität bei der Ausführung nichts Negatives festgestellt habe. Was mich allerdings etwas stört, ist die teilweise etwas lieblose Übersetzung, die sich durch das gesamte GUI zieht und einfach einen unschönen Beigeschmack hat.

  • PRO
  • GUI übersichtlich und anpassbar
  • automatische Tonartanpassung
  • Unterstützung neuer Streaming Anbieter
  • sinnvolle Funktionserweiterungen
  • einfach nutzbares Stem-Mixing
  • gelungene neue Broadcasting-Skins und Pads
  • CONTRA
  • Übersetzung
  • Schwächen bei Tonartanalyse
  • Stem-Mixing klanglich verbesserungswürdig
  • Features
  • Mixsoftware mit Skin-Anpassung
  • Controller-Steuerung
  • Timecode-Steuerung
  • Musik- und Videowiedergabe
  • Loops
  • Beatjumps
  • Effekt-Slots (Single, Group)
  • 25 Audio-Effekte
  • 50 Video-Effekte
  • Automix Editor
  • BPM Editor
  • DNA Scratch Editor
  • Pads Editor
  • Sample Editor
  • Tag Editor
  • Track Cleaner
  • Video Editor
  • Unterstützung für Streaming-Dienste
  • Automatische Tonartanpassung
  • Event Scheduler
  • Stem-EQs
  • Offline Stem-Analyse
  • Broadcasting-Skins & Pads
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