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Test
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02.09.2016

Arturia Keystep Test

USB/MIDI Keyboard Controller und Sequencer

Hotstepper

Nicht nur durch seinen Namen erinnert der Arturia Keystep an die bekannte Beatstep-Reihe der französischen Hard- und Softwareschmiede. Der neue USB/MIDI Keyboard-Controller mit integriertem Sequencer/Arpeggiator und CV/Gate-Schnittstelle wartet allerdings mit einer Slimkey-Tastatur anstelle von Pads und Potis auf. Ob der Arturia Beatstep an die Erfolge der Geschwister anknüpfen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Arturia sind noch immer hauptsächlich für die hochwertigen Software-Emulationen von Vintage-Instrumenten der V Collection bekannt. Mit Produkten wie den Controllern der Keylab-Serie und den Analogsynthesizern MiniBrute, MicroBrute und MatrixBrute dringen die Franzosen aber auch immer weiter in die Hardware-Welt vor. Spätestens seit dem Beatstep ist der Versuch erkennbar, die Schnittstellen zwischen Digital- und Analogwelt zu vereinfachen und auszubauen, was sich nicht zuletzt in der integrierten CV-Gate-Schnittstelle manifestiert, die die Brücke zu MIDI-losen Analogsynthesizern und Modularsystemen schlägt. Da Arturias Beatstep schon seit geraumer Zeit mit mir im Studio arbeitet, war ich sehr gespannt, ob der Keystep neue Facetten in mein Controller-Setup bringen kann oder dort am Ende eher überflüssig ist.

Details

Äußerlichkeiten

Der erste Eindruck zählt. Das dachten sich wohl auch die Designer, als sie die kompakte und übersichtliche Bedienoberfläche des Keystep entwarfen. Im Gegensatz zu manch anderem Keyboard Controller überzeugt er mit einer klaren optischen Struktur und einem aufgeräumt wirkenden Design. Auf den zweiten Blick bahnt sich aber auch die Schattenseite dieser Reduktion an: Wo sind die frei belegbaren Regler, mit denen ich Filter und Effekte meines Software-Synthesizers ansteuere? Doch schauen wir erst einmal weiter.

Über der Tastatur befinden sich zwei gerasterte Drehregler. Hiermit können Time Division und Arpeggiator-Mode/Sequenz ausgewählt werden – je nachdem, ob der Arpeggiator oder der Sequencer am Mode-Switch aktiviert wurde. Mithilfe des Rate-Potis wird zusätzlich noch das Tempo des abgespielten Modus reguliert. Dieses kann alternativ auch mit dem Tap-Button eingetappt werden. Die verbauten Potis sind scheinbar von der gleichen stabilen Sorte wie bei anderen Arturia-Produkten (z.B. Mini-/MicroBrute). Neben den Potis befindet sich das praktische Transport-Feld, das unter anderem das Aufnehmen, Abspielen und Stoppen von Sequenzen und Arpeggios ermöglicht. Der Hold-Button befreit die Hände durch Halten der gespielten Töne/Akkorde und die Octave-Knöpfe ermöglichen eine Transposition von einzelnen Halbtönen bis zu +-4 Oktaven.

Der Kern des Arturia Keystep befindet sich unter der Poti/Transport-Einheit: Die Slimkey-Tastatur bietet 25 anschlagdynamische Tasten inklusive Aftertouch. Die Mini-Tasten haben einen weichen Widerstand und spielen sich sehr angenehm. Pitch Bend und Modulation finden wir in Form von Touch-Fadern vor. Wie funktioniert die Bedienung des Keystep bei dieser zugegebenermaßen nicht üppigen Ausstattung mit Bedienelementen? Bei Betätigung des Shift-Buttons wechseln die verschiedenen Tasten und Schalter ihre Funktion. Es eröffnet sich eine Art „Struktur in einer Struktur“: Die Tastatur wird zur Schaltzentrale von MIDI-Kanälen und Swing/Gate-Rates, das Transport-Feld zum Sequencer-Editor und der Oktav-Schalter zum Transpose-Switch. Derartige Doppel-Belegungen sind nichts Neues in der Welt von kompakten, portablen MIDI-Controllern und können im schlimmsten Fall unübersichtlich und verwirrend sein. Jedoch erscheint mir die Umsetzung im Falle des Keystep sehr praxisorientiert.

Der Shift-Button ist noch nicht das Ende der vielen Konfigurierungsmöglichkeiten des kleinen Keystep. Arturia hat dem Keystep eine kostenlose Editor-Software zur Seite gestellt, die auf der Homepage des Herstellers zum Download bereit steht: das „MIDI Control Center“. Damit lassen sich am Rechner detaillierte, weiterführende Einstellungen vornehmen wie zum Beispiel Velocity-Kurven, MIDI-Zuweisungen oder CV/Gate-Informationen. Auf der Homepage findet man auch das deutschsprachige Manual, das leider nicht ausgedruckt im Lieferumfang enthalten ist. Die Bedienungsanleitung deckt ausführlich alle erdenklichen Möglichkeiten des Keystep auf.

Anschlüsse

Der Blick auf die Rückseite des Keystep lässt bei mir keine Wünsche offen. Neben MIDI In und Out findet man hier ein CV-Interface mit drei Miniklinkenbuchsen (Pitch CV, Gate, Mod CV) für den Anschluss externer Geräte, ob digital oder analog. Außerdem gibt es analoge Sync In/Out Buchsen. Die Sync-Quelle kann mittels kleiner DIP-Schalters zwischen Internal/USB/MIDI/Sync In ausgewählt werden – leider eine etwas fummelige Lösung. Auch ein Sustain-Pedal-Eingang ist vorhanden. Die Stromversorgung erfolgt entweder über das mitgelieferte USB-Kabel oder per 9V-Netzteil, welches aber nicht im Lieferumfang enthalten ist.

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