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the t.bone Stereobar 1 Pro & 2 Pro Test

Praxis

Die Gewichtsproblematik lässt sich nicht leugnen. Während die kleinere the t.bone Stereobar 2 Pro bestückt mit zwei leichten Kleinmembran-Kondensatormikrofonen noch vergleichsweise stabil auf einem herkömmlichen Mikrofonstativ aufsitzt, wird die ganze Sache bei dem the t.bone Stereobar 1 Pro schlichtweg zu instabil und erfordert ein größeres Stativ, vorzugsweise mit einem Gegengewicht am Galgen. In meinem Tonstudio haben wir solche Stative, die zudem dank ihrem größeren 3/8-Zoll-Gewinde sofort mit den Kandidaten harmonieren. Die Mindestanforderung sollte ein K&M 21430 Stativ erfüllen. Kommen vier schwere Großmembranmikrofone zum Einsatz, darf es sogar noch eine Nummer fetter sein. Besonders wenn der Stativarm weit ausgezogen wird. Das kommt in der Praxis durchaus häufiger vor.
Tipp: Ihr wollt einen Chor oder ein Orchester aufnehmen und seid euch nicht sicher, wie man ein ordentliches Ergebnis erzielen kann? Was im Grunde immer funktioniert, ist eine Stereoaufnahme im AB- oder ORTF-Verfahren. Dabei steht das Stativ hinter dem Dirigenten. Das Stativ wird so weit ausgefahren, bis die Mikrofone über Kopfhöhe des Dirigenten platziert sind und in Richtung Chor oder Orchester zeigen. Die Idee dahinter ist, dass die Mikrofone im Grunde den Höreindruck des Dirigenten einfangen. Dabei macht ein einzelnes Stativ mit einer Stereoschiene natürlich einen unauffälligeren Eindruck als zwei Stative mit einzelnen Mikrofonen 
Für den Praxis-Test habe ich die the t.bone Stereobars an einem Studioflügel ausprobiert. Die Schienen sind sehr massiv und die Verschlüsse halten gut, wenn man etwas Kraft aufwendet. Wovon man sich verabschieden kann, ist die Idee, die Einrichtung mit einer Hand vorzunehmen. Man benötigt beide Hände, um die Mikrofone exakt auszurichten. Die Markierungen an den Mikrofonschienen erweisen sich dabei als äußerst hilfreich. 
Hat man eine gute Position gefunden, lässt sich diese anhand der eingravierten Zahlen recht sicher wiederherstellen. Sowohl die Mikrofonhalter als auch der Neige-/Ausrichtmechanismus lassen sich über große, geriffelte Feststellschrauben sicher arretieren. Das ist wichtig, denn je nach Mikrofontyp und Hersteller haben die the t.bone Stereobars die Verantwortung über ein kleines Mikrofon-Vermögen.

Fotostrecke: 5 Bilder Die the t.bone Stereobar 2 Pro ist für Stereo-Aufnahmen ideal

Daher ist die zupackende Mechanik der Kandidaten besonders begrüßenswert. Auch der Mikrofon-Tannenbaum mit vier Großmembran-Schallwandlern bringt die t.bone-Mikrofonschiene nicht ins Schwitzen. Die Mikros sitzen fest und lassen sich zudem genau nach Wunsch ausrichten. Bei dem moderaten Preis der Testkandidaten hätte ich eine solch solide Vorstellung nicht unbedingt erwartet. Wie bereits erwähnt, ist Gesamtstabilität der Konstruktion auch maßgeblich von dem verwendeten Stativ abhängig. Bevor man schwergewichtige Mikrofonschätze anschraubt, sollte man sicherheitshalber auf ein massives Stativ mit Gegengewicht zurückgreifen. Dann steht einer erfolgreichen Aufnahme-Session nichts im Wege.

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Stephan sagt:

#1 - 15.05.2021 um 16:48 Uhr

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Hallo Christian,danke für den Test und nur eine kleine Ergänzung: NOS-Stereo sollte auch mit der kleineren Schiene problemlos möglich sein, weil die Mikros dabei um jeweils 45° nach außen gewinkelt werden müssen, so dass zumindest bei Kleinmembranern immer noch ein paar Zentimeter mehr herausspringen (Kapsel zu Kapsel).Dagegen scheint mir die größere Schiene mit 64cm irgendwie etwas knapp für AB. Wenn man z. B. mal ein bisschen mit der kostenfreien Neumann-App die verschiedenen Parameter für AB-Mikrofonierung durchspielt, kommt man häufig auf mehr als 70cm. Die große K&M-Schiene ist sicher auch deshalb 85cm breit. Aber das ist natürlich eh sehr wackelig. Ich würde da eher zwei Stative nutzen.Stephan

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