Hersteller_API
Test
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31.07.2012

Praxis

Einarbeitungszeit einplanen

Es dürfte deutlich geworden sein: Der 2500 ist nicht unbedingt ein Kompressor, dem man aus dem Stand das bestmögliche Ergebnis entlocken kann. Zu zahlreich sind all die Möglichkeiten der (Fein-)Einstellung, als dass man von einer flachen Lernkurve ausgehen sollte. Wer sich dem Gerät also nähert, der sollte Zeit einplanen und die Ohren spitzen. Aber was dann möglich ist, das dürfte Lohn genug für all diese „Mühen“ sein. Mit zwei Einschränkungen deckt der 2500 wirklich die gesamte Palette ab: Zum einen bleibt der Sound stets straff und knackig (ausgesprochen weiche, cremige Resultate wie etwa beim Neve 2254 sind also nicht möglich), zum anderen lassen sich eben zwei Mono-Signale nicht unabhängig voneinander bearbeiten. Aber wer sich von diesen beiden Punkten nicht beirren lässt, der wird belohnt mit einem Dynamikwerkzeug, für das die etwas ausgelutschte Metapher des „Schweizer Taschenmessers“ vermutlich einmal erfunden wurde. Punch auf Basslines; Transientenkontrolle auch bei „zickigen“ Vocals; Unaufdringliches Einpassen von Signalen in den Mix – überall darf ein Häkchen gesetzt werden.

Busfahrt für Drum-Subgruppen

Wohl am besten kann der 2500 seine Vorzüge in folgenden beiden Fällen ausspielen: auf der Drum-Subgruppe oder sogar auf dem Summensignal. Das ist seine Domäne, dafür wurde er einmal erfunden. Nicht zuletzt trägt der 2500 die Bezeichnung „Bus Compressor“ bereits in seinem Namen. Begeisternd ist dabei die Bandbreite, mit der der 2500 zu Werke geht. Zwar kann man das Gerät aufgrund der umfangreichen Einstellmöglichkeiten auch zu einer soft-dezenten Ansprache überreden, aber wenn er knackig klingen darf, dann macht der API das nur zu gern. Hardknee, 30 mS Attack, kurzes Release, und schon beginnen Bassdrums und Snares schön zu knallen, ohne dass sie dabei ihr Volumen verlieren. Wird etwas mehr drahtige Präzision gewünscht, dann ist Feed-Forward-Kompression das Gebot der Stunde, im Feedback-Betrieb hingegen wird der Sound etwas runder und geschmeidiger. Beide Optionen sind sinnvoll, wobei ich persönlich meist zum Feedback-Modus tendiere: Es ist einfach schön, wie das Gerät dann die Backen aufbläst. Auch das Sidechain-Filter zählt zu den Funktionen, die einem das Leben wirklich erleichtern können. Es gibt zwar immer wieder auch Situationen, in denen die Knackigkeit und Schärfe, die man beim Verzicht auf das Filter erhält, den Drums sehr gut zu Gesicht stehen, aber wie oft gilt es, scharfe, dünne Drums zu zähmen. In einem solchen Fall können die Medium- und Loud-Positionen der Thrust-Schaltung bisweilen gar den Einsatz eines zusätzlichen EQs unnötig werden lassen. Auch bei zischelig-giftigen Overhead-Signalen kann das wahre Wunder wirken. Doch der 2500 ist nicht nur für die knackigen Transienten bei langen Attack-Werten zu empfehlen. Mit hoher Kompressionsrate und sauschneller Attack die Transienten killen, die Räume explodieren lassen und das Ergebnis dann parallel hinzumischen? Bingo, das klingt nach einem soliden Plan!

Eine weite Bandbreite für Summensignale

All das, was den 2500 auf der Drumsubgruppe auszeichnet, macht ihn auch zu einem guten Summenkompressor. Für diese Einsätze kommen die vielseitigen Einstellmöglichkiten abermals gelegen. Auch bei wenig Pegelreduktion gelingt es dem API dabei, dem Signal seinen Stempel aufzudrücken. Vom behutsamen Bass-Schub, von dem „urbane“ Stilistiken profitieren können, bis hin zu knackig-klatischigen Snares, die die Heavy-Rock-Fraktion begeistern – der API hat eine weite Bandbreite. Hier hilft auch das hochwertige Design, der voll-diskrete Class-A-Aufbau des Audiosignalwegs, dessen Eigenschaften den runden und doch rockigen Ton untermalen. Nicht zuletzt ist der API 2500 zu den wenigen VCA-Kompressoren, die mit enem diskret aufgebauten Regelelement arbeiten. Zu dieser illustren Riege zählen beispielsweise auch der DBX 160SL oder der Vertigo Sound VSC-2, aber dann wird die Luft auch schon recht dünn. Selbst der SSL-Buskompressor setzt wie die meisten anderen VCA-Designs auf IC-Chips im Regelelement.

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