Der kalifornische Hersteller AEA hat sich vor allem mit seinen hervorragenden Bändchen-Mikros einen Namen gemacht. Das Portfolio wurde zunächst um passende Mikrofon-Vorverstärker erweitert, es folgten DI-Boxen, jetzt gibt es auch den ersten Kompressor aus dem Hause AEA. Im Test will ich wissen, was der „kleine Graue“ kann.

- Verarbeitung und Komponenten auf höchstem Niveau
- transparenter, sehr guter Klang
- hervorragendes Transienten-Handling
- leichte, intuitive Bedienung
- nur drei feste Presets für Kombination von Attack und Release
- Preis entspricht Fertigungsqualität, angesichts des Gebotenen aber etwas hoch

AEA 1029 Stereo VCA Kompressor FAQs
Was ist der AEA 1029 Stereo VCA Kompressor?
Der AEA 1029 ist ein Stereo-Kompressor in „Feed forward“ VCA-Technik im kleinen 9,5“-Format.
Was ist das Besondere am AEA 1029?
Er ist der erste Kompressor überhaupt aus dem Hause AEA. Er wurde von Fred Forssell entworfen und basiert auf einer diskreten Schaltung mit THAT 4035-Chips und eigens entwickelten Op-Amps.
Was ist das Besondere an Hersteller AEA?
AEA sind weltbekannt für hochwertige Bändchen-Mikrofone, die oft auf den Designs des legendären Herstellers RCA basieren, dessen Service sie vor genau 50 Jahren übernahmen.
Was ist das Produktversprechen des AEA 1029?
Laut Hersteller liefert der AEA 1029 eine so saubere und transparente Kompression, dass man ihn „hören muss, um es zu glauben“
Was sagt der Test?
Der AEA 1029 hält, was AEA versprechen – revolutioniert aber keinesfalls das Gebiet der VCA-Kompression. Das abgespeckte Featureset ist gut durchdacht, bringt aber logischerweise auch Kompromisse mit sich.
Vertrautes AEA-Design
Wie der TRP-3 Preamp aus gleichem Hause kommt der 1AEA 029 im handlichen grauen 9,5“ Metall-Gehäuse daher und verwendet ein externes Netzteil mit 5-Pin-Anschluss. Auch das optische Design, die hochwertigen Schalter und Aluminium-Regler wurden vom Kollegen übernommen. Das Gerät atmet Klasse, keine Frage. Übrigens befindet sich ein gedrucktes Manual im Karton, heute ja nicht mehr selbstverständlich.

Keine Überraschungen auf der Front
Die Bedienelemente gestalten sich übersichtlich: Links können drei feste Regelzeit-Kombinationen ausgewählt werden, daneben gibt es nicht gerasterte Regler für Threshold (-20 dBu bis +20 dBu), Ratio (1:1 bis Limit), Makeup Gain (0 dB bis +20 dB) und Dry/Wet für Parallelkompression. Rechts noch ein True Bypass, LED-Meter für Pegelreduktion, Input und Output sowie ein Power-Schalter mit Status-LED. Hinten geht es ähnlich übersichtlich zu: Per XLR geht’s links und rechts rein und raus, 5-Pol-Netzteil-Anschluss, fertig.

Hier gibt es nichts zu sehen: Ein- und Ausgänge per XLR und der 5-Pol-Anschluss für das Netzteil – und das Qualitätssiegel „Made in Pasadena, California“
Ein Saubermann mit besten Komponenten
AEA bewerben den 1029 als „ultra-sauberen“ Kompressor, den man „hören muss, um es zu glauben.“ Derlei Marketing-Geschwurbel hat der Hersteller bei seiner Reputation eigentlich gar nicht nötig, aber sei’s drum. Der 1029 verwendet 4035-Chips von THAT (dessen Chips u.a. auch in den Klassikern SSL Bus Compressor und API 2500 verbaut sind), die für extrem geringe Verzerrung bekannt sind. Ihr spannungsgesteuertes Signal wird von Op-Amps verarbeitet, die wie die gesamte (rechtlich geschützte) Schaltung eigens vom amerikanischen Audio-Guru Fred Forssell designt wurden.



