Nicht nur eingefleischte Hip Hopper wissen, dass die Marke Akai seit den späten Achtzigern der Mercedes-Benz unter den Pad-Herstellern ist. Deshalb werden auch alle Menschen, in deren Leben Drum Pads und der typische MPC-Swing eine Rolle spielen, hellhörig, wenn Akai einen neues Gerät auf den Markt bringt. Wem das MPK 49 aus dem Jahr 2007 zu gross und sperrig war, der findet jetzt im neuen MPK 25 vielleicht das passende Eingabetool. Die echten MPC Pads und die Note Repeat Funktion mit dem berühmten Swing statten den Controller mit einem schönen Alleinstellungsmerkmal gegenüber der großen Controller-Konkurrenz aus. Was das kleine Schwarze sonst noch zu bieten hat, werden wir in diesem Test herausfinden.
Nachdem das MPK49 das erste MIDI Keyboard mit MPC Pads überhaupt war, preist Akai die kleine Version nun als den idealen Reisebegleiter an. Backpacker aufgepasst: Das Gerät macht durchaus einen sehr soliden und widerstandsfähigen Eindruck, hat jedoch die Maße eines 19” Gerätes von knapp 30 cm tiefe und bringt mit 3,4 kg auch einiges auf die Waage. Wer in Tibet wandern gehen will, sollte sich vielleicht lieber mal das Akai LPK25 oder die Korg Nano Serie anschauen. Für ein Controller-Keyboard mit normaler Tastengröße ist es natürlich trotzdem recht kompakt geschnitten, worüber sich tourende Keyboarder, Djs und Studiopuristen gleichermaßen freuen sollten. Stand damals MPC für MIDI Production Center so bedeutet MPK heutzutage MIDI Performance Keyboard. Wir werden sehen, wie es um die Performance von Akais neuem Controller bestellt ist.
zweiter Text
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DETAILS
Das MPK25 strahlt auf Anhieb die Robustheit aus, die wir von Akai kennen und erwarten. So verleiht das recht hohe Gewicht und die leicht metallisch glitzernde schwarze Oberfläche dem Controller beim Auspacken sofort eine besondere Wertigkeit, ein Gefühl, das sich auch beim ersten Berühren der Hardware manifestiert.
Links oben sehen wir die 12 Pads, die laut Hersteller denen der Original MPC gleichen. Auf der rechten Seite sind 12 Endlosdrehregler, die sich nicht zu leicht und nicht zu schwer bewegen lassen. Unter den Reglern sind 4 Controller-Buttons und ein Steuerungsfeld für die Transportfunktionen von Sequencern untergebracht. Die Fader des MPK49 sind in der kleinen Version aus Platzgründen eingespart.
In der Mitte der Bedienoberfläche ist ein Display und darunter verschiedene Buttons für das Editieren und die Zuweisung der MIDI-Funktionen, Octave up/down, Note Repeat und Steuerungstasten für den Arpeggiator, die Pad Banks, die Dynamik der Pads und Tap Tempo.
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Links neben der Keyboard Tastatur schmeicheln Modulation und Pitch-Wheel mit einer leicht samtigen Oberfläche den Fingerspitzen. Die Keyboard-Tasten mit Aftertouch sind extrem hart gefedert – nach meinem Dafürhalten zu hart, um im Sinne eines Keyboarders darauf vernünftig spielen zu können. Für schnelle, leichtfüssige Läufe sind die Tasten leider nicht geeignet. Diese Beobachtung machte auch ein Musikerkollege (professioneller Keyboarder), der dieses Gerät gekauft hat, es aufgrund der zu schwergängigen Tastatur jedoch nicht mehr nutzt. Wer aber manchmal eine Basslinie oder ein- zwei Akkorde spielen will, wird damit kein Problem haben. Pianisten würde ich allerdings raten, die eigenwillige Tastatur mal in einem Laden auszuprobieren, bevor man sie einfach so im Internet bestellt.
Auf der Rückseite des Controllers ist ein USB-Eingang, daneben eine Buchse für ein 6V Netzteil. Das Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten, bei Verwendung von USB- Power aber auch unnötig. Außerdem finden sich MIDI In und Out, Eingänge für Sustain- und Expression Pedale, sowie eine Steckvorrichtung für ein Kensington Lock, um den Controller Diebstahlsicher an einen Tisch fesseln zu können.
Die Anschlüsse auf der Rückseite
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Praxis
Software Editor und LCD Display Das MPK kann man über das integrierte LCD Display mit dem Value Wheel oder mittels der Vyzex Editor Software programmieren. Der Vyzex Editor ist eine angenehme Einrichtung um übersichtlich die vielfältigen Funktionen und Voreinstellungen des MPK 25 zu bedienen. Hier kann man für die Pads, Encoder, Tasten, Buttons und Wheels Zuweisungen vornehmen und Einstellungen ändern. Wer es etwas oldschooliger mag oder ohne Laptop ein Standalone-MIDI-Gerät bedient, freut sich über die intuitive Menüführung direkt am Gerät via Value Wheel und LCD Display und macht die Einstellungen, die mit der Editor Software möglich sind, direkt am Gerät. Das Gefühl, sich mit dem Finger am Regler durch die Untermenüs zu zappen, wissen MPC User und andere 90er Kinder sicher zu schätzen. Auch wenn es am Anfang manchmal etwas länger dauert, so baut sich auf diese Art doch eine ganz besondere Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf.
Die wichtigsten Einstellungen Das MPK hat Platz für 30 Presets, von den 15 mit Voreinstellungen für beliebte DAWs und Plug-Ins belegt sind. Für die Pads kann man einstellen, ob man eine Note oder Program Change Daten sendet und zwischen den Playmodes „Momentary“(Berühren=on, Loslassen=off) und „Toggle“(erste Berührung=on, zweite Berührung=off) wählen. Dadurch, dass es vier Pad Bänke gibt, kann man 48 verschiedene Samples ansteuern. Außerdem kann man für die Pads die Velocity-Kurven und die Empfindlichkeit justieren. Die Regler können Control Change, Aftertouch- und NRPN Daten senden. NRPN steht für „Non Registered Parameter Number“ und ist ein Controller Standard, der Einstellungen erlaubt, die eine größere Auflösung als die MIDI-typischen 0-127 erlauben. Hier muss allerdings mit einer Software gearbeitet werden, die NRPN erkennt. Die 12 Regler lassen sich auf 2 Control Bänke verteilen, so dass immerhin 24 verschiedene Parameter angesteuert werden können. Die Buttons können sowohl Control Change als auch Program Change Daten lesen und auch hier kann man zwischen Momentary und Toggle auswählen.
Die Pads Die Pad Sektion hat gleich 2 Highlights zu bieten. Das eine sind die 12 MPC Pads, die sich durch das typische organische Spielgefühl auszeichnen und die Dynamik so wiedergeben, wie man es sich wünscht, wenn man die richtige Velocity-Kurve gewählt hat. Wenn man möchte, kann man die Anschlagsynamik auch ausstellen (Full Level) oder mit der 12 Level Funktion das zuletzt angeschlagene Sample in 12 Velocity-Stufen auf alle 12 Pads verteilen. Pad 1 hat hier den niedrigsten (012) und Pad 12 den höchsten (127) Velocity-Wert. Durch die 4 Pad Bänke kann man insgesamt 48 Samples mit den Pads ansteuern. Das zweite Highlight ist der Note Repeat Button. Mit der Note Repeat Funktion kann man dafür sorgen, dass sich das Sample, je nach Einstellung der Time Division im Viertel-, Achtel-, Sechzehtel- oder Zweiunddreißigstel-Rhythmus wiederholt. Wie lang die wiederholten Noten sind, kann man unter Gate einstellen, genauso, wie man prozentual auswählen kann, ob und wie stark das ganze swingen soll. So kann man aus seinem Computer endlich den speziellen Groove herauskitzeln, der so viele Hip Hop Produktionen aus den 90ern so fett gemacht hat. Logic 16C Swing war gestern –jetzt werden wieder Prozente eingegeben!
Der Arpeggiator Ein anderes unverwechselbares Persönlichkeitsmerkmal und für einige sicher der Clou des Geräts ist der MIDI syncbare Arpeggiator. Mit 6 verschiedenen funky Arpeggiator Typen und über bis zu 3 Oktaven kann man alle Plug-Ins und Samples ansteuern, die man auf seinem Rechner so findet. Selbstverständlich lässt sich auch aus einem MIDI-fähigen Hardware Synthie ein schönes Arpeggio zaubern. Je nach gedrückter Note oder Noten entstehen einzigartige Riffs, bei denen – analog zum Note Repeat – Einfluss auf Swing und Gate (Länge der Noten) genommen werden kann. Wenn man die richtigen Einstellungen gefunden hat, ist der Rhythmus natürlich auch zur BPM der DAW synchronisiert. Für den Live Betrieb hingegen ist die Tap Tempo Taste interessant, um den Arpeggiator mit der Band zu „synchronisieren“. Der Latch Button friert den gedrückten Akkord ein – so hat man die Hände frei, um sich in aller Ruhe über die Drehregler herzumachen, die man seinen Synthies oder Samplern zugewiesen hat. Ich habe das mal mit dem Novation Bass Station Plug-In einige gemacht. Wer genau hinhört, merkt dass der Groove durchaus nicht immer konstant ist. Egal, ob dies mit Absicht geschah oder ob die USB-Übertragung nicht richtig funktioniert, für mich ist dies definitiv ein Plus! Den so werden elektronischen Grooves endlich mal wieder magisches Eigenleben einhaucht.
Kompatibilität Das MPK25 hat Presets für 15 verschiedene Softwares und DAWs. Mit Ableton versteht es sich ab Versionsnummer 8 besonders gut. Hier kann man das MPK25 nämlich direkt in den Voreinstellungen auswählen. Für 14 andere ausgewählte Programme gibt es im MPK25 ebenfalls Presets. Und zwar für Reason, Cubase, FLStudio, Sonar, Appliead Acoustics String Studio, Arturia, Arkaos, FXPansion Guru, die MPC 500, Waldorf PPG 2.V, Rob Papen, Stylus und VirSyn. Apple Logic ist nicht dabei. Das kann doch nicht sein, oder? Auch die Rubrik „Support“ lieferte bei Akai keine nennenswerten Infos. Nach etwas „google´n“ tauchte allerdings diesen Link auf. Hier kann man ein PDF herunterladen, in dem die Einbindung des MPK25 in Logic erklärt wird:
Zwar ist der Controller mit seinen 3,4 kg nur bedingt der ideale Reisebegleiter, dennoch gibt Akai den Usern mit dem MPK25 ein edles und robustes Heavy Weight Keyboard an die Hand. Tasten, Regler, Buttons und Pads auf einem kompakten Gerät zu finden, ist schon lange nichts Besonderes mehr, dennoch wartet das MPK25 mit musikalischen Eigenschaften auf, die sonst kein Controller zu bieten hat. Bei den Pads spürt man, dass man es mit einem erfahrenen „Original“ zu tun hat. Note Repeat und der Arpeggiator swingen und grooven miteinander um die Wette und holpern manchmal auch ein bisschen, als wäre das MPK auch nur ein Mensch. Die Programmierung im Software Editor funktioniert ebenso intuitiv wie im internen Menü. Einziger Wermutstropfen ist die harte Tastatur, die eine zarte Pianistenhand sicher etwas zu stark fordert. Wer sich damit arrangieren kann wird seine Freude haben, an diesem Musikinstrument mit „echter“ eigener Seele und Groove.
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