Hersteller_Akai
Test
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11.01.2017

Praxis

Aufbau

Nachdem ich alle Einzelteile des BT500 beisammenhatte, machte ich mich ans Setup, wozu man die gut bebilderte Fotoanleitung gut nutzen kann. Es ging nun mithilfe der integrierten Wasserwaage und den verstellbaren Füßen darum, den AKAI exakt in der Waage zu positionieren, was mit der Libelle wirklich ein Kinderspiel ist.

Der Aluminium-Plattenteller, der einen sehr guten Eindruck auf mich macht, wird einfach auf die Achse gesetzt und anschließend legt man den Riemen noch um das Antriebsrädchen. Das Headshell arretiere ich mithilfe des SME-Anschlusses am Tonarm und nun sind nur noch Feinjustierungen zu erledigen. Tonarm ausbalancieren, die konzentrische Skala in Nullstellung bringen und anschließend das empfohlene Auflagegewicht von zwei Gramm einstellen.

Beim BT100 habe ich mit meiner elektronischen Waage den festen Wert von 3 Gramm Auflagekraft ermittelt. Die Skaleneinteilung des BT500 ist übrigens ziemlich genau und trifft die 2 Gramm mit einem minimalen Messfehler von 2,5 Prozent (1,95 Gramm nachgemessen mit meiner elektronischen Waage).

Bleibt noch die Einstellung für das Antiskating, die ich mit einer Platte ohne geschnittene Spur bewerkstellige. Hierbei kommt ein rechter hoher Wert zum Tragen, denn erst bei 3,5 Skaleneinteilungen kommt das System auf der Außenposition der Platte zum Halten, ohne nach innen zu ziehen. Nun gut.

Handling

Ich war doch wirklich schwer erstaunt, wie einfach alles mit beiden Plattenspielern vonstattenging. Zunächst mal muss erwähnt werden, dass beide Vorkonfigurationen absolut stimmig sind. Sowohl das feste Auflagegewicht für den BT100 als auch das empfohlene für den BT500 funktionieren bei den Platten, die ich ausprobiere, sehr gut. Keine Platte springt und keine klingt verzehrt. Wenn ich auch zu bedenken geben muss, dass 3 Gramm festes Auflagegewicht schon ein bisschen viel ist, sodass man sich Gedanken über die Abnutzung der Platten machen muss. Darüber hinaus führen die ausgewählten Kombinationen von Tonarmhöhe, Höhe Tonabnehmer und Stärke der Gummimatte zu optisch perfekten Setups. Beide Tonarme verlaufen absolut parallel zur Vinyloberfläche (gemessen mit einem durchsichtigen Acrylblock mit aufgedrucktem Parallelogramm und Höhenmess-Skala in mm).

Die mitgelieferte Acryl-Haube der beiden AKAI-Turnis ist in meinen Augen über jeden Zweifel erhaben. Sie sieht spitze aus und ist dabei sehr funktional. Sie kann nämlich im Gegensatz zu vielen anderen Phono-Abdeckungen in diversen Positionen verharren und kann auch beim BT500 einfach fallen gelassen werden, was dann nicht einmal zu einem lauten Wumms auf dem Signalweg, geschweige denn zu einem Sprung führt! Top!

Sowohl die Verbindungsaufnahme über Bluetooth mit einem Creative BT-Lautsprecher als auch der Anschluss über die USB-Schnittstelle an den PC funktionierten ohne Probleme. Alles lief reibungslos und direkt im ersten Versuch. Über die Funktionalität beider Geräte gibt es kaum Gründe zu berechtigter Kritik.

Allein der BT100 trieb mir die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn. Zum einen ist er sehr schlecht von seiner Unterlage abgekoppelt und jedweder Bedienvorgang (Nadel aufsetzen, Laufwerk starten oder Stoppen usw.) führt auf dem Signalweg zu hörbaren Ereignissen. Darüber hinaus ist die linke Ecke mit Speed Selector, Bluetooth und Headphone viel zu überladen und dadurch ganz schön fummelig. Nicht so toll.

