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16.10.2020

Tontechnik-Ausbildung und -Studium

Tonmeister, Toningenieur, Tontechniker: Hochschulen, Unis – und Jobs

Beruf Tontechniker – Wo Berufsausbildung und das Studieren möglich ist und was es kostet

Ihr wollt es wagen und euer Hobby zum Beruf machen oder ganz einfach eurer Bestimmung nachgehen und als Tontechniker durchstarten? Dann gehen euch sicher viele Fragen im Kopf herum, für die wir euch in diesem Artikel Antworten geben möchten. Wenn euch neben Recording, Editing und Produktion auch Physik und musikwissenschaftliche Themen interessieren, seid ihr hier an der richtigen Adresse, um einen Überblick über die wichtigsten Themen zur Auswahl und Finanzierung einer Tontechnik-Ausbildung oder eines Tontechnik-Studiums zu bekommen. Und selbstverständlich stellen wir euch auch ein paar ganz unterschiedliche Ausbildungsstätten vor, so dass ihr einen Eindruck davon bekommt, wie facettenreich das Angebot ist, aus dem ihr wählen könnt. Zudem befasst sich dieser Artikel mit Tontechnik-Jobs.

Warum eine Tontechnik-Ausbildung machen?

Die Vorteile einer Tontechnik-Ausbildung liegen auf der Hand. Studenten und Schüler der Tontechnik können in ihrer Ausbildung ein tieferes Verständnis für Details entwickeln. Außerdem bekommen sie in der Regel aus erster Hand Experten-Einblicke in gängige Problemstellungen, denen sie im späteren Berufsalltag als Tontechniker begegnen werden. Zugleich erhalten Sie durch die Ausbildung optimalerweise mehr Weitblick, um tontechnische Zusammenhänge besser verstehen zu können. Denn für gewöhnlich lernt der Student/Schüler in einer solchen Ausbildungsstätte mit komplexen tontechnischen Problemen umzugehen, indem er sich ein Arsenal von Problemlösungsansätzen aufbaut. Im Gegensatz zum Vorgehen per Try-and-Error, wie es bei Autodidakten üblich ist, bekommen angehende Tontechniker von einer Ausbildungsstätte einen strukturierten Input, bei dem bewährte Konzepte nicht nur vorgestellt, sondern inhaltlich gehaltvoll vermittelt werden. Nicht zu verachten ist auch der Praxisanteil, bei dem das Gelernte in professionellen Tonstudios oder bei hauseigenen Veranstaltungen praktisch erprobt werden kann. Diese Möglichkeiten stehen DIY-Lernenden meist nicht zur Verfügung. Auch die Bewertung des eigenen Lernfortschritts durch Noten und Abschlüsse ist ein großer Vorteil. Hier lernt man als Auszubildender den Stand des eigenen Wissens und seine eigenen Fertigkeiten realistisch einzuschätzen. So lassen sich Stärken und Schwächen im Verständnis und bei der Umsetzung tontechnischer Lösungen besser erkennen und noch weiter verfeinern.

Welche Herausforderungen gibt es, wenn man Tontechniker werden will?

Die Nachteile von Tontechnik-Ausbildungen liegen für die eine oder den anderen in ihren Anforderungen. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob ihm die Tontechnik-Ausbildung, die ihm vorschwebt, die Kosten wert ist. Und diese Kosten können vielfältig sein. Zunächst einmal müssen Studierende oder Schüler der Tontechnik natürlich die Semester- oder Teilnahmegebühren aufbringen können, die eine Hochschule, ein Institut oder eine Schule verlangt. Wie unsere Beispiele zeigen, reicht das Spektrum dabei mittlerweile vom Budget- bis zum Premium-Anbieter. Deshalb sollte für nahezu jeden Geldbeutel etwas dabei sein. Wer keine der nachfolgend aufgeführten Förderungen erhält, muss sich die Zeit der Ausbildung entweder von den Eltern finanzieren lassen, sich zuvor ein Geld-Polster angelegt haben oder parallel zur Ausbildung arbeiten. Abhängig davon, wo sich die Ausbildungsstätte eurer Wahl befindet, kann es auch nötig sein, den Wohnort zu wechseln. Das zieht dann nicht nur Umzugskosten nach sich, sondern kann auch die eine oder andere lieb gewonnene Freundschaft oder Bekanntschaften auf die Probe stellen. Nicht zuletzt sind Ausbildungen im Ausland sicher eine spannende Sache. Doch können sich die Sprachbarrieren als gravierender herausstellen als im Vorfeld gedacht. Hier lohnt es sich deshalb sich realistisch einschätzen zu können. Wer beispielsweise sein Glück im englischsprachigen Ausland machen möchte, sollte sich gut vorbereiten und sicherheitshalber entsprechende Sprachtest-Zertifikate machen. So lassen sich Sprachniveau und Sprachkompetenz besser einschätzen. Für das Englische sind etwa das Cambridge Certificate oder der TOEFL bekannte Anlaufstellen.

