Das Electro Harmonix Pico Swello gehört zu den eher eigenwilligen Effektkombinationen des New Yorker Traditionsherstellers. Die Kombination aus Auto-Swell-Effekt und Envelope-Filter ist inspiriert von der Effekt-Sektion des beliebten POG2 und erzeugt Streicher- und Synth-Pad-Sounds, wie man sie von der Arbeit mit dem Volume-Pedal kennt. Ein zuschaltbarer Tiefpass-Hüllkurvenfilter sorgt bei Bedarf zusätzlich für Auto-Wah-ähnliche Klänge.
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
eigenständige Auto-Swell-Sounds
intuitive Bedienung
flexible Filter-Sektion
Contra
Envelope-Filter nicht separat vom Auto-Swell-Effekt nutzbar
hohe Grundlatenz (ca. 25 ms in der Attack-Minimalstellung)
Test: Electro Harmonix Pico Swello – Streicher-Sounds aus der Gitarre und der E-Bass als Cello
Electro Harmonix Pico Swello – Das Wichtigste in Kürze
Was ist das Electro Harmonix Pico Swello? Das Electro Harmonix Pico Swello kombiniert einen Auto-Swell-Effekt, ein Envelope-Filter und bei Bedarf ein Tiefpass-Hüllkurvenfilter in einem Pedal.
Welche Effekte erzeugt das Pico Swello? Auto-Swell-Effekt und Envelope-Filter stehen zusammen für Synth-Pad- und Streicher-Sounds. Mit dem zusätzlichen Tiefpass-Hüllkurvenfilter gelingen auch Auto-Wah-ähnliche Effektsounds.
Gibt es ein Vorbild für den Pico Swello? Als Vorbild für das Pedal gilt der beliebte EHX POG2, ein polyphoner Oktav-Generator mit einer flexiblen Effektsektion für Experimentierfreudige.
Was sagt der Test? Das Pico Swello von Electro Harmonix ist ein vielseitiges Auto-Swell-Pedal für Klänge wie Streicher und Synth-Pads, mit der zuschaltbaren Filter-Sektion auch für Auto-Wah. Leider ist Letztere nicht separat nutzbar.
Aufbau und Bedienung des Pico Swello
Das Pico Swello sitzt in einem weißen (BxHxT) 50 x 48 x 92 mm großen Gehäuse und legt 160 Gramm auf die Waage. Zu den globalen Bedienelementen gehören zwei Potis für die Ausgangslautstärke (Vol) und die Verzögerung der Pegelhüllkurve (Attack), womit die Einschwingzeit des Signals bestimmt wird. Ein kleiner Drucktaster (Filter) aktiviert die optionale Filtersektion, die in zwei unterschiedlichen Intensitätsstufen abrufbar ist.
Aufschluss über den Effektstatus gibt die LED, die entweder grün (Filter deaktiviert), orange (Filter mit niedriger Resonanz) oder rot (Filter mit hoher Resonanz) leuchtet. Die ab Werk eingestellten Resonanzwerte (Bandbreite der Filterbewegung) lassen sich nach Halten des Filter-Tasters nachträglich verändern und speichern.
1/4Das Electro Harmonix Pico Swello kombiniert Auto-Swell-Effekt und Filtersektion und erzeugt daraus Streicher- und Synth-Pad-Sounds.
2/4Zu den globalen Bedienelementen gehören zwei Potis für die Ausgangslautstärke (Vol) und die Verzögerung der Pegelhüllkurve (Attack), womit die Einschwingzeit des Signals bestimmt wird.
3/4Die ab Werk eingestellten Resonanzwerte (Bandbreite der Filterbewegung) lassen sich nach Halten des Filter-Tasters nachträglich verändern und speichern.
4/4Auf der Anschlussseite bietet das Pico Swello die klassischen Pedalverbindungen für Input, Output und das 9-V-Netzteil.
Als Parameter für die Filtersektion dienen zwei Potis zur Bestimmung der Grenzfrequenz (Freq) und für die Tiefe und Richtung der Filterhüllkurve (Mod). In der 12-Uhr-Stellung des Mod-Potis erzeugt das Pedal einen statischen Tiefpassfilter ohne Modulation. Betrieben werden kann das Pico Swello bei einer Stromaufnahme von 100 mA mit dem beiliegenden 9-V-Netzteil.
Im grünen Modus erzeugt das Pico Swello die typischen Auto-Swell-Sounds, die man von der Arbeit mit dem Volume-Pedal oder dem Volume-Poti kennt. Durch das Abkappen des Attacks erscheinen die Töne insgesamt weicher und erzeugen die Illusion eines Streichinstrumentes oder einer Synthesizer-Fläche. Der große Vorteil gegenüber einer manuellen Lösung (Pedal, Poti) besteht beim Swello darin, dass sich auch schnellere Single-Note-Linien oder Arpeggios problemlos realisieren lassen.
