Schrottpresse
Feature
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30.01.2020

Was passiert, wenn Rockstars ihre Fans auf die Bühne lassen...

Ein Traum ist es für viele Nachwuchsmusiker, einmal mit ihren Helden auf der Bühne zu stehen. Für manche wird aus der geträumten Illusion sogar Realität. Eben noch zu Hause auf der Klampfe geklimpert, stehen sie plötzlich vor Tausenden von Menschen und spielen mit ihren Heros gemeinsam. Jetzt den ganzen Mut bündeln und bloß nicht vom Lampenfieber aus der Bahn schmeißen lassen. Garantiert eine Erinnerung für die Ewigkeit.

Glücklicherweise gibt es diese Bands, die trotz allem Hype und gigantischer Bühnenshow ganz dicht bei ihren Fans sind. Manche von ihnen wie Steel Panter, Avenged Sevenfold oder Green Day sogar so nah, dass sie einfach mal einen Typen aus der Crowd auf die Bühne holen und mitspielen lassen. Klar, dass das ein Risiko ist. Der „Gast-Musician“ kann’s ja locker mal versemmeln. Andererseits würde vermutlich keiner aus dem Publikum irgendwelche Fehler krummnehmen. Schließlich ist es schon beachtenswert mutig, sich überhaupt an die Seite der gestandenen Profis zu wagen.

Foo Fighters zu Begleitband degradiert

Glaubt man allerdings, die Kids würden sich möglichst unbeachtet und mit schwitzend nassen Fingern in irgendeiner Bühnenecke verstecken, liegt man weit daneben. Beispielsweise der Gitarrist, der bei den Foo Fighters mit auf die Bühne darf, wirkt zwar zunächst geradezu schüchtern. Sänger und Bandleader Dave Grohl fragt ihn sogar noch, ob er den Song überhaupt kennt. Ein kurzes Nicken, dann drückt er in die Saiten. Und plötzlich legt er musikalisch und mit seiner Performance dermaßen los, dass man glauben möchte, die Foo Fighters seien zur Begleitband des sympathischen No-Name-Gitarreros degradiert worden.

On Stage mit Green Day – echt abgefahren

Der Gitarrist aus dem Publikum, der bei Green Day in die Saiten greifen darf, denkt sich offensichtlich: „Ich habe nur eine einzige Chance. Ich gebe alles, was ich kann.“ Es wirkt, als wolle er sich die Seele aus dem Leib spielen, als hätte sein Inneres nur auf diese musikalische Explosion gewartet. Er bekommt seinen ersehnten Auftritt, liefert perfekt ab und wird von Band und Publikum verdientermaßen gefeiert.

Jede Legende fängt irgendwann mal an
Ziemlich ähnlich und zugleich ebenso einzigartig sind die Auftritte der ambitionierten No-Names mit Bands wie Steel Panther, Paramore, Avenged Sevenfold, Keith Urban und sogar John Mayer. Es gibt zahlreiche weitere Beispiele, die als virale Hits das Netz bevölkern und teilweise millionenfach geklickt worden sind. Dabei könnte man die Frage stellen, wo und wie die Typen eigentlich für die Gigs ausgewählt worden sind. Immerhin nimmt man vermutlich nicht jeden mit on Stage, der rein zufällig mit seinem Gig-Bag an der Bushaltestelle steht. Sei’s drum, offensichtlich werden immer wieder neue Legenden geboren.

Wo kommt nur dieses Selbstvertrauen her?

Vielleicht das Beeindruckende an diesen Video-Clips ist, mit welcher gefühlten Selbstverständlichkeit die Nachwuchskünstler auf die Bühne stehen. Insbesondere erfahrene Musiker wissen genau, wie schnell die Finger vor Aufregung mal flattern können. Wenn dir alle auf die Finger glotzen, lassen die sich bisweilen nicht mehr so gut kontrollieren. Also nicht die Menschen, sondern die eigenen Finger. Da musst du schon genau wissen, was du machst. Die Profis haben bei etlichen Auftritten gelernt, mit dem Phänomen Lampenfieber umzugehen. Nicht zu vergessen, dass sie schrittweise in die Sache hineingewachsen sind und nicht gleich auf höchstem Zenit in einer riesigen Location und mit gigantischer Lightshow die ersten Schritte gehen mussten. Und plötzlich schnallt sich ein absolutes Grünohr die Gitarre um und spielt, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Wir finden, das hat was. Musikalische Augenblicke, die alles andere als alltäglich sind.  

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