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Test
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10.11.2014

AKG DPT Tetrad Bodypack Transmitter Test

Digitaler Taschensender

Flexible Funktechnik für Einsteiger

AKG DPT Tetrad Bodypack Transmitter im bonedo.de-Test: Wer beim Spielen seines Instruments oder auf der Bühne jemals Erfahrungen mit Kabelsalat gemacht hat, wird die Funkübertragung von Audiosignalen zweifellos zu schätzen wissen. Bereits vor einigen Wochen haben wir der Handsender-Empfänger-Kombination AKG DMS Tetrad Vocal Set D5 einen Artikel gewidmet. In den folgenden Zeilen schauen wir uns den dazu passenden Taschensender AKG DPT an.

Er komplettiert die Tetrad-Reihe, die so zu einer flexiblen Lösung für jede (Funk‑) Gelegenheit wird. Der Transmitter kostet 279 Euro (UVP), und was ihr dafür an Gegenleistung erwarten dürft, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Details

Zum Lieferumfang des Sets gehören laut Verpackung der Taschensender, ein Kabel und zwei AA-Batterien. Das klingt erst einmal recht dürftig, doch hält der Karton eine handfeste Überraschung in Form einer Mikrofonbeigabe bereit. Mit dem AKG C111 LP nämlich erhält der Käufer ein vollwertiges Präsentationsmikrofon samt Zubehör, wodurch der DPT Tetrad als Erstausstattung für Moderatoren und Präsentatoren interessant wird. Was mich ein wenig verwundert: Dieser nicht gerade unerhebliche Teil des Lieferumfangs ist auf der Verpackung überhaupt nicht vermerkt. Ein solches Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz dürfte man doch für den potentiellen Kunden (bei aller Bescheidenheit) durchaus herausstellen, ohne dass sich jemand darüber beschweren sollte.

Vor dem Praxis-Check schauen wir uns nun einmal die Features und die technischen Herstellerangaben zum Sender und Mikro an:

Tetrad-Funksystem

Für das Gros der technischen Details zum stationären Empfänger möchte ich auf meinen Test des AKG DMS Tetrad Vocal Sets verweisen. Dort findet ihr detailliert erläuterte Features und Daten sowie einen ausführlichen Praxis-Check. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb „nur“ auf die wichtigsten Infos beschränken:

Das Funksystem ist weltweit lizenzfrei zu betreiben und setzt auf eine digitale Signalcodierung in 24 Bit und 48 kHz. Abhörsicher wird die Signalübertragung durch eine 128-Bit-Verschlüsselung im AES-Format. Der Transmitter bietet mit 120 dB(A) nicht nur einen großen Dynamikumfang, sondern auch eine kräftige Sendeleistung von maximal 100 mW. Mit der DFS-Funktion („Dynamic Frequency Selection“) bietet er zudem Sicherheit gegen Funkstörungen durch WLAN- und Bluetooth-Geräte. Treten Interferenzen auf, so wechselt das System selbsttätig den Funkkanal. Außerdem wird die Zuverlässigkeit der Strecke nicht nur durch die Digital-Diversity-Technik gesichert, vielmehr sorgt das Feature „Time Diversity“ auch dafür, dass ein verlorengegangenes Signal vom Sender erneut angefordert wird. Treten wider Erwarten doch Dropouts in der digitalen Funkübertragung auf, interpoliert der Empfänger innerhalb von zwei Millisekunden fehlende Signalanteile, um Knackgeräusche zu verhindern. Die Tetrad-Funkstrecken bieten also ein wirklich umfangreiches Bündel an Maßnahmen, das der sicheren Signalübertragung dienen und die bestmögliche Signalqualität garantieren soll.

Taschensender DPT Tetrad

Das Wort „Gewicht“ muss man beim DPT Tetrad unter Vorbehalt in den Mund nehmen, denn der Taschensender bringt mitsamt eingelegter Batterien gerade einmal 120 Gramm auf die Waage. Das Bodypack würde ich deshalb nicht als „120 Gramm schwer“, sondern vielmehr als „120 Gramm leicht“ bezeichnen wollen. Ohne Batterien schlagen im Übrigen gerade einmal 70 Gramm zu Buche. Gegenüber vergleichbaren Konkurrenzprodukten handelt es sich somit um ein echtes Fliegengewicht. Auch größentechnisch bewegt sich der Sender mit einer Höhe von unter 9,5 Zentimetern und einer Breite von gut 20 Millimetern knapp unterhalb des üblichen Rahmens.

Den Frequenzgang des DPT Tetrad gibt AKG mit 20 bis 20.000 Hertz an. Somit lassen sich auch Signale von Instrumenten übertragen. Auch der gebotene Dynamikumfang von 120 dB(A) ist „Standard“. Anders sieht es bei der „Lebensdauer“ der Spannungsversorgung aus. Mit gerade einmal 6 Stunden im Batteriebetrieb und immerhin 7 Stunden im Akkubetrieb muss sich der Käufer hier mit einer unterdurchschnittlichen Nutzungsdauer zufriedengeben. Andererseits sollten sich alle Musiker außerhalb von Coverband-Engagements auch einmal fragen, wann sie tatsächlich den letzten fünfstündigen Gig gespielt haben.

Mikrofon AKG C111 LP

Beim mitgelieferten AKG C111 LP handelt es sich um ein ultraleichtes Mikrofon, das nur sieben Gramm wiegt und dessen Haltebügel aus rostfreiem Stahl gefertigt ist. Aufgrund dieses flexiblen Bügels kann der Nutzer den Schwung des Mikrofondrahts hervorragend an die Kopf- und Ohr-Anatomie anpassen ... und das Mikrofon so sicher festklemmen. Durch sein hautfarbenes Finish lässt es sich zudem unauffällig tragen. Zum Lieferumfang gehört ein passendes, ebenfalls hautfarbenes Mikrofonkabel, das an beiden Enden zugentlastend befestigt werden kann. Auf der einen Seite geschieht dies mittels eines verschraubbaren Micro-Dot-Anschlusses, auf der anderen Seite über einen weiblichen Mini-XLR-Stecker mit Rückhaltesicherung. Außerdem sind ein Befestigungsclip sowie ein kleiner Windschutz enthalten, der über die Mikrofonkapsel gezogen wird und auftreffende Luftströme diffusiert, bevor sie auf die Membran treffen.

Wenngleich AKG das Mikrofon als „für Präsentatoren und den Theatereinsatz ausgelegt“ bewirbt, wird dessen Frequenzgang als „eben“ angegeben. Der Übertragungsbereich des C111 LP reicht von 60 Hz bis 15 kHz und deckt damit den Frequenzbereich menschlicher Stimmsignale ausreichend ab. Bevor ich es zu erwähnen vergesse: Die Richtcharakteristik des Ohrbügelmikrofons ist omnidirektional (Kugel), wie es für diesen Mikrofontyp üblich ist. Einerseits können dadurch zwar unerwünschte Signalanteile vom Mikrofon aufgegriffen werden, doch ermöglicht die Kugelcharakteristik andererseits, die Ausrichtung des Mikrofonkopfes sehr frei zu wählen. Außerdem wird auf diese Weise der für die Nierencharakteristik typische Druckstau vermieden, der ansonsten – aufgrund der Nähe des Mikrofons zur Schallquelle – zu einem kaum handhabbaren Nahbesprechungseffekt führen würde.

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