Test: Tone King Royalist Tri-Tube Preamp – Drei Marshall-Generationen fürs Floorboard 

Mit dem Tone King Royalist Preamp Pedal packt der US-Hersteller den Sound seines Royalist-Amps in ein kompaktes Bodentreter-Format. Die Vorlage fußt auf den wohl drei bedeutendsten Marshall-Modellen: dem JTM45, dem Plexi und dem 70er Super Lead. Zwei Kanäle, ein Reverb und drei schaltbare Speaker-IRs vervollständigen das Paket.

Test: Tone King Royalist Preamp Pedal
Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • authentische, klassische Marshall-Sounds
  • hervorragende Ansprache und Dynamik
  • flexibel von clean bis Medium-Gain
  • gute Werks-IRs, eigene IRs möglich
  • umfangreiche Konnektivität
  • ausgezeichnete Pedalplattform
Contra
  • keins
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Test: Tone King Royalist Tri-Tube Preamp – Drei Marshall-Generationen fürs Floorboard 
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Tone King Royalist Preamp Pedal – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Tone King Royalist Preamp Pedal? Das Royalist Preamp-Pedal ist ein zweikanaliger Röhrenvorverstärker mit Reverb und einer wählbaren, IR-basierten Speaker-Simulation.
  • Welche klassischen Vorbilder stecken im Tone King Royalist? Gleich drei klassische Marshall-Generationen werden hier abgedeckt: ein 64er JTM45, ein 67er Plexi sowie ein Super Lead von 1970.
  • Worin unterscheiden sich die beiden Kanäle? Obwohl sich Poti-Anordnung und grundlegender Klangcharakter der beiden Kanäle ähneln, setzt Kanal 1 auf ein klassisches Tone-Stack, während Kanal 2 eine spätere britische Variante zum Vorbild hat.
  • Die wichtigsten Features des Tone King Royalist Preamp-Pedals Der Vorverstärker stellt für jeden Kanal separate Regler für Reverb, Attenuation, Treble, Middle, Bass und Volume bereit. Ergänzt wird die Ausstattung durch Mode-, Fat- und Cab-Schalter. Zusätzlich verfügt das Pedal über einen FX-Loop, umfangreiche Anschlussoptionen zur Integration eines externen Verstärkers sowie einen Stereo-XLR-Ausgang.
  • Was bietet die Editorsoftware? Über den Editor lassen sich zwar keine Regler-Parameter anpassen, dafür stellt er 20 Speaker-IRs bereit und ermöglicht das Laden eigener Impulsantworten. Außerdem bietet er globale Einstellungen sowie MIDI-Optionen.
  • Was sagt der Test? Das Royalist Preamp-Pedal fängt den Marshall-Charakter authentisch ein und trumpft dabei mit hoher Flexibilität, sagenhaftem Spielgefühl und hervorragendem Klang.

Das Tone King Royalist Preamp Pedal punktet mit kompakten Maßen

Der Tone King Royalist Preamp steckt in einem robusten Metallgehäuse mit den Abmessungen 183 × 147 × 70 mm (B × L × H) und orientiert sich damit am Formfaktor des Imperial-Pedals sowie der Friedman-IR-Serie. Die drei Fußschalter dienen zum Aktivieren des Pedals, zum Ein- und Ausschalten des Reverbs sowie zum Kanalwechsel. Über ihre Zweitfunktionen lassen sich zudem Presets speichern und die Speaker-Simulation deaktivieren.

Die Bedienung gestaltet sich sehr übersichtlich

Auf der Oberseite sind die Bedienelemente übersichtlich angeordnet: Pro Kanal stehen jeweils Regler für Reverb, Treble, Middle, Bass, Volume und Attenuation zur Verfügung. Volume und Attenuation arbeiten dabei Hand in Hand, denn während der Volume-Regler sowohl den Zerrgrad als auch die Lautstärke bestimmt, lässt sich letztere über Attenuation wieder entsprechend zurücknehmen. Ergänzt wird das Layout pro Kanal durch einen dreistufigen Cab- und Mode-Switch sowie einen zweistufigen Fat-Schalter.

Fotostrecke: 6 Bilder Vereint gleich drei Marshall-Generationen in einem Pedalgehäuse,…

Tone King Royalist Preamp Pedal: Maximale Anschlussvielfalt im Pedalformat

Das Royalist-Pedal zeigt sich äußerst großzügig bei den Anschlussmöglichkeiten. Neben dem Instrumenteneingang stehen ein Stereo-FX-Loop, ein Kopfhörerausgang, MIDI-In sowie ein Stereo-XLR-Out bereit. Für den Betrieb mit einem Verstärker hat Tone King zudem die Anschlüsse „To Amp In“, „From Amp Send“ und „To Amp Return“ spendiert. Gegen mögliche Brummschleifen hilft ein integrierter Ground-Lift. Abgerundet wird das Paket durch einen USB-C-Port sowie den Anschluss für das im Lieferumfang enthaltene Netzteil.

Speaker-IRs, Filter und Feintuning per Software

Fotostrecke: 2 Bilder Der Editor bietet Zugriff auf zusätzliche Funktionen,…

Über den USB-Port lässt sich der Royalist mit einem Computer verbinden, wodurch der Editor Zugriff auf zusätzliche Funktionen eröffnet, die direkt am Gerät nicht verfügbar sind. So stehen hier 20 Speaker-IRs zur Auswahl, zudem können eigene Impulsantworten importiert werden. Darüber hinaus sind pro Kanal ein Low- und ein High-Pass-Filter integriert, während die HF-Comp-Funktion den Höhenverlust bei weit aufgedrehtem Attenuator ausgleicht.


So wird das Tone King Royalist Preamp Pedal getestet 

Für die Soundfiles speise ich den Tone King Royalist zunächst mit aktivierter Cab-Simulation direkt in mein Audio-Interface, ein RME Fireface UFX. Im weiteren Verlauf kommt das Pedal im Return eines Peavey 5150 zum Einsatz, der über die IR einer 4×12″-Box mit Celestion PreRola Greenbacks läuft. Die verwendeten Gitarren werden angegeben.

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Der erste Kanal bietet klassische Brit-Sounds von Clean bis Mid-Gain

Das Royalist Preamp Pedal überzeugt mit einer bemerkenswert großen klanglichen Bandbreite. Im 1964-Modus lassen sich bei Volume-Einstellungen unterhalb der 11-Uhr-Position sagenhafte Cleans realisieren, die sich durch gute Durchsetzungskraft und einen authentischen Charakter auszeichnen. Dabei zeigt sich der Sound als tolle Pedalplattform, auf der Overdrives ganz hervorragend mit dem Royalist harmonieren. Die beiden weiteren Modi bieten einen leicht erhöhten Gain-Anteil und rücken klanglich näher an das britische „Brezeln“ heran. Sowohl angezerrte Break-up-Sounds als auch Classic-Rock- und moderate Mid-Gain-Gefilde werden überzeugend abgedeckt. 

Das Spielgefühl ist ausgesprochen „amp-like“ und interagiert mit einer direkten, dynamischen Ansprache. Spielnuancen werden sauber umgesetzt und auch das Arbeiten mit dem Volume-Regler der Gitarre funktioniert sehr differenziert. Die integrierten Cab-Simulationen sind praxisgerecht gewählt, wobei mich vor allem Cab 1 und Cab 3 ansprechen. Der Fat-Schalter ergänzt das Klangspektrum sinnvoll, da er – insbesondere mit Single-Coils – für ein spürbar dichteres Fundament sorgt. 

Audio Samples
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Channel 1 – Clean – Stratocaster Channel 1 – Break Up – Stratocaster Channel 1 – Medium Gain – Stratocaster Channel 1 – Mode Switch – Les Paul Channel 1 – Cab Switch – Les Paul Channel 1 – Pedal Check – Stratocaster
Test: Tone King Royalist Preamp Pedal

Der zweite Kanal steht für mittenstarkes British-Voicing mit Vintage-DNA

Während sich der erste Kanal des Royalist-Pedals an einem klassischen Tone-Stack im Stil früher JTM45- oder Bassman-Modelle orientiert, basiert der zweite Kanal auf einer späteren britischen Auslegung. Die Grundcharaktere liegen nicht weit auseinander, dennoch präsentiert sich Kanal 2 mit etwas stärker ausgeprägten Mitten und einem minimal schlankeren Bassfundament. 

