Test
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03.06.2020

Hohner/sE Electronics Harp Blaster HB52 Test

Mundharmonika-Mikrofon

Alter Look, modernerer Sound

Das sE Electronics HB52 hier im Test ist ein Mikrofon für die (Blues-)Harp und insofern ein klares Nischenprodukt. Allerdings ist die Nische so klein nun auch nicht: Die Mundharmonika ist als „Hosentaschenorchester“ ein beliebtes, preiswertes Instrument mit einer großen Anhängerschaft. Und alleine der Gedanke an richtig rotzig gespielte Licks über einen Gitarrenamp zaubert vielen Musikern und Musikhörern ein Grinsen ins Gesicht.

Mikrofone, die sich zum Recording der Harp eignen, gibt es viele. Harpisten streiten gerne und ausgiebig darüber, welches Mikrofon am besten geeignet ist. Das bekannteste unter ihnen ist die „Fahrradlampe“ Shure 520 DX (welches eine Parallelkarriere als Vocal-Mikrofon von H.P. Baxxter von Scooter hingelegt hat). Das 520 gilt als „Marmite“-Mikrofon, das man als Harp-Spieler also entweder liebt oder hasst, viele Musiker setzen auf Jahrzehnte alte Mikrofone unterschiedlichster Bauart, etwa das Astatic JT30 Bullet. Eines aber gab es lange nicht: die Neuentwicklung eines speziellen Harp-Mikrofons. Mit dem „Harp Blaster“ HB52 hat sich das geändert. Hohner und sE Electronics haben die vielen Wünsche der Community gehört und in Mikrofonform gegossen.

Details

Harp-Mikrofönchen

Mit der XLR-Buchse als Maßstab lässt sich erkennen, dass das HB52 ein kleines Mikrofon ist. Damit wäre ein Kritikpunkt vieler Harpisten beseitigt, denen viele Mikrofone im Handling schlichtweg zu groß sind. Gerade einmal fünf Zentimeter ist der Durchmesser des blank blitzenden Grills. Die Tiefe des Hammerschlag-Metallgehäuses liegt samt des Volume-Potis bei sieben Zentimetern. Dass der Anschluss mittels XLR-Buchse erfolgt, ist eine vernünftige Wahl. Bei den dynamischen Harp-Mikrofonen ist ein fest verbautes Kabel die einzige wirkliche funktionelle Schwachstelle.

45 kOhm Impedanz

Der Schall wird durch ein dynamisches Element in Tauchspulentechnik in Spannung gewandelt. Der dazu im sE Electronics Harp Blaster verwendete Magnet ist recht leicht und leistungsstark, da er die seltene Erde Neodym beinhaltet. Die Richtcharakteristik ist durch das nur frontseitig offene Gehäuse automatisch eine Kugel, aber das ist bei derartigen Mikrofonen reichlich unwichtig. Mit 17,8 mV/Pa ist die Empfindlichkeit  recht hoch. Anders als typische Mikrofone ist die Impedanz nicht sehr gering (unter 200 Ohm), sondern liegt bei 45000 Ohm – Harpmikros werden ja am Instrumenteneingang eines Amps angeschlossen.

Frequenzgang

Im Manual des sE HB52 ist der Frequenzgang mit 22 Hz bis 16 kHz angegeben. Diese nackten Zahlen besitzen bekanntlich nur sehr begrenzte Aussagekraft. Wichtiger ist der grafische Pegelfrequenzgang. Dieser offenbart, dass bei diesen Werten schon ein gehöriger Pegelabfall stattgefunden hat – nämlich 20 dB. Im Vergleich zu den sonst üblichen 3 dB ist das eine ganze Menge, aber schließlich geht es bei Harpmikros nicht um Linearität. Dem Graphen lässt sich entnehmen, dass das HB52 den Frequenzbereich um 400 Hz und den um 3 kHz recht breitbandig supportet (also „Körper“ und „Durchsetzungsfähigkeit“).

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