Test
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16.04.2019

Praxis

Bedienung ist „Key“ bei einem Mischpult. Das gilt auch für kompakte Rackmixer. Die Bedienung über die Hardware sollte sich bei regelmäßigem Einsatz sukzessive beschleunigen. Schön, dass viele Potis und Taster beleuchtet sind und somit auch auf dunklen Bühnen sicher im Zugriff liegen. Nach und nach lassen sich die Grundfunktionen (Lautstärke, Kanal-EQ und Dynamcis) erstaunlich schnell verwalten und entsprechende Ergebnisse erzielen.

Die Effektsektion bietet eine ordentliche Auswahl an editierbaren Hall, Delay und Modulationseffekten. Sie verfügt allerdings immer noch über die schon beim the tmix 20.12 bemängelte Voreinstellungen, dass bei den Effekt-Presets immer eine Mischung von Effekt- und Direktanteil vorherrscht. Praxisfreundlicher wäre ein Dry-Anteil von 0 % und ein Effektanteil von 100 %, den man allerdings manuell einstellen kann.

Die Qualität der FX-Einheit variiert ein wenig. Die Delay- und Modulationseffekte sind ordentlich, bei den Halleffekten vernimmt man allerdings ein leicht metallisches Ausklingen. Sehr erfreulich ist die vorzüglich ausgestatte EQ-Abteilung in allen Ein- und Ausgängen. Wir navigieren einen vollparametrischen EQ mit vier durchstimmbaren Bändern (20 Hz – 20 kHz) mit einem außergewöhnlich großem Gain-Bereich von +/-24 dB. Dazu gesellen sich Hi- und Lowcut-Filter, die ebenfalls über das gesamte Frequenzspektrum wirken. Die Hi- und Lowcut-Filter lassen sich bei Bedarf zu Crossover-Filtern umbauen.

Die Auswahl ist erstaunlich: Linkwitz-Riley, Bessel und Butterworth von erster bis achter Ordnung (3 bis 48 dB). Bei Bedarf kann der 16.4 somit sogar als Notfall PA-Controller dienen. Coole Sache, genau wie die Polaritätsumkehrung und Line-Delays mit bis zu 300 ms Verzögerung (in 0,2-ms-Schritten einstellbar) für jeden Ein- und Ausgang. Zusätzlich zu dem vollparametrischen 4-Band-EQ verfügt jeder Ausgang über einen grafischen 31-Band-EQ (Aux 1/2 und Summenausgang). 

Alle Eingangskanäle beherbergen ein parameterreiches Noise-Gate und einen üppig ausgestatteten Kompressor. Dieser findet sich zudem in jedem Ausgang wieder. Passende Einstellungen lassen sich in den Benutzereinstellungen abspeichern. Die EQ- und Dynamiksektion offeriert jeweils 48 User-Presets. Hersteller-Presets sucht man allerdings vergeblich.

Schön, dass man komplette Kanalzüge oder auch nur Teile davon auf weitere Kanäle über eine intuitive Copy & Paste-Funktion kopieren kann. Damit bieten sich doch einige Mