Test
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24.09.2018

Praxis

Der Praxistest erfolgt wie immer im Club. Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Zwei XLR-Kabel vom DJ-Mixer und eine Stromversorgung über Kaltgerätekabel und man ist am Start. Die Box ist nach der Betätigung des Netzschalters sofort einsatzbereit. Das bedeutet, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit kein DSP im Aktivmodul arbeitet. Auch günstige DSP-Module benötigen eine kurze Zeit für ihrem Boot-Vorgang, die TX212 ist dagegen nach dem Einschalten sofort wiedergabebereit. Positiv fällt auf, dass die Box kaum Grundrauschen erzeugt und der verbaute Lüfter ebenfalls geräuscharm operiert. Das haben wir in dieser Preisklasse schon anders erlebt. Ein erster Test mit Zuspielmusik zeigt, wo die Reise klanglich hingeht. Die Box klingt erstaunlich linear und die breite 90-Grad-Abstrahlung erlaubt eine gute Ausleuchtung des Publikumsbereichs. Der Übergang vom 12-Zoll-Treiber zum Hochtöner gelingt ohne ein hörbares Frequenzloch und klingt recht harmonisch. Somit hat die TX212 auch keine Probleme mit einer plakativen Stimmabbildung, was die Box auch als Monitor prädestiniert. Durch die eingebaute Gehäuseschräge ergibt sich ein brauchbarer Monitorwinkel, falls die Box als Wedge zu Füßen eines Musikers arbeiten darf.

Der Grundsound der Box ist allerdings etwas „flach“ und wenig voluminös. Mit aktiviertem Contour-Taster klingt es etwas satter. Dreht man über den EQ des DJ-Mixers eine Ladung Bass in das Signal, dann wird der Sound zwar fülliger, aber man erreicht auch schneller die Maximallautstärke. Für eine reine Diskobeschallung sollte man daher auf jeden Fall noch Subwoofer hinzufügen. Ich habe die Boxen bei einer Veranstaltung eingesetzt, wo die Alto-TX212 zusammen mit zwei dBTechnologies Sub15H Subwoofern einen Abend als DJ-Monitorsystem performen durften.

Beim Soundcheck wird schnell klar, dass dies auch ein Test der Alto-Limiter sein wird. Das DJ-Team schenkt sich großzügig ein und die TX212 operieren an ihrer Leistungsgrenze. Aber die verbauten Limiter fangen Pegelspitzen gekonnt ab und das auch ohne krasse Klangartefakte. Dennoch verlasse ich das Venue mit dem Gefühl, am nächsten Tag vielleicht zwei überfahrene Alto-TX212 von den Distanzstangen bergen zu müssen, doch ein Test am nächsten Tag zeigt, dass die Boxen die Tortur überlebt haben. Somit wurde das DJ-Team wohl vom „Alto“ überfahren und nicht umgekehrt. Der Lüfter und der zweistufige Limiter haben offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Kein Problem, die Box einem befreundetem DJ in die Hand zu drücken, ohne Angst haben zu müssen, dass sie prominenten Pegelterror nicht übersteht. Als Monitor oder Proberaumbeschallung einer Death Metal Band würde ich die Alto TX212 jedoch nicht empfehlen.

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