Hersteller_AKG Mikrofon
Test
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18.12.2009

AKG C 214 Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

Vaterschaftstest anerkannt?

Das berühmte Vorbild C 414 gibt es bereits seit 1971 und bescherte AKG einen fulminanten Erfolg in unzähligen Studios und auf den größten Bühnen der Welt. Natürlich erfuhr auch dieser Klassiker im Laufe der Jahre die eine oder andere Frischzellenkur. Ein Komplett-Lifting mit anschließender Neu-Aufspritzung an allen erdenklichen Stellen war jedoch nie vonnöten, denn das Grundkonzept dieses Mikrofons ist einfach absolut stimmig. Entsprechend gespannt waren wir natürlich, als mit dem C 214 das C 414-Downgrade unser Teststudio erreichte. 

Die Beschreibung des Mikrofons liest sich sehr vielversprechend – als Kapselkonstruktion greift AKG beim C 214 auf die bewährte C 414 Doppelmembrankapsel zurück, bestückt diese jedoch nur mit einer Membran, wodurch sich eine feste Nierencharakteristik ergibt.  

Ein Mikrofon, das sich mit seinem Namen ganz klar zu seiner berühmten und lange Zeit bewährten Verwandtschaft bekennt, sollte schon über eine gehörige Portion Selbstbewusstsein verfügen. Die Fußstapfen, in die man hier treten möchte, sind ja nicht gerade klein. Größenwahn oder gerechtfertigt? Genau das wollen wir hier klären.

Details

We are family

Wie der große Bruder (oder Schwester ... oder Mama ... oder Papa ...) kommt auch das C 214 im transportfreundlichen Alu-Köfferchen daher. Neben dem Mikrofon finden in den entsprechenden Schaumstoffaussparungen noch eine elastische Spinnenhalterung und ein Windschutz Platz – beides wird übrigens mitgeliefert, was ja auch nicht immer selbstverständlich ist. Bei der Spinne handelt es sich übrigens um das identische Modell wie beim C 414 – sie ist zwar komplett aus Kunststoff gefertigt, aber absolut solide und widerstandsfähig. Über einen großen Drehring wird das Mikrofon arretiert - und hält auch problemlos in Über-Kopf-Positionen. Ein Vorteil der Kunststoff-Spinne ist natürlich das Gewicht, das durch den leichten Werkstoff nicht unnötig in die Höhe getrieben wird – das Stativ dankt es mit einem bombenfesten Halt. Kommen wir nun zum eigentlichen Hauptdarsteller, dem Mikrofon. Die Ähnlichkeit zum C 414 lässt sich nicht verleugnen – zwar nimmt der Mikrofonkorb des C 214 im Vergleich zum „Restkörper“ wesentlich mehr Platz ein als beim großen Verwandten, das Grunddesign ist aber schon sehr ähnlich. Der größere Körper des C 414 resultiert natürlich auch daraus, dass hier aufgrund der einstellbaren Richtcharakteristik mehr Elektronik unterzubringen ist. Mit seinen Maßen von 54x43x160 mm und einem Gewicht von 290 g lässt sich für das C 214 jedoch fast der gleiche BMI (Fitness-Fachchinesisch für „Body-Mass-Index“) ermitteln, wie für das C 414.

Das Gehäuse ist robust und bühnentauglich

Das Mikrofon-Gehäuse ist komplett aus Metall gefertigt und mit einer dunkelgrauen Lackierung versehen, die einen absolut roadtauglichen Eindruck vermittelt. Auch das Drahtgeflecht des Mikrofonkorbs wird die Kapselkonstruktion über lange Zeit sicher vor der einen oder anderen Backpfeife schützen. Auf der linken Gehäuseseite findet sich ein kleiner Schalter zur Aktivierung einer -20 dB Pad-Vordämpfung, rechts wurde ein Schalter für das zuschaltbare Hochpass-Filter eingelassen, das seinen Einsatzpunkt bei 160 Hz hat und mit 6dB/Oktave absenkt. Der XLR-Anschluss an der Unterseite ist fest mit dem Schaft verschraubt - hier wackelt nichts.

Relativ linearer Frequenzgang

Das ein Zoll-Großmembrankapselsystem ist in einer elastischen Konstruktion aufgehängt, wodurch Körperschall zusätzlich eliminiert wird. Dadurch, dass man beim C 214 die Backplate-Technologie (Gegenelektrode) eingesetzt hat, kommt das Mikro bereits mit Speisespannungen ab 12 Volt aus (natürlich sind auch 48 Volt nicht verboten, und 52 Volt werden ebenfalls noch verdaut). Der Übertragungsbereich wird vom Hersteller mit der gerne genommenen Range 20Hz - 20 kHz angegeben, der äquivalente Eigengeräuschpegel mit 13 dB(A), der Leerlauf-Übertragungsfaktor mit 20 mV/Pa (-34d BV) und der Grenzschalldruckpegel (k=0,5%) mit 136 dB(SPL) (mit PAD-Dämpfung erhöht sich dieser Wert sogar auf 156). Der Frequenzgang stellt sich relativ linear dar, mit einem leichten Abfall ab 60 Hz, einer leichten "Hochnase" bei ca. 3-4 kHz und einem Präsenzanstieg ab ca. 8 kHz. Manchmal sagt ein Bild ja mehr als tausend Worte, bei Mikrofonen ist für mich allerdings ein gesprochenes oder gesungenes Wort ins Mikro tausendmal mehr wert als ein (Frequenz-)Bild. Also dann, liebe Sängerin, lieber Sänger, Stimmen ölen, tief Luft holen und ab geht´s.

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