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02.06.2009

Vintage Synth: Roland JX-3P

Das verkannte Genie im Schatten der Junos

Der Roland JX-3P aus dem Jahre 1983 war Zeitgenosse des legendären  Juno-60 aus gleichem Hause und einer der ersten Synthies, die mit einer MIDI-Schnittstelle ausgestattet waren. Gewisse Ähnlichkeiten in Klang und Klangerzeugung sind daher nicht zu übersehen und zu überhören. Als “Programmable Preset Polyphonic Synthesizer” konzipiert, lag das Augenmerk beim JX-3P jedoch mehr auf einer konsumentenorientierten, möglichst reduzierten Oberfläche. Was soviel heißt wie: gute Presets und so wenig Armaturen wie möglich. Das kam nicht nur einer kostengünstigeren Produktion zugute, sondern galt in den 80er Jahren außerdem als schick.
Immerhin hatte Roland die Potis der Klangerzeugung nicht komplett verbannt, sondern sie nur auf einen optionalen Controller mit der Bezeichnung PG-200 ausgelagert. Wer also wollte und finanziell in der Lage war, der konnte auf diesen Programmer zurückgreifen und seine Sounds in guter alter Manier selbst “schrauben”. Der Funktionsumfang des JX-3P war auch ohne den PG-200 nicht eingeschränkt, aber viel unkomfortabler zu programmieren.

 

Den Synthesizer gab es unter dem Namen MKS-30 auch als 19“ Rackversion, die sogar mit einigen zusätzlichen Features ausgestattet war. Als Performance-Synth wurde der JX-3P 1985 vom Roland JX-8P abgelöst (mit ihm nahmen Europe ihren Welthit "The Final Countdown" auf), dieser wiederum ein Jahr später vom JX-10P. Der JX-3P gilt landläufig als “billiger Preset-Juno”. Ob dies einen Bezug zu angeblich minderwertigen Bauteilen hat, vermag ich nicht zu überprüfen. Fakt ist zumindest, dass er das gleiche Filter wie die Juno-Serie verwendet und einige Features besitzt, auf die die Junos verzichten müssen. Natürlich gilt das auch umgekehrt. Anhand der Audiobeispiele dieses Tests wird sich zeigen, ob der angebliche Billigheimer wirklich so billig klingt wie sein Ruf. Also: Vorurteile begraben und Ohren gespitzt!

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