Die US-amerikanische Firma Alto Professional spezialisiert sich seit ihrer Gründung vor über 25 Jahren auf die Entwicklung und Produktion von Audio-Hardware. Laut eigener Aussage ist man darauf erpicht, nicht nur Sound-Engineers den Arbeitsalltag zu erleichtern, sondern auch Solo-Acts und kleinen Gruppen unter die Arme zu greifen. „That’s why we think of ourselves not as a Sound Reinforcement company, but as a Live Performance Reinforcement company“, heißt es entsprechend auf der Firmenwebsite.
Mit dem TMD16 bringt Alto Professional nun ein kompaktes und preiswertes Digitalmischpult auf den Markt, das mit vielen unterschiedlichen Anschlüssen, Touchfadern und Bluetooth-Streaming an den Start geht. Für 558 Euro bekommt man hier ein leichtes Mixing-Desk, das sich vor allem für Anfänger und Semiprofis zu eignen scheint – nicht nur wegen des Kostenpunktes, sondern auch dank einer Bedienung, die intuitiv und nutzerfreundlich designt ist. Somit scheint sich das Kompaktpult hauptsächlich für kleinere Bühnen und Performances sowie Proberäume zu eignen.
Was das TMD16 von Alto Professional im Hands-on abliefert, erfahrt ihr im Bonedo-Test.

Alto Professional TMD16 – das Wichtigste in Kürze
- sehr übersichtliche Bedienung
- leichte, aber robuste Hülle
- schickes Design
- gute Sound-Qualität
- preiswert
- schwergängige Sensoren
- nur ein FX-Weg
- nur Summen-Recordings
Das Herzstück der Konsole ist die Kombination aus einem 7-Zoll-Farbdisplay und den dazugehörigen Bedienelementen – wir sprechen hier von zehn Push-Encodern und sieben Buttons. Die Lautstärkenkontrolle übernehmen 100 mm lange, kapazitive Touchfader, die dem 16-Kanal-Digitalmixer sein Future-mäßiges Gesicht geben.
In Sachen Smartphone-Konnektivität setzt Alto Professional auf eine duale Bluetooth-Schiene: einmal für das klassische Audio-Streaming und einmal für die Remote-Anbindung via „Alto Professional Pro Mix Control App“, die auf iOS- und Android-Devices läuft.

Bei den Eingängen finden wir acht XLR/Klinke-Combobuchsen sowie zwei dedizierte XLR-Mikrofoneingänge. Für Zuspieler stehen zwei Klinken-Stereo-Eingänge bereit, ergänzt durch eine Cinch- und eine 3,5-mm-Miniklinke-Option.
Ausgangsseitig ist das TMD16 ordentlich bestückt: Neben dem Stereo-Master (XLR) gibt es vier Sub-Ausgänge, drei Aux-Ways und einen separaten FX-Output, allesamt in XLR ausgeführt. Für das Monitoring steht ein Klinkenpärchen bereit.
Abgerundet wird das Ganze durch eine RJ45-Netzwerkbuchse zur Steuerung, einen Footswitch-Anschluss sowie USB-B- und USB-C-Ports. Letztere füttern das integrierte 2×2-USB-Interface, das mit einer Auflösung von 24 Bit bei 48 kHz arbeitet. Mit einem Gewicht von 4,7 kg und Abmessungen von 381 x 429 x 109 mm bleibt das Pult dabei durchaus rückenfreundlich.
Was ist im Lieferumfang des Alto Professional TMD16?
Der Mixer wird ganz klassisch im großen Pappkarton geliefert. Dieser ist mit Firmen- und Produktnamen sowie den wichtigsten technischen Merkmalen beschriftet und farblich in einer Kombination aus Schwarz und Braun gehalten. Der im Inneren befindliche TMD16 wird von zwei Kunststoffformen an Ort und Stelle gehalten, sodass er sich während des Transports nicht bewegen kann. Zusätzlich ist das Gerät zum Schutz in einer Plastikhülle verpackt.


Neben einer Bedienungsanleitung befinden sich im Karton lediglich ein langes Kaltgerätekabel zur Stromversorgung des Mixers und ein USB-A-auf-USB-C-Kabel, um das Mischpult mit dem Rechner zu verbinden.
Beschaffenheit des TMD16 von Alto Professional
Die Front des Geräts ist zweigeteilt in einen flachen und einen angeschrägten Bereich aufgebaut. Während die untere Hälfte sämtliche Fader beherbergt – aufgeteilt in drei Layer, wovon zwei für die Input-Signale reserviert sind –, ist der obere Teil hauptsächlich für das Display und die Bedienelemente vorgesehen. Letztere unterteilen sich in zwei Kategorien: jeweils fünf Push-Encoder links und rechts vom Display sowie sieben Push-Buttons darunter.