Ach, und keine Sorge: Dass Lernende durch eine Tontechnik-Ausbildung ihre Intuition für den Umgang mit Sound verlieren können, ist nur ein Mythos, den sich manche Laien und DIY-Tonleute erzählen.

Tontechnik als Beruf: Hochschule oder privates Institut?

Der Wunsch nach einer passenden Tontechnik-Ausbildung führt schnell zu der Frage, welche Art Ausbildungsstätte die richtige für den Schüler/Studenten ist. Dabei haben die Ausbildungsstätten recht unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Für ein Tonmeister-Studium benötigt ihr die allgemeine Hochschulreife oder müsst die fachgebundene Hochschulreife nachweisen. Außerdem könnt ihr euch in der Regel auf einen Einstellungstest einstellen, mit dem sichergestellt wird, dass ihr über ein Mindestmaß an Talent für den Studiengang verfügt. Außerdem wird an den staatlichen Hochschulen auch eine künstlerische Grundeignung vorausgesetzt. Dabei müsst ihr in der Regel ein einfaches Stück per Instrument vom Blatt spielen können und einiges mehr. Die Angebote der Hochschulen sind in der Regel theoretischer und auch künstlerischer aufgestellt als diejenigen von privaten Akademien. Außerdem bekommt ihr an den Hochschulen einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten. Private Akademien sind dagegen sehr praxisnah und haben in der Regel einen weniger anspruchsvollen Lehrplan.

Fördermittel und Finanzierungshilfen für Tontechnik-Studium oder -Ausbildung

Stipendium

Wer seine Tontechnik-Ausbildung samt Lebenskosten nicht aus Eigenmitteln bestreiten kann, hat bei jeder der hier vorgestellten Ausbildungen die Möglichkeit, sich auf die eine oder die andere Arten unterstützen zu lassen. Der Königsweg sind dabei ohne Frage Stipendien. Dass dabei gute Noten förderlich für Unterstützung sein können, zeigt beispielsweise das Deutschlandstipendium. Wollt ihr hier zum Stipendiaten werden, benötigt ihr neben guten Noten auch eine Biografie, die zeigt, dass ihr für eure Ausbildung kämpfen und durchhalten wollt. Als Stipendiat bekommt ihr dann zusätzlich zum BAföG 300 Euro im Monat, sodass ihr den Kopf frei habt, um euch mit den Tontechnik-Themen des Studiums zu befassen.

BAföG

Für zahlreiche Ausbildungsgänge kann heute BAföG beantragt werden. Das ist unabhängig davon, ob am Ende ein anerkannter Berufsabschluss oder ein akademischer Grad vergeben wird oder lediglich ein hauseigenes Zeugnis oder Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme ausgestellt wird. In der Regel könnt ihr davon ausgehen, dass Tontechnik-Fortbildungen und Ausbildungen, für die die Ämter BAföG bereitstellen ein gewisses Niveau und Ansehen besitzen. Gefördert werden dabei Erstausbildungen und Aufbaustudien in Form von Zuschüssen, Darlehen, Zuschlägen oder einem Mix daraus. Und es ist auch eine Förderung von Auslandsstudien möglich. Ergänzend dazu kann bei einigen der sogenannte Bildungskredit in Anspruch genommen werden.

Studienkredit

Es ist heute einfach wie kaum zuvor, einen Studienkredit zu beantragen. Die KfW zahlt beispielsweise als Studienkredit einen einkommensunabhängigen Betrag von bis zu 650 Euro monatlich aus, der recht flexibel zurückgezahlt werden kann. Bedingung ist jedoch, dass ihr an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule mit Sitz in Deutschland studiert. Ob ihr das Risiko, diesen Kredit eventuell nicht zurückzahlen zu können, eingehen möchtet, ist natürlich eine absolut persönliche Entscheidung. Falls ihr noch nicht viel Erfahrung mit Krediten und Darlehen gemacht habt, solltet ihr euch definitiv von euren Eltern oder einem Finanzberater darüber informieren lassen, wie sich die Konditionen des Studienkredits ganz praktisch auf eure individuelle Situation während und sich auch nach dem Tontechnik-Studium noch auswirken.

