Mit dem Tech 21 SansAmp Marty Friedman schneidern die Pedalspezialisten aus New York City dem ehemaligen Megadeth-Gitarristen ein Signature-Pedal auf den Leib. Gleichzeitig markiert das Gerät einen deutlichen Kurswechsel für den ansonsten für analoge Amp- und Cab-Simulationen bekannten Hersteller, denn der Testkandidat setzt erstmals konsequent auf digitale Technik und bietet eine Preset-Speicherfunktion. Das Pedal lässt sich sowohl klassisch als Preamp vor der Endstufe als auch direkt ins Mischpult oder Audio-Interface spielen. Zur umfangreichen Ausstattung zählen unter anderem ein FX-Loop, ein integrierter Reverb, ein Stimmgerät und ein spezieller Mid-Range-Filter.

- Sounds von Clean bis Metal
- sehr flexibel
- intuitive Bedienung
- roadtaugliche Verarbeitung
- Editor nur via MIDI zugänglich

Das ist die Ausstattung des Tech 21 SansAmp Marty Friedman
Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman steckt in einem robusten, verchromten Metallgehäuse mit den Abmessungen 190,50 × 133,35 × 50,80 mm. Auf der Oberseite versammeln sich alle Bedienelemente: Level und Drive kümmern sich um Lautstärke und Zerrgrad und ein Dreiband-EQ, bestehend aus Low-, Mid- und High-Reglern, dient der Klangformung. Ergänzt wird das Tonestack durch einen speziellen Mittenfilter.
Zusätzlich stehen ein Noise-Gate und ein Reverb zur Verfügung, deren Intensität jeweils über die entsprechenden Regler eingestellt wird. Presets lassen sich per Save-Button auf einem der 128 Speicherplätze ablegen und über drei Fußschalter abrufen. Ein vierter aktiviert wahlweise das Stimmgerät oder den Mittenfilter.
Die Konnektivität des Tech 21 SansAmp Marty Friedman fällt sehr üppig aus
Die Anschlüsse befinden sich an den Seiten des Pedals: Links sitzt ein symmetrischer XLR-Ausgang samt Ground-Lift-Schalter zur Brummunterdrückung. Stirnseitig finden sich Ein- und Ausgang sowie ein Mono-FX-Loop im 6,3-mm-Klinkenformat. Dazu ein Boost-Button, der das Ausgangssignal um bis zu 10 dB anhebt. Darüber hinaus verfügt das Pedal über MIDI-In und -Out im Miniklinkenformat sowie einen Anschluss für das optionale Netzteil mit 9 Volt und 200 mA. Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.
Die Bedienung des Tech 21 SansAmp Marty Friedman ist sehr „amp-like“
Trotz der digitalen Auslegung des Pedals wirkt die Bedienung aufgrund der physikalischen Potis doch sehr klassisch. Man stellt an den Potis den gewünschten Sound ein und speichert ihn auf einem der 128 Preset-Slots – fertig. Presets können natürlich auch verschoben oder kopiert werden. Zum Anwählen der Voreinstellungen bietet der Tech 21 SansAmp Marty Friedman zwei Optionen: Im Performance-Mode schalten die drei hinteren Fußschalter die Presets 1, 2 und 3. Im Studio-Mode hingegen steppt man mit den beiden äußeren Fußschaltern durch die Voreinstellungen. Mit dem mittleren Fußschalter sucht man ein Preset, ohne es gleich zu aktivieren.

Der Editor zeigt das komplette Potenzial des SansAmp Marty Friedman
Tech 21 stellt auch einen Editor bereit, über den tiefere Eingriffe in den Sound oder auch der Wechsel der Impulsantworten für die Speaker-Simulation möglich sind. Hier zeigt sich, dass in dem kleinen Kästchen doch deutlich mehr Flexibilität und Auswahl an Grundsounds steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Allerdings erfolgt der Anschluss hier über MIDI, wozu ein zusätzlicher Typ-A-Klinken-MIDI-Adapter und ein MIDI-fähiges Interface bzw. Adapter notwendig sind. Schade, dass man hier nicht auf die gebräuchlichere USB-Lösung gesetzt hat. Für den Test habe ich die Software in der Version 1.1 (BETA) genutzt.