Der Sweet-Spot des Attack-Potis liegt dabei im Bereich der 11-Uhr-Stellung, je nachdem, in welchem Tempo man unterwegs ist. Kürzere Attack-Zeiten vor der 9-Uhr-Stellung lassen den Effekt schnell verblassen, während sich längere Einschwingzeiten vor allem für Flächensounds ohne rhythmische Muster empfehlen.
Die Kombination aus Pegel- und Filter-Modulation sorgt für eigenständige Sounds
Schaltet man vom grünen in den orangefarbenen Modus, mischen sich subtile Auto-Filter-Sounds in das Signal, die an eine schnelle manuelle WahWah-Bewegung erinnern. Im roten Modus wird dieser Effekt ab Werk durch einen höheren Q-Faktor (Filtergüte) verstärkt. Die Geschwindigkeit der Filterbewegung ist dabei an das Attack-Poti gekoppelt und verändert sich stets simultan zur Pegelmodulation. Die dadurch entstehende „Effektmischung“ sorgt für sehr eigenständige Sounds und erweitert die Klangpalette des Pico Swello enorm.
Wer hier allerdings echte Envelope-Filter-Sounds im Stile des Electro Harmonix Q-Tron erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Durch die fest eingestellte Synchronisation von Pegel- und Filterbewegung wirken die Filtersounds stets etwas „entschärft“ und verzögert. Hinzu kommt, dass das Swello selbst in der Minimalstellung des Attack-Potis noch eine spürbare Latenz von fast 25 Millisekunden erzeugt. Rhythmische Funk-Licks mit dem charakteristischen „Quack“ eines Envelope-Followers sind hier nur bedingt möglich. Nichtsdestotrotz empfiehlt sich die Filter-Sektion als zusätzliche Modulationsebene und kann nebenbei auch als statischer Tiefpassfilter eingesetzt werden. Besonders nützlich zeigt sich dieses Feature bei der Simulation von Streichinstrumenten, die vor allem am E-Bass verblüffend echt klingen.
Das EHX Pico Swello im Auto-Swell-Modus
Wir starten den Praxisteil im Auto-Swell-Modus (grün) mit drei unterschiedlichen Spielweisen und den entsprechenden Attack-Settings.
Auto-Swell- und Filter-Sektion bilden eine eigenständige „Effektmischung“
Weiter geht es mit der Kombination aus Auto-Swell- und Filtersektion. Wir hören zunächst die beiden Werks-Presets für die Intensität der Filterresonanz (orange, rot) und danach einen Überblick über den Regelweg des Attack-Potis. Sowohl das Freq- als auch das Mod-Poti stehen hierfür auf ihrem Maximalwert.
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Bypass -> Auto-Swell+Filter, Resonanz low -> high (Tele)Bypass -> Auto-Swell+Filter, Attack min -> max (Tele)
In den nächsten beiden Beispielen steht die Wirkungsweise der beiden Filter-Bedienelemente Mod und Freq im Fokus.
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Auto-Swell+Filter, Mod min -> max (Les Paul)Auto-Swell+Filter, Freq min -> max (Les Paul)
Mit dem Pico Swello wird der E-Bass zum Pseudo-Cello
Abschließend hören wir das Pico Swello noch mit dem E-Bass und einer Simulation eines gestrichenen Cellos bzw. Kontrabasses. Das Mod-Poti steht hierfür in der 12-Uhr- und das Freq-Poti in der 14-Uhr-Stellung.
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Bypass -> Pseudo-Cello (E-Bass)
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Fazit
Mit dem Electro Harmonix Pico Swello präsentiert sich ein charakterstarkes Auto-Swell-Pedal, das sich an der Effektsektion des legendären POG2 orientiert. Mit seiner regelbaren Pegelhüllkurve erzeugt das Pedal Streicher- und Synth-Pad-ähnliche Sounds und eignet sich gleichermaßen für Single-Note-Linien, Akkorde und Arpeggios. Die zuschaltbare Filter-Sektion sorgt für zusätzliche Flexibilität und liefert neben einem statischen Tiefpassfilter auch eine Envelope-Follower-Funktion. Leider ist diese fest an den Auto-Swell-Effekt gekoppelt und wirkt dadurch in der Praxis stets etwas „entschärft“ und verzögert. Wer den Envelope-Filter nur als „Add-on“ für die Auto-Swell-Funktion nutzen möchte, dürfte hiermit kein Problem haben. Ein exklusiver Filter-Modus ohne Swells hätte dem Pedal trotzdem gutgetan.
Atmosphärische Swell- und Pad-Sounds gehören zu den Stärken des Pico Swello, während die gekoppelte Filtersektion und die Latenz Kritikpunkte bleiben.
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