Zusätzlich stehen pro Fader drei weitere Taster für Mute, Solo und Select zur Verfügung. Auf der rechten Seite finden wir weiterhin einen Kopfhöreranschluss, einen zugehörigen Volume-Regler und einen Solo-Clear-Button. Abgerundet wird die Front durch eine USB-Ladebuchse sowie einen Tap-Tempo-Button.
Welche Ein- und Ausgänge bietet der Alto Professional TMD16
Inputseitig zählen wir acht Combo-Buchsen, zwei XLR-Ins, vier Klinken-Inputs sowie ein Cinch-Stereo-Pärchen und einen Aux-In (Miniklinke). Was die Ausgänge betrifft, stehen zwei Klinken-Outs für Monitore sowie insgesamt zehn XLR-Buchsen für Main-PA, Sub-Outs und Aux-Ways zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine RJ45-Schnittstelle, USB-B- und USB-C-Ports sowie einen Klinkeneingang für einen Footswitch. Zu guter Letzt finden wir hier den Power-Switch und den Anschluss für das Kaltgerätekabel. Eine Möglichkeit, eine Stagebox anzuschließen, gibt es derzeit leider nicht.




Die Unterseite ist lediglich mit vier Gummifüßen versehen, die einen rutschfesten Halt gewährleisten. Seitlich entdecken wir bis auf die Lüftungsschlitze keine Besonderheiten.
Alles in allem macht das TMD16 einen guten ersten Eindruck; optisch präsentiert es sich elegant in branchentypischem Schwarzgrau. Die Kombination aus Kunststoff und Metall macht das Gehäuse leicht und rückenschonend beim Transport. Alles wirkt fest verbaut und hinterlässt einen robusten Eindruck. Die Fader geben dem Ganzen einen futuristischen Twist – wie gut sie sich in der Praxis bedienen lassen, bleibt abzuwarten. Zudem lassen sie sich im Servicefall leider nicht ohne Weiteres ausbauen.
Alto Professional TMD16 im Praxischeck
Die Inbetriebnahme des Mixing-Desks ist kinderleicht: Strom anschließen, einschalten, fertig. Um das Pult effektiv nutzen zu können, schließe ich als Soundquelle mein Shure SM7B inklusive meines Triton Audio Fethead an. Über die Ausgänge gehe ich weiter in mein Interface, ein Antelope Audio Discrete 8, das in Steinberg Cubase als Abhöre dient. Nach dem Einschalten erscheint kurz das Alto Professional-Logo auf dem Display und der Lüfter nimmt seine Arbeit auf; ein unangenehm lautes Rauschen fällt dabei nicht negativ auf.


Wie praktikabel ist das User-Interface des Alto Professional TMD16?
Zuerst öffnet sich am Pult eine Meter-Ansicht. Hier werden alle Ein- und Ausgänge als Volume-Bars angezeigt. Sowohl die Mono- als auch die Stereo-Balken sind übersichtlich angeordnet und durchnummeriert.

Wähle ich einen Kanal per Select-Taste aus, öffnet sich die Channel-Strip-Anzeige, ganz wie man es von den meisten Konsolen gewohnt ist. Der Unterschied liegt hier jedoch im Detail: Es gibt keine weiteren Untermenüs zu den einzelnen Komponenten. Eine einzige große Ansicht gibt Auskunft über alle Parameter – vom Kompressor oben links über den Dreiband-EQ (beim Master sind es sieben Bänder) bis hin zu den Ausgangs-Optionen.



Über die unten liegenden Buttons lassen sich Funktionen wie Phantomspeisung, High-Pass-Filter oder die Anti-Feedback-Option aktivieren. Zudem können hier die Master- und Sub-Destinationen zugewiesen werden. Etwas schade finde ich, dass man die Kanäle digital nicht umbenennen kann. Für die Übersicht am Pult muss man also weiterhin auf Tape und Stift zurückgreifen.
Kurzum bekommt man hier alles auf einen Blick: nicht mehr, nicht weniger. Das mag Profis etwas zu reduziert sein, ist für Anfänger oder Anwender, die einfache Shows ohne komplexe Einarbeitung mischen möchten, jedoch perfekt.
Wie fühlt sich das Alto Professional TMD16 an?
Das TMD16 verfügt über drei Aux-Wege, etwa für das Monitoring, sowie eine FX-Engine. Die Signale werden über die rechtsseitigen Drehregler zugespielt und im Panorama verteilt. Per Knopfdruck kann dabei zwischen Pre- und Post-Fader-Betrieb gewechselt werden.


EQ und Kompressor werden ebenfalls über die Drehregler bedient. Hier switcht man per Tastendruck durch die verschiedenen Parameter wie Threshold und Ratio oder Frequenz und Güte (Q). Der oberste Regler kontrolliert dabei den Input-Gain. Die Regler bieten einen angenehmen Widerstand, allerdings reagieren die Encoder teils etwas träge, was die Bedienung nach meinem Empfinden erschwert. Ähnlich verhält es sich mit den Fadern: Hier muss man beim Bedienen auf den Fingerdruck achten. Ist dieser zu stark, bewegt sich die LED-Anzeige nicht. Vielleicht ist das jedoch auch einfach nur Gewöhnungssache.
Wie klingen die Preamps des Pultes?
Dank meines Triton Audio Fetheads muss ich den Preamp des Pultes nicht übermäßig weit aufdrehen, um mit meinem Shure SM7B auf einen Pegel von etwa -5 dB zu kommen. Und siehe da: Der Stimmklang macht bereits so eine gute Figur. Mit einer leichten 1:4-Kompression, einem Low-Cut bei 100 Hz und einer dezenten Höhenanhebung erreiche ich schnell ein amtliches Soundergebnis.

Für einen Preis von unter 600 Euro sollte man natürlich keine High-End-Preamps erwarten. Entsprechend ist ein leichtes Grundrauschen durchaus wahrnehmbar, was in der Praxis jedoch nicht wirklich stört – vorausgesetzt, man komprimiert das Signal nicht tot. Was im Kompressor-Modul fehlt, ist eine Make-up-Gain-Option. Dennoch: Für Anfänger ist das Pult klanglich absolut brauchbar.
Welche Effekte bietet das Alto Professional TMD16?
Um diese zu testen, schicke ich eine bereits aufgenommene Gitarre durch einen Amp und von dort ins Pult. Ein paar der 16 verfügbaren Effektoptionen habe ich für euch aufgenommen – diese findet ihr in den Soundbeispielen.
Auch die Effekte lassen sich in ihren Parametern anpassen: Modulations-Effekte in Rate und Frequenz, zeitbasierte Effekte über Decay (in ms) und Tone. Hier finden wir verschiedene Reverb-Varianten von „Small Room“ bis „Large Hall“ sowie diverse Delays und Chorus-Optionen.


Klanglich können diese vielleicht nicht mit den großen Industrieflaggschiffen mithalten, sind aber durchaus brauchbar. Da das TMD16 lediglich über eine einzige FX-Engine verfügt, ist die Flexibilität zwar eingeschränkt, dafür wird niemand überfordert. Für Proberaum-Mitschnitte oder simple Live-Jobs kleinerer Besetzungen reicht das allemal.
Wie lässt sich mit dem Alto Professional TMD16 aufnehmen?
Das TMD16 kann über eine der beiden USB-Buchsen auf der Rückseite mit dem Computer verbunden und als simples Interface genutzt werden. Jedoch beschränkt sich der Funktionsumfang auf zwei Inputs und zwei Outputs. Im Klartext heißt das: Es lassen sich lediglich Summen-Recordings anfertigen; Multichannel-Aufnahmen der Einzelspuren sind nicht möglich.

Ist der Rechner verbunden, kann man Kanal 16 des TMD16 mit dem Computer-Sound speisen, anstatt die Aux-Buchse auf der Rückseite zu nutzen. Ähnlich verhält es sich mit den Kanälen 13 und 14, die statt der Cinch-Eingänge auch das Bluetooth-Signal regeln können. Das Pairing erfolgt im entsprechenden Setup-Menü und geht schnell von der Hand.
Alto Professional TMD16 – mögliche Alternativen
| Alto Professional TMD16 | Behringer XAir18 | Allen & Heath QU-5 | |
| Preis | 558,- € | 365,- € | 1939,- € |
| Mono Ins | 10 | 16/18 | 32 |
| Stereo Ins | 3 | 1 | 2 |
| Gewicht | 4,7 Kg | 3,2 Kg | 10 Kg |
| Touchscreen | nein | nein | ja |
| USB-Interface | Stereo-Summe | Multichannel In/Out | Multichannel In/Out |
| In-Channels | 16 | 18 | 16 |
| Outputs | 10x XLR, 2x Klinke | 8x XLR | 12x XLR, 2x Klinke |
| Combo-Inputs | ja | ja | ja |
| FX-Engines | 1 | 4 | 6 |
| Erweiterbar | nein | nein | ja |

