Kopfhörerausgänge

Beide Kopfhörerausgänge haben im Übrigen genügend Dampf, um alle hier vorliegenden Headphones anzutreiben, was mich dann doch ein wenig überrascht hat. Angeschlossen habe ich einen Koss Porta Pro, Sennheiser HD25, Yamaha HPH-MT7 und einen AKG K702. Die Verstärker klingen relativ durchsichtig und genügend druckvoll, selbst bei einem K702. Allerdings fällt spätestens beim lauten Hören mit den Headphones auf, dass der BT100 ganz schön rumpelt und seine Laufwerkgeräusche gut vernehmbar sind, was auf die mangelnde Abkopplung vom Chassis zurückzuführen ist. Nicht so beim BT500, hier hört man weder das Laufwerk noch den Motor oder die Mechanik der Schalter. Auch die Abkopplung vom Untergrund ist vorbildlich. Toll!

Klang

Beide Turntables verfügen ja über diverse Schnittstellen zur Außenwelt und erweisen sich mit diesen grundsätzlich als sehr flexibel. Bei beiden klingen die Phono-Signale unter Verwendung eines externen Phono-Preamps am besten. Bei meinem Test habe ich einen Denon Mixer DN-X1600 genutzt und das Signal mit meinem Studio-PC aufgezeichnet. Bei Verwendung der internen Vorverstärker (durch Aktivierung auf der Geräterückseite) habe ich die Turntables dann einfach an den Line-In des DJ-Mixers angeschlossen, ansonsten blieb der Aufnahmepfad der Gleiche. Beim dritten Audiofile nutzte ich dann Phono-Preamp und USB-Schnittstelle zugleich, indem ich die AKAIs per USB direkt an den Studio-PC anschloss.

Zunächst ist festzustellen, dass der Sound der beiden Plattenspieler hauptsächlich von den Systemen abhängig ist. Während das AT95E noch relativ ausgewogen klingt, aber nicht voll überzeugen kann, ist das Pro linear CR2500 schon ein wenig resonant und überbetont im Mittelhochtonbereich mit Hang zu harschen Klängen. Beide Systeme klingen aufgrund fehlender Transparenzen weniger räumlich und ausgewogen als mein Referenzsystem. Nutzt man die integrierten Vorverstärker, wird es zudem noch ein bisschen dünner und verhaltener, was aber dem CR2500 bei manchen Platten zugutekommt. Dennoch lässt die Hochtonauflösung bei beiden Vorverstärkern einiges vermissen.

Kommt die USB-Schnittstelle zusätzlich ins Spiel, sprich die integrierten AD-Wandler, die eine maximale Auflösung von 48 kHz und 16 Bit erlauben, wird es hinsichtlich der Auflösung im Hochton noch eine Spur grober. Hinzu kommt, dass beide Konverter das Signal vor oder bei der Wandlung ein wenig komprimieren.

Das aufgezeichnete Material klingt ein wenig dichter und somit lauter als zuvor, ich spreche hier von gefühlten 1,5-2,5 dB Lautheitsgewinn bzw. Dynamikverlust. Die Wandler klingen somit nicht neutral, sondern verfärben das Signal bei der Aufnahme. Das heißt aber jetzt nicht unbedingt, dass das immer schlecht klingen muss, denn so einigen Vinylaufnahmen würde das Plus an Lautheit gut tun. Dennoch muss es an dieser Stelle Erwähnung finden.

Die folgenden Audiodateien belegen die klanglichen Unterschiede vom Phono-Signal zum Line-Out und zur USB-Übertragung. Zum Vergleich mit einem anderen Plattenspieler-Setup habe ich noch meinen Pioneer PLX1000 mit Nagaoke-Headshell und einem Shure M44G Tonabnehmer als Referenz verwendet. Die Entzerrung übernahm hierbei wieder der Phono-Preamp des Denon DJ-Mixers DN-X1600, die AD-Wandlung eine RME HDSPe AIO Soundkarte und die Aufzeichnung der eben genannte Rechner mit Soundforge Pro 11.

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