Hersteller_Zildjian Becken_Pro_Zildjian_KCustom_5Set
Test
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23.10.2015

Praxis

Nachdem ich die gesamte K Custom Dark Kollektion aus ihrer Verpackung befreit habe, nehme ich zunächst die imaginäre Lupe zur Hand, um die güldenen Scheiben aufs Genaueste zu inspizieren. Was Verarbeitung und Look betrifft, könnte ich mich jetzt schon gepflegt zurücklehnen und fünf Sternchen vergeben, denn an dieser Stelle gibt es rein gar nichts an diesen Rundblechen auszusetzen. Doch was letztendlich zählt, ist der Klang selbst, und dem gehe ich jetzt genauer auf den Grund!

Das vorkonfigurierte 5 Cymbal Set-Up birgt einige Überraschungen


14“ Dark Hi-Hat – Dominant und crisp.

Wie erwartet klingt die Dark Hi-Hat aufgrund ihrer hohen Masse sehr kräftig. Dabei ist sie mir bei geöffneter Spielweise etwas zu klobig – unter „Dark Hi-Hat“ hätte ich mir tatsächlich ein dünneres Modell vorgestellt. Spielt man die Hi-Hat geschlossen, kommt ihr das Plus an Masse allerdings zugute. Akzente setzen sich auch bei schnelleren Figuren glasklar von leiseren Schlägen ab, was vor allem auf lauteren Bühnen von Vorteil sein kann. Man hat geradezu das Gefühl, die Hi-Hat ließe sich „einfach“ spielen. Im Vergleich zu einem 15“ K Light Hats Modell aus meiner privaten Sammlung fällt die K Custom Dark Hi-Hat wesentlich transparenter und crisper aus als ich zunächst vermutet hatte. Stünde morgen ein Funk Gig an, so würde ich mein K Light Hats Modell glatt zu Hause lassen und heimlich die Dark Hi-Hat mit auf die Bühne schmuggeln. Hört selbst:

 

20“ Dark Ride – Nicht Fisch, nicht Fleisch.

Ausgehend von dem im Intro angesprochenen 22“ Dark Ride Modell, gehe ich bei dem 20“ Modell zunächst von einem vielschichtigen, leicht komplexen Sound aus. Die ersten Schläge entlocken dem Testobjekt allerdings wesentlich gradlinigere Klänge als erwartet. Somit eignet sich dieses Becken für meinen Geschmack gut für Pop und Rock, wobei der weiche Sticksound allerdings in lauteren Umgebungen schnell untergehen wird. Der Sound der großen Kuppe ist wiederum sehr prägnant und setzt sich deutlich vom Sound des Bodys ab. Für jazzige Momente wären mir die Klangoptionen dieses Rides insgesamt zu spärlich und der grundlegende Charakter zu eindimensional - da hilft leider auch kein Vic Firth Peter Erskine Ride Stick!

16“ und 18“ Dark Crash – Alles richtig gemacht!

Die beiden Crash Becken des K Custom Dark 5 Cymbal Set-Ups überzeugen durch ihre schnelle, klare Ansprache und ihren sauberen, universell einsetzbaren Klang. Besonders gut gefällt mir, dass sich auch Ride Patterns auf diesen kleineren Becken realisieren lassen. Die größere Kuppe des 18“ Dark Crashes verleiht speziell diesem Becken einen leicht glockigen Charakter, der sich angenehm mit dem vollen, leicht rauchigen Grundsound des flachen Profils mischt. Das 16“ Modell klingt im Vergleich etwas spitzer und frecher. Grundlegend sind diese beiden Crash-Becken für jegliche Stilistiken geeignet, da sie sowohl bei sanfter als auch bei harter Spielweise unmittelbar und sauber ansprechen. 

Insgesamt klingt das 5 Cymbal Set-Up ausgewogen und stimmig und könnte sofort bei einer professionellen Pop-Produktion auf der Bühne oder im Studio zum Einsatz kommen. Als verbesserungswürdig empfinde ich allerdings die Abstimmung der schweren Hi-Hat Becken gegenüber dem weichen Klangcharakter des Ride-Beckens. So klingt das 5 Cymbal Set-Up im Zusammenhang:

Die Neulinge: 19“ und 20“ Dark Crash Becken 

Die beiden größeren Crashes reihen sich nahtlos in die wunderbaren Klangeigenschaften des 18“ Crash-Beckens ein: ein klarer, leicht rauchiger Grundsound, gepaart mit einer gesunden Projektion, die von der üppigen Kuppe der Becken herrührt. Aufgrund ihres größeren Durchmessers klingen die beiden Neulinge logischerweise etwas vollmundiger und sind im Anschlag träger als ihre kleineren Pendants. 

Hier könnt ihr euch alle vier getesteten Crash-Becken im Vergleich von Klein nach Groß anhören:

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