Klanglich bleibt das Spektrum ebenso breit gefächert: Von Cleansounds bis hin zu moderatem 80s-Rock deckt auch dieser Kanal zahlreiche Nuancen souverän ab. Eine moderne High-Gain-Ausrichtung verfolgt der Royalist jedoch nicht – hier bewegt sich alles in der klassischen Marshall-Welt der 60er- und 70er-Jahre. Beim Aufdrehen des Volume-Reglers steigt neben dem Gain auch die Ausgangslautstärke an. Diese lässt sich jedoch über den Attenuator-Regler ohne nennenswerte klangliche Einbußen wirkungsvoll ausgleichen. 

Audio Samples
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Channel 2 – Dirty – Stratocaster Channel 2 – Medium Gain – Les Paul Channel 2 – Dynapick – Les Paul Channel 2 – Lead Sound – Les Paul Channel Comparison 1 vs. 2 – Les Paul

Wie präsentiert sich das Tone King Royalist Preamp Pedal am echten Amp?

Die umfangreiche Konnektivität des Tone King Royalist Preamp Pedals prädestiniert ihn auch für den Einsatz mit Vollverstärkern. Ob über die Drei-Kabel-Methode, um einem Amp zwei zusätzliche Kanäle zu spendieren, oder direkt in die Endstufe – beides funktioniert problemlos. Im Return meines 5150 liefert das Pedal druckvolle Sounds mit sattem Fundament und Tiefgang.

Audio Samples
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Amp – Kanal 1 – Clean – Les Paul Amp – Kanal 2 – Medium Gain – Les Paul

Fazit

Das Tone King Royalist Preamp-Pedal liefert britisches Flair in Reinform – sauber verarbeitet, zweikanalig ausgelegt und klanglich klar im Marshall-Kosmos der 60er- und 70er-Jahre verortet. Das Spektrum reicht von klaren, durchsetzungsstarken Cleansounds bis zu kernigem Classic-Rock und druckvollem Medium-Gain. Für modernes High-Gain braucht es zusätzliche Unterstützung, doch dank der ausgeprägten Pedalfreundlichkeit funktioniert das Zusammenspiel mit Verzerren problemlos. 

Das Spielgefühl des Royalist-Pedals ist extrem „amp-like“, dynamisch, direkt und sensibel im Umgang mit Anschlag und Volume-Poti. Die Cab-Simulationen sind authentisch ausgewählt und sollte das nicht ausreichen, stehen im Editor weitere Optionen bereit. Zwei leicht unterschiedlich abgestimmte Kanäle und vielseitige Anschlussmöglichkeiten sorgen zusätzlich für ein hohes Maß an Flexibilität. Freunde des klassischen Marshall-Sounds bekommen hier ein exzellentes Pedal mit großer Vielseitigkeit, bester Klangqualität und umfangreicher Konnektivität. 

Zwei Kanäle, Cab-Sims und hohe Konnektivität: Der Royalist Preamp zeigt sich im Test vielseitig und erstaunlich „amp-like“.
Zwei Kanäle, Cab-Sims und hohe Konnektivität: Der Royalist Preamp zeigt sich im Test vielseitig und erstaunlich „amp-like“.
  • Hersteller: Tone King
  • Name: Royalist Preamp Pedal
  • Type: zweikanaliger Preamp mit Speaker-Simulation
  • Herstellungsland: China
  • Regler: 2x Reverb, Attenuation, Treble, Middle, Bass, Volume
  • Schalter: 3x Fußschalter (Reverb, Channel, Bypass); 2x Cab, Mode, Fat, GND Lift
  • Anschlüsse: Input, Send, 2x Return, To Amp In, From Amp Send, To Amp Return, Phones, (je 6,3 mm Klinke), 2x XLR-Out, MIDI-In, USB-C, Netzteileingang (9 bis12 V)
  • Batteriebetrieb: nein
  • Röhren: 3x 12AX7
  • Abmessungen: 183 x 147 x 70 mm (B x L x H)
  • Gewicht: 869 g
  • Preis: (Ladenpreis Februar 2026) EUR 699,-

Herstellerseite: https://www.toneking.com

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