Hersteller_G&L
Test
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31.07.2014

G&L Tribute Fallout Test

E-Gitarre

Die Nachfolgerin

Die G&L Tribute Fallout im bonedo-Test - 1980 starteten Leo Fender und George Fullerton das neue Unternehmen mit dem Namen G&L als Nachfolger der CLF-Research, dem Zulieferer für Music Man - ebenfalls eine ursprünglich von Leo Fender ins Leben gerufene Marke. Der Name G&L war den Anfangsbuchstaben der beiden Namen entliehen und neben den Auftragsarbeiten für Music Man waren auch eigene Instrumente in der Mache.

So erblickte 1982 die SC-2 das Licht der Welt, und falls den einen oder anderen Leser beim Anblick der heute zum Test anstehenden Fallout ein Déjà-vu-Erlebnis heimsuchen sollte - kein Wunder, denn die Fallout ist eine Wiedergeburt der legendären SC-2.

Details

Optik/ Verarbeitung

Diese war gerade bei Indie-, Punk- und Alternative-Bands sehr beliebt, weil sie mit einer eigenständigen Optik und frischem Sound überzeugte. Unsere Kandidatin wird in Indonesien gefertigt - das in den USA hergestellte Pendant spielt preislich in einer wesentlich höheren Liga - und ihr leichter Mahagoni Korpus ist hochglänzend und deckend in Rot lackiert. 

Auffällig ist das geschwungene Schlagbrett, dreilagig ausgeführt, also weiß, schwarz, weiß, und die daraus resultierende Formsprache. Mir kommt die Fallout vor wie ein Schmelztiegel verschiedener Gitarrenformen. Das Schlagbrett beispielsweise erinnert mich an eine Danelectro, die beiden Hörner sind die verkürzte Variante einer Strat, wobei das obere meiner Meinung nach ein wenig an eine Tele angelehnt ist.

Der G&L AP4285B P90 Pickup am Hals und der AW4470B Alnico-Humbucker am Steg kommen beide aus Amerika und werden mit einem Volumen- und einem Tone-Poti geregelt. Das Tone-Poti beherrscht übrigens Push-Pull und splittet herausgezogen den Humbucker am Steg. Diese Tonabnehmer werden auch für die in den USA gefertigten Gitarren verwendet. Umgeschaltet wird mithilfe eines Dreiwegschalters, der günstig platziert zwischen den beiden Potis mit ihren Metallknöpfen seinen Dienst verrichtet - versehentliches Umschalten wird so verhindert, sehr gut!

Der Steg besteht aus einem Teil und macht einen sehr vertrauenswürdigen Eindruck. Er wird exakt nach den Wünschen der amerikanischen G&L-Designer in Fernost hergestellt und verbaut. Die Saiten werden bei unserer Kandidatin nicht durch den Korpus geführt, sondern hinten am Steg eingehängt (Top Loaded). Optisch erinnert mich die Konstruktion an einen massiven Bass-Steg, bei dem es ja auch um Masse und dementsprechend um Sound geht. G&L nennt seine Errungenschaft Saddle Lock und man darf zu Recht gespannt auf die klanglichen Auswirkung der Konstruktion sein!

Die Rückseite der im übrigen sehr gut verarbeiteten Gitarre besitzt keinerlei Fräsungen, daher geht es direkt mit dem Hals weiter. Der besteht aus einem Stück Ahorn und besitzt ein C-Profil. Rückseitig ist er lackiert, die Front wird von einem Palisandergriffbrett besetzt, auf dem 22 Medium-Jumbo-Frets eingelassen sind. Mit einer Mensur von 648 mm wartet die Fallout mit typischen Fender-Maßen auf, für die Orientierung gibt es auf dem Griffbrett und an der Halskante Punkteinlagen.

Der Sattel ist aus Knochenimitat gefertigt und führt die Saiten sicher ans Ziel, sprich, in die geschlossenen Mechaniken. Die warten mit eine Übersetzung von 18:1 auf und verrichten ihre Arbeit gleichmäßig und stimmstabil - leider lässt sich nicht herausfinden, aus welchem Hause sie kommen, aber das sollte angesichts ihrer Zuverlässigkeit auch egal sein. Der Halsspannstab ist von der Kopfplatte aus zu erreichen und nicht mit einer Kunststoffplatte abgedeckt, wie das sonst üblicherweise der Fall ist. Die Gurtpins sind mit Filzplättchen unterlegt um die sorgfältig lackierte Gitarre nicht zu beschädigen. Ach ja, und ziemlich leicht ist sie auch, 3230 Gramm verrät mir meine Waage.

So viel zu Optik und Gewicht. Weiter geht es mit Audiobeispielen im Praxisteil!

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