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Test
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07.10.2016

AKG C7 Test

Kondensator-Gesangsmikrofon

Superniere, super Performance

Das Gesangsmikrofon AKG C7 steht in einer reichen Tradition von Mikros. Einmal natürlich, weil es von AKG ist: Der Hersteller von „Akustischen- und Kinogeräten“ beliefert zwar keine aktuellen Kinosäle mit Technik, ist aber bei Kopfhörern und Mikrofonen ganz vorne mit dabei – seit Jahrzenten. Außerdem ist das C7 als Erbe von Berühmtheiten wie dem D190 und dem D222 anzusehen, führt sogar noch deren Formsprache im Design mit sich.

Details

Kondensatorkapsel mit Superniere

Die Produktkürzel von AKG sind generell recht verständlich. So steht das „C“ für Condenser, das D7 und das D5 sind folgerichtig mit dynamischen Wandlern ausgestattet. Der Vergleich zu C5 hingegen bedarf einer kleinen Erklärung. Wesentlicher Unterschied: Das C5 nutzt eine Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik, während das neuere C7 ein Supernieren-Pattern zu eigen hat. Das bedeutet: Stärkere Richtwirkung, stärkeres Ausblenden seitlichen Schalls, dafür aber schneller Klangfärbungen beim Besprechen von der Seite und eine rückwärtige Empfindlichkeit, wegen welcher Monitorboxen nicht direkt hinter dem Mikro, sondern etwas versetzt aufgestellt werden sollten - im Idealfall werden zwei Stück verwendet. Supernieren sind beliebt, Shures Beta 58 und das M88 von Beyerdynamic verwenden ebenfalls stärker richtende Konstruktionen. Die Kondensatorkapsel ist mit einem Durchmesser von drei Viertel Zoll als „Mittelmembran“ zu betiteln, manche Hersteller bemühen aber schon ab Durchmessern von deutlich unter einem Zoll den Begriff „Großmembran“.

Frequenzgang: für Stimme optimiert

Der Pegelfrequenzgang ist zweifelsohne für die Aufnahme der menschlichen Stimme optimiert. Dies lässt sich daran erkennen, dass bei 4 kHz eine leichte Erhöhung stattfindet, die dem Signal Durchsetzungsvermögen verleihen soll, ein Dip bei 7 kHz entschärft S-Laute, während ein Boost bei 10 kHz Luftigkeit und Brillanz erzeugt. Das eigentliche Air-Band darüber ist jedoch deutlich schwächer. Und schon bei etwa 150 Hz wird in den Tiefen der -3dB-Punkt durchlaufen – eine sinnvolle Maßnahme, um das Audiosignal bei naher Besprechung nicht allzu bassig und wummerig klingen zu lassen. Supernieren sind meist mit einem starken Proximity-Effekt „gesegnet“.

150 dB(SPL) Grenzschalldruckpegel

Kondensatormikros können prinzipiell etwas detaillierter darstellen als Tauchspulenmikros, da die Membran weniger wiegt, schneller schwingen kann und anders eingespannt ist. Einige Eigenschaften dieser Dynamikkapseln möchte man auch bei Kondensatorempfängern haben. Und tatsächlich ist die Schalldruckfestigkeit mit 150 dB(SPL) recht hoch. Erst dort werden 1% THD erreicht. Der Ersatzgeräuschpegel liegt bei 21 dB(A), was vor diesem Hintergrund ein ordentlicher Wert ist. Natürlich liegt die Empfindlichkeit nicht im Bereich von klassischen Studio-Kondensern, sondern bei 4 mV/Pa.

Konstruktiv für das In-die-Hand-nehmen vorbereitet

Wie man es von einem modernen Mikrofon verlangt, das auch von Menschen in die Hand genommen wird, machen Metallkorb und -korpus einen stabilen Eindruck - bei der Entwicklung wurde vor allem darauf geachtet, Popp-, Zisch-, Griff- und sonstige Störlaute aus dem Signalweg fernzuhalten. Diesen Erfolg oder Misserfolg einzuordnen ist jedoch Sache des Praxisteils dieses Testberichts. Und der beginnt jetzt…

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