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Test
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30.01.2017

AKG C518M Test

Miniatur-Schlagzeugmikrofon

Es sind die kleinen Dinge...

Das AKG C518 gehört baulich der Gruppe der Miniatur-Anklippmikrofone an. Obwohl einige Hersteller diesen Schallwandler-Typus im Programm haben und auch stetig weiterentwickeln, vernimmt man doch meistens die üblichen Verdächtigen, wenn es um Empfehlungen für die Abnahme von Toms und Snaredrums geht. Dabei gewinnen die winzigen Konstruktionen jeden Vergleich, wenn es um platzsparende, unauffällige Mikrofonierungen geht. Beim Sound scheinen allerdings viele der Meinung zu sein, dass solche kompakten Abmaße einfach keinen echten Wohlklang generieren können. Das möchte das AKG C518M, um das sich dieser Test dreht, natürlich so nicht stehen lassen.

Es beginnt schon bei der Ausstattung, die mit einem Kapselgehäuse aus Metall, innovativer Halterung, Kabel mit XLR-Adapter und integriertem Low Cut sowie Positionierungshilfe schon als ziemlich umfangreich bezeichnet werden kann. Gelegentliche Sticktreffer soll es klaglos wegstecken können und klanglich mindestens auf Augenhöhe mit den bekannten Klassikern liegen. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest.

Details

Das AKG C518M verfügt über eine durchdachte Spannreifen-Halterung

Klein und leicht ist schon das Paket, in welchem das Objekt für dieses Review geliefert wird. Auch dem Trend, kleine Produkte in übergroßen, bunten Schachteln zu verpacken, folgt das C518M nicht. Der Inhalt ist allerdings erstaunlich umfangreich. Neben dem Mikrofon selber ist das eine passende Nylongewebetasche, ein kugelförmiger Poppschutz gegen Windgeräusche, ein drei Meter langes Kabel, an dessen einem Ende sich ein weiblicher Mini-XLR-Stecker und auf der anderen Seite ein männlicher XLR-Stecker befindet. Dieser beherbergt zudem die Elektronik, die zum Betrieb eines Kondensator-Mikrofons notwendig ist. Integriert ist hier außerdem ein Low-Cut-Schalter, welcher das Signal um tieffrequente Geräuschanteile bereinigen soll. Laut AKG geschieht dies um -4 dB bei 100 Hz. Zuletzt fällt mir noch ein kleines, gebogenes Kunststoffteil in die Hände, dessen Sinn sich mir erst nach dem Studium der Anleitung erschließt: Es soll den elastischen, etwa fünf Zentimeter langen Schwanenhals in einer festgelegten Position fixieren. Das Mikrofon selbst ist aufgrund der in das Steckergehäuse ausgelagerten Elektronik winzig. Eigentlich besteht es nur aus der Daumennagel-großen Kapsel sowie dem Schwanenhals, welcher in der passenden, männlichen Mini-XLR-Buchse endet. Dort ist auch ein Gelenk integriert, mit welchem sich das Mic in insgesamt acht Neigungswinkel bringen lässt. Die Befestigungsmechanik besteht aus zwei gefederten Backen, die mit einem kleinen Drehregler bewegt werden und so an unterschiedliche Spannreifen angepasst werden können. Auch ein Sender zum drahtlosen Betrieb kann direkt an das Mikrofon „angedockt“ werden, ein kleiner Metallbügel dient dann als Aufwickelhilfe für überzählige Kabellängen. 

Auch bei der Abstimmung ist das Mikrofon für Schlaginstrumente optimiert

In der von einem Metallgehäuse geschützten Kapsel arbeitet eine in Nierenform gerichtete, permanent polarisierte Membran, welche einen Frequenzgang von 60 - 20000 Hertz übertragen soll. Ein Blick auf das zugehörige Diagramm zeigt eine ab 200 Hertz kontinuierlich abfallende Kurve sowie die so oft anzutreffende Präsenzanhebung zwischen 5000 und 7000 Hertz. Dies verspricht ein straffes, frisches Klangbild, welches Toms und Snares schon so vorformen soll, wie es von den meisten Hörern geschätzt wird. Die Empfindlichkeit liegt bei 5 mV/Pa, was für Kondensator-Mikrofone ein eher niedriger Wert ist. Für die Nahmikrofonierung von Schlaginstrumenten erscheint dies aber absolut sinnvoll, denn sonst bräuchte man Pegelabschwächer, was die Praxistauglichkeit massiv einschränken würde. So liegt es „nur“ auf dem Niveau outputstarker dynamischer Mikrofone. Der Rauschabstand liegt mit 63 db(A) in einem akzeptablen Bereich, auch hier sollte man aber wieder das Einsatzgebiet an lauten Instrumenten bedenken. Das C518M wird in China gebaut, an der Verarbeitungsqualität habe ich nichts auszusetzen.  

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