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Tech 21 SansAmp Marty Friedman – Liefert das Pedal den authentischen Marty-Friedman-Sound?

Mit dem Tech 21 SansAmp Marty Friedman schneidern die Pedalspezialisten aus New York City dem ehemaligen Megadeth-Gitarristen ein Signature-Pedal auf den Leib. Gleichzeitig markiert das Gerät einen deutlichen Kurswechsel für den ansonsten für analoge Amp- und Cab-Simulationen bekannten Hersteller, denn der Testkandidat setzt erstmals konsequent auf digitale Technik und bietet eine Preset-Speicherfunktion. Das Pedal lässt sich sowohl klassisch als Preamp vor der Endstufe als auch direkt ins Mischpult oder Audio-Interface spielen. Zur umfangreichen Ausstattung zählen unter anderem ein FX-Loop, ein integrierter Reverb, ein Stimmgerät und ein spezieller Mid-Range-Filter. 

Tech 21 SansAmp Marty Friedman Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Sounds von Clean bis Metal
  • sehr flexibel
  • intuitive Bedienung
  • roadtaugliche Verarbeitung
Contra
  • Editor nur via MIDI zugänglich
Artikelbild
Tech 21 SansAmp Marty Friedman – Liefert das Pedal den authentischen Marty-Friedman-Sound?
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Tech 21 SansAmp Marty Friedman – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der SansAmp Marty Friedman? Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman ist ein digitaler Amp-Modeler im Stompbox-Format, maßgeschneidert auf den Ex-Megadeth-Gitarristen Marty Friedman.
  • Welche Features werden geboten? Das Pedal verfügt über Regler für Drive, Low, Mid, High, Reverb, Level, Gate und Filter, ein Noise-Gate sowie ein Stimmgerät. Voreinstellungen können auf 128 Preset-Slots gespeichert werden.
  • Gibt es einen Editor? Das Marty-Friedman-Signature-Pedal kann via MIDI an einen Editor angebunden und eingestellt werden. Eigene Speaker-IRs sind aufspielbar.
  • Fazit: Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman zeigt sich als extrem vielseitiger und gut klingender Preamp im kompakten Format.

Das ist die Ausstattung des Tech 21 SansAmp Marty Friedman

Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman steckt in einem robusten, verchromten Metallgehäuse mit den Abmessungen 190,50 × 133,35 × 50,80 mm. Auf der Oberseite versammeln sich alle Bedienelemente: Level und Drive kümmern sich um Lautstärke und Zerrgrad und ein Dreiband-EQ, bestehend aus Low-, Mid- und High-Reglern, dient der Klangformung. Ergänzt wird das Tonestack durch einen speziellen Mittenfilter. 

Zusätzlich stehen ein Noise-Gate und ein Reverb zur Verfügung, deren Intensität jeweils über die entsprechenden Regler eingestellt wird. Presets lassen sich per Save-Button auf einem der 128 Speicherplätze ablegen und über drei Fußschalter abrufen. Ein vierter aktiviert wahlweise das Stimmgerät oder den Mittenfilter. 

Fotostrecke: 5 Bilder Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman ist ein digitaler Amp-Modeler im Stompbox-Format.

Die Konnektivität des Tech 21 SansAmp Marty Friedman fällt sehr üppig aus

Die Anschlüsse befinden sich an den Seiten des Pedals: Links sitzt ein symmetrischer XLR-Ausgang samt Ground-Lift-Schalter zur Brummunterdrückung. Stirnseitig finden sich Ein- und Ausgang sowie ein Mono-FX-Loop im 6,3-mm-Klinkenformat. Dazu ein Boost-Button, der das Ausgangssignal um bis zu 10 dB anhebt. Darüber hinaus verfügt das Pedal über MIDI-In und -Out im Miniklinkenformat sowie einen Anschluss für das optionale Netzteil mit 9 Volt und 200 mA. Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.