7 Anbieter für Tontechnik-Ausbildung im Überblick

Damit ihr einen direkten Einblick in die Anforderungen der Bewerbungen, die Studieninhalte und die möglichen Abschlüsse einiger Ausbildungsstätten bekommt, haben wir für euch sieben unterschiedliche Tontechnik-Ausbildungen herausgesucht, die wir euch vorstellen möchten. Darunter gibt es nicht die eine beste Ausbildung, sondern immer nur die individuell passendste Ausbildung.

Tontechnik: Staatliche Hochschulen

Hochschule der Künste (HdK), Berlin – Bachelor Tonmeister 

Das Studium zum Tonmeister wird an der Universität der Künste (UdK) in Berlin und der Hochschule für Musik Detmold angeboten. An beiden Orten kann mit einem Bachelor und einem Master abgeschlossen werden. Für den Einstieg ins BA-Studium müsst ihr die allgemeine Hochschulreife besitzen und bis Mitte April eines Jahres Bewerbungsunterlagen einreichen. Dann werdet ihr gegebenenfalls zur Zugangsprüfung zugelassen. In deren theoretischen Teil müsst ihr zeigen, wie gut euer Gehör ist, welches Tontechnik-Vorwissen ihr mitbringt und ob ihr euch in Musiktheorie auskennt. Außerdem müsst ihr im praktischen Teil einen mündlichen Gehörbildungstest bestehen, zwei Stücke mit einem Instrument für euer späteres künstlerisches Hauptfach vortragen und ein leichtes Klavierstück vom Blatt spielen können. Wenn ihr all diese Hürden genommen habt, als geeignet eingestuft worden seid und euch einschreiben durftet, könnt ihr die zehn Module des fünfjährigen Studiengangs belegen. Dort lernt ihr dann alles zu Themen wie Musikübertragung, Studiotechnik, Aufnahmepraxis und Musikwissenschaften.

Hochschule für Musik Detmold – Bachelor Musikübertragung 

Auch das Studium in Detmold ist umfangreich. Auf dem Bachelor-Level startet es heute unter dem Label "Musikübertragung" und besteht aus acht Modulen. Neben den üblichen Hochschul-Zugangsvoraussetzungen muss auch hier eine Eignungsprüfung abgelegt werden. Sie besteht aus vier Klausuren zu den Themen Musikübertragung, Literatur und Werkkunde, Hörfähigkeit und Musiktheorie. Zusätzlich kann eine mündliche Prüfung anfallen und eine künstlerische Prüfung in zwei Instrumentalfächern oder Gesang ist obligatorisch. Habt ihr es dann tatsächlich bis ins Studium geschafft, lernt ihr im Hörsaal, in Tonstudios, bei Live-Veranstaltungen und in externen Praktika. Zwar geht das Zulassungsverfahren dieser Studiengänge wirklich ans Eingemachte. Doch wenn es euer Ziel ist später bei einer der großen Rundfunkanstalten, einer bekannten Filmproduktion oder ähnlichem zu arbeiten, kann eure Ausbildung allein aufgrund des Renommees dieser Unis eventuell eure Eintrittskarte in den Beruf sein.

Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf – Bachelor of Fine Arts Sound

Auch die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf (ehemals: Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg) ist eine staatliche Hochschule. An ihr könnt ihr innerhalb von drei Jahren einen Bachelor-Grad erlangen. Neben einer Hochschulzugangsberechtigung wird hier ein vorausgehendes 26-wöchiges Praktikum (alternativ: einschlägige Berufserfahrung) vorausgesetzt. Zudem muss eine Eignungsprüfung absolviert werden. Sie besteht aus einem künstlerischen Teil, in dem ein Video vertont werden muss, einer musikalischen Prüfung inklusive Vom-Blatt-Spielen am Klavier, einer schriftlichen Prüfung zur Musiktheorie und einem Bewerbungsgespräch. Dadurch, dass die Hochschule weitere Fachbereiche mit den Schwerpunkten Film, Fernsehen und Medienproduktion hat, lernen Studierende im Ausbildungsgang Sound die Zusammenarbeit mit verschiedenen anderen Medienproduzenten kennen, vom Drehbuchautoren über in der Animation Tätige bis hin zur Filmmusikern. Dabei werden bereits im Studium Projekte wie Dokumentar- und Spielfilme, Hörspiele und Musikproduktionen umgesetzt.

Tontechnik: Private Schulen, Hochschulen & Akademien 

SAE Institute – Zertifikat Audioproduktion

Das SAE Institute gehört seit langer Zeit zu einem der führenden Anbieter von Ausbildungsgängen im Bereich Medienproduktion. Über 50 Standorte zählt das Institut weltweit. Studieren könnt ihr das Fach Audioproduktion in neun deutschen Großstädten, so unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Köln. Zu den Inhalten zählen neben Gehörbildung und Technikgrundlagen auch Audiobearbeitung, Projektmanagement-Themen, Produktionsplanung, Film- und Multimedia-Produktion, Marketing, Vertragsrecht, Live-Technik und Mastering sowie die praktische Umsetzung eines Team- und Einzelprojekts. Eine Vielzahl hauseigener Tonstudios von der Projekt-Booth über Production Suites bis hin zum vollausgestatteten Tonstudio steht den Studierenden zur Verfügung, um Praxiserfahrung zu sammeln. Wissenswert ist, dass das SAE-Diplom ein Zertifikat ist, das nicht als Berufsabschluss anerkannt ist. Der am Ende des darauf aufbauenden Bachelor-Studiums an der SAE verliehene Abschluss "BA/BSc (Hons) Audio Production" wird über eine Akkreditierung der britischen Middlesex University vergeben. Das Studium dauert dann zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Der Bachelor darf in Deutschland zwar als akademischer Grad angegeben werden, ermöglicht aber nicht an allen deutschen Hochschulen ein darauf aufbauendes Master-Studium. Mittlerweile werden auch Masterstudiengänge angeboten, die unter anderem durch eine Zusammenarbeit mit der Folkwang Universität der Künste in Essen umgesetzt werden. Hier kommt es also zu einer Vermischung von privaten und staatlichen Anbietern. Wer dagegen nur ein wenig dazu lernen möchte und ein paar zusätzliche Kontakte knüpfen will, kann am SAE Institute ein einfaches "Professional Certificate" machen. Hier lernen Hobbymusiker innerhalb von zwei Monaten alle wichtigen Grundlagen zu Recording-Gebieten wie "Electronic Music Production" oder "Home & Studio Recording".

Abbey Road Institute – Advanced Diploma in Music Production and Sound Engineering 

Das Abbey Road Institute ist ein Ableger der Ausbildungsstätte des legendären Londoner Tonstudios. Im dort angebotenen Tontechnik-Studiengang "Music Production and Sound Engineering" lernen Studierende auf Basis der Trainingsprogramme der Abbey Road Studios sich in Recording, Editing, Mixing und Mastering zurecht zu finden, Workflows zu entwickeln und Projekte zu managen. Auch Musikbusiness und Marketing kommen nicht zu kurz. Die Ausbildung dauert ein Jahr und erfordert einen "mittleren Bildungsabschluss", wie es auf der Webseite heißt. Außerdem findet eine Eignungsprüfung statt, die aus Fragen zur Musiktheorie, einem instrumentalen Vorspiel und der Präsentation einer eigenen Musikprodution besteht. Im Rahmen der Ausbildung stehen für die Praxiseinheiten vier Tonstudios bereit, deren Ausstattung mit der Zunge schnalzen lässt. Dafür befindet sich diese Ausbildung im Premium-Segment der privaten Institute, denn Studierende müssen hier für das Ausbildungsjahr je nach Zahlungsweise knapp 17000 und 18000 Euro berappen.

Deutsche Pop – Diploma Tonmeister

Die Deutsche Pop ist eine private Akademie mit zwölf Standorten, die über ganz Deutschland verteilt sind. Ihre Ausbildungsinhalte sind in sechs Fachbereiche untergliedert, die verschiedene Medien- und Gestaltungsberufe anvisieren. Mit dem "Diploma Tonmeister" bietet die Deutsche Pop ein Ausbildungszertifikat an, das nicht staatlich-anerkannt ist, aber zum Weiterstudium an der University of West London (UWL) befähigt. Dort kann dann ein BA (Hons) als Music Technology Specialist erlangt werden. Studiert werden muss dann nicht zwangsläufig in London, es ist auch an den Standorten Berlin oder Köln möglich. Der Diploma-Teil dieser Ausbildung setzt auf eine Kombination aus Sound Engineering und Komposition. Neben Tontechnik und Tonassistenz werden hier auch Musikkomposition und Arrangement vermittelt. Vollzeit-Studierende schließen die Ausbildung bereits nach eineinhalb Jahren ab. Wer sich das Angebot der Deutsche Pop erst einmal anschauen möchte, kann jenseits eines Ausbildungspakets einzelne Kursmodule separat buchen und belegen.

Schule für Tontechnik – Audio-Techniker (SfT) 

Die Schule für Tontechnik ist eine in Wuppertal beheimatete Ausbildungseinrichtung, die schon seit 1994 besteht. Hier ist eine Ausbildung zum Audio-Techniker (SfT) möglich, die als Vor-Ort-Unterricht durchgeführt wird, ergänzt durch eine begleitende E-Learning-Plattform. Die Ausbildung per Tageskurs dauert zwölf Monate, per Abend- und Samstagskurs müssen 18 Monate eingeplant werden. An der SfT wird sehr stark praktisch gelernt. Zu diesem Zweck stehen mehrere Tonstudios bereit und werden Übungen in einer Veranstaltungshalle und mit einem Ü-Wagen durchgeführt. Möglich ist es auch, die Ausbildung nahezu vollständig online zu absolvieren. Hierzu werden Online-Skripte, Videos, ein virtueller Klassenraum und mehr bereitgestellt. Die Studios der Sft für Audioproduktion und Post-Production und auch die Live-Music-Hall sowie der hauseigene Übertragungswagen können dann nach persönlicher Terminabsprache genutzt werden. Zum Lehrplan gehören Themen wie Tonstudiotechnik, Raumakustik, Mikrofontechnik und Musikproduktion, aber auch Mixing, Mastering und Producer-Themen, wie Vertragsrecht, Aufnahmeleitung und ähnliches. Die Ausbildung kann von den Jobcentern als berufliche Weiterbildung gefördert werden und ist von der Bundesagentur für Arbeit als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt. Auch das Beantragen einer einmaligen Bildungsprämie oder eines Bildungschecks ist möglich. Als Schnupper-Angebot können zu einigen Kernthemen Workshops gebucht werden, die einen Einblick in die Ausbildungsstätte geben.

Tabellarische Übersicht staatliche Hochschulen für Tontechnik

Ausbildungsstätte Hochschule der Künste Hochschule für Musik Detmold Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Ort Berlin Detmold Potsdam-Babelsberg
Art Hochschule Hochschule Hochschule
Grad/Abschluss Bachelor of Arts Tonmeister Bachelor of Arts Musikübertragung Bachelor of Fine Arts Sound
staatl. anerkannt ja ja ja
Dauer 60 Monate 48 Monate 36 Monate
förderfähig ja ja ja
Eignungsprüfung ja ja ja
Schnupper-Kurse nein nein nein

Tabellarische Übersicht private Akademien für Tontechnik

Ausbildungsstätte SAE Institute Abbey Road Institute Deutsche Pop Schule für Tontechnik
Ort deutschlandweit Frankfurt deutschlandweit Wuppertal
Art private Akademie private Akademie private Akademiep private Akademie
Grad/Abschluss SAE Audio Engineering Diploma / BA/BSc (Hons) Audio Production Advanced Diploma in Music Production and Sound Engineering Diploma Tonmeister Audio-Techniker (SfT)
staatl. anerkannt nein nein nein nein
Dauer 18 bzw. 24, 30, 42 Monate 12 Monate 18 Monate 12 oder 18 Monate
förderfähig ja ja ja ja
Eignungsprüfung nein ja nein nein
Schnupper-Kurse ja ja ja ja

Tontechnik-Jobs: So sehen Arbeitsmöglichkeiten und Berufe aus

Sicher denken viele Menschen vor allem an ein Tonstudio, wenn sie an einen Tontechniker denken. Zum Glück sind die Einsatzgebiete aber deutlich weiter gefasst. Denn auch an Theatern werden Tonverantwortliche gebraucht, ebenso wie in Konzertsälen, aber auch in Clubs und Stadien sowie bei Open-Air-Konzerten. Häufig bieten PA-Verleiher zusammen mit ihrem Equipment für Stadtfeste & Co. Ton-Personal an, mit dem sie zusammenarbeiten oder das sie fest eingestellt haben. Außerdem werden für Filmaufnahmen und Videoproduktionen ebenso Ton-Experten gesucht wie für News-Berichterstattungen und Reportage-Teams. Nicht zuletzt sind Tontechniker auch bei Fernsehsendern und in Radiostationen zuhause. Die Einsatzgebiete sind also vielfältig und stellen in der Praxis allesamt ganz unterschiedliche Anforderungen an Tontechniker. Deshalb ist es ein großer Vorteil, wenn ihr bereits im Vorfeld der Ausbildung wisst, in welcher Richtung ihr später arbeiten möchtet. Viel Erfolg!

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