Die Bedienung des Tech 21 SansAmp Marty Friedman ist sehr „amp-like“

Trotz der digitalen Auslegung des Pedals wirkt die Bedienung aufgrund der physikalischen Potis doch sehr klassisch. Man stellt an den Potis den gewünschten Sound ein und speichert ihn auf einem der 128 Preset-Slots – fertig. Presets können natürlich auch verschoben oder kopiert werden. Zum Anwählen der Voreinstellungen bietet der Tech 21 SansAmp Marty Friedman zwei Optionen: Im Performance-Mode schalten die drei hinteren Fußschalter die Presets 1, 2 und 3. Im Studio-Mode hingegen steppt man mit den beiden äußeren Fußschaltern durch die Voreinstellungen. Mit dem mittleren Fußschalter sucht man ein Preset, ohne es gleich zu aktivieren. 

 Der Blick auf die Anschlüsse an der Stirnseite.
Der Blick auf die Anschlüsse an der Stirnseite.

Der Editor zeigt das komplette Potenzial des SansAmp Marty Friedman

Tech 21 stellt auch einen Editor bereit, über den tiefere Eingriffe in den Sound oder auch der Wechsel der Impulsantworten für die Speaker-Simulation möglich sind. Hier zeigt sich, dass in dem kleinen Kästchen doch deutlich mehr Flexibilität und Auswahl an Grundsounds steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.

Fotostrecke: 3 Bilder Tech 21 stellt auch einen Editor bereit.

Allerdings erfolgt der Anschluss hier über MIDI, wozu ein zusätzlicher Typ-A-Klinken-MIDI-Adapter und ein MIDI-fähiges Interface bzw. Adapter notwendig sind. Schade, dass man hier nicht auf die gebräuchlichere USB-Lösung gesetzt hat. Für den Test habe ich die Software in der Version 1.1 (BETA) genutzt.  

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So werden die Klangbeispiele des Tech 21 SansAmp Marty Friedman in der Praxis aufgezeichnet

Für die Soundfiles verbinde ich das Pedal direkt mit meinem Audio-Interface, eine RME Fireface UFX. Zum Überprüfen des Sounds vor einem realen Amp geht es in den Return eines Peavey 5150 und von dort in die Impulse-Response eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Die verwendeten Gitarren werden jeweils angegeben.

So klingt der Tech 21 SansAmp Marty Friedman direkt ins Audio-Interface

Zunächst widme ich mich einigen der Werkspresets. Diese sind äußerst praxisorientiert programmiert und decken eine beeindruckende Bandbreite an Sounds für nahezu jede erdenkliche Stilrichtung ab. Wer bei diesem Pedal ausschließlich an „Metal“ denkt, wird schnell eines Besseren belehrt: Glasklare Cleansounds und überzeugende Low-Gain-Crunch-Varianten sind hier ebenso problemlos realisierbar wie brachiale High-Gain-Eskapaden. Verantwortlich dafür ist vor allem die umfangreiche Amp-Sektion des Tech 21 SansAmp Marty Friedman, der insgesamt zehn unterschiedliche Amp-Modelle unter der Haube vereint:

  • Blonde
  • Tweed
  • Liverpool
  • Top Boost
  • British
  • Plexi
  • Cali Classic
  • Cali Metal
  • Boutique A
  • Boutique B

Diese lassen sich zwar nur über den Editor frei auswählen, doch auch ohne Rechneranbindung bleiben alle Modelle zugänglich: Dazu wählt man einfach ein Preset mit dem gewünschten Amp-Typ, passt es entsprechend an und speichert es neu ab. Die Regler reagieren dabei ausgesprochen feinfühlig und ermöglichen einen großen Spielraum bei der Klanggestaltung. Insgesamt erweist sich das Marty-Friedman-Pedal als extrem flexibel, sodass es schwerfällt, es auf bestimmte Stilrichtungen festzulegen. Zusätzlich tragen die über den Editor austauschbaren und frei belegbaren Cabinet-Slots maßgeblich zur außergewöhnlichen Vielseitigkeit des Pedals bei.

Analoges Spielgefühl trotz digitaler Bauweise?

Das Spielgefühl des Tech 21 SansAmp Marty Friedman überzeugt auf ganzer Linie und lässt einen schnell vergessen, dass es sich bei ihm um einen digitalen Modeler handelt. Die Ansprache ist unmittelbar und direkt, während die Dynamik insbesondere im Low- bis Mid-Gain-Bereich absolut vorbildlich ausfällt. Abgerundet wird die üppige Ausstattung des kompakten Pedals durch die integrierte, rudimentäre Effektsektion. Im Editor stehen verschiedene Reverb-Varianten zur Verfügung, darunter auch Ausführungen mit Modulation oder in Kombination mit einem Echo. Ergänzt wird das Ganze durch einen per Fußschalter aktivierbaren Filter, der wahlweise die Mitten anhebt oder auch Auto-Wah-artige Effekte realisieren kann.

Audio Samples
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Marty Presets 01 – Stratocaster Marty Presets 03 – Les Paul Marty Presets 04 – Les Paul Clean – Stratocaster Crunch – Stratocaster Dynapick – Les Paul Filter – Les Paul Eigene IR – Les Paul High Gain – Les Paul Lead – Les Paul

So klingt der Tech 21 SansAmp Marty Friedman vor einem Amp

Auch mit einem Röhren-Amp verträgt sich der Tech 21 SansAmp Marty Friedman relativ gut, wenn man den Ausgangspegel entsprechend anpasst. Im Editor habe ich für diesen Zweck natürlich die Cab-Simulation deaktiviert.

Audio Samples
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In Amp Return – Clean – Les Paul In Amp Return – Crunch – Les Paul
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Fazit

Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman präsentiert sich als hervorragend verarbeitetes, äußerst vielseitiges Kompaktpedal. Das Spielgefühl ist für einen digitalen Modeler überraschend direkt und die Sounds trumpfen mit einer herrlichen Dynamik. Besonders überzeugt hat mich die klangliche Bandbreite, die weit über typische Marty-Friedman-Sounds hinausreicht. Dank der unterschiedlichen Amp-Modelle, Cabinets und des sehr feinfühligen EQs lassen sich mühelos sämtliche Klangfarben realisieren – von glasklaren Cleansounds über Blues und Classic Rock bis hin zu druckvollem Metal. Ergänzt wird das Ganze durch eine praxisnahe Effektsektion, die im Alltag kaum Wünsche offen lässt und neben Noise-Gate, Filter und Reverb sogar modulierende Hallvarianten sowie ein Echo bereithält.

Kritisch anzumerken ist allerdings, dass der Editor ausschließlich über MIDI erreichbar ist, was ein zusätzliches Klinken-MIDI-Kabel sowie ein MIDI-fähiges Interface bzw. einen MIDI-USB-Adapter erfordert. Dank der Vielzahl an Presets erhält man jedoch auch ohne Editor direkten Zugriff auf die unterschiedlichen Amp-Variationen. Wer einen kompakten und vielseitigen Amp-Modeler sucht, der problemlos in jedes Gigbag passt und dabei klanglich überzeugt, wird hier definitiv fündig.

Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman überzeugt als Modeling-Lösung mit Fokus auf Flexibilität und platzsparendes Design.
Der Tech 21 SansAmp Marty Friedman überzeugt als Modeling-Lösung mit Fokus auf Flexibilität und platzsparendes Design.
  • Hersteller: Tech 21
  • Name: SansAmp Marty Friedman
  • Type: Amp-Modeler im Pedalformat
  • Herstellungsland: USA
  • Regler: Drive, Low, Mid, High, Reverb, Level, Gate, Filter
  • Schalter: 3x Preset Fußschalter, 1x Filter/Tuner Fußschalter, Save-Button, GND-Lift, 10 dB Boost
  • Anschlüsse: In- & Output, Send/Return (je 6,3 mm Klinke), Output (XLR), Midi In & Out (Miniklinke), Netzteileingang (9 V)
  • True Bypass: nein
  • Batteriebetrieb: nein
  • Stromaufnahme: 200 mA bei 9 V
  • Abmessungen (L x B x H): 190,50 × 133,35 × 50,80 mm
  • Gewicht: 683 g
  • Ladenpreis: 489,00 Euro (Januar 2026)

Herstellerseite: https://www.tech21nyc.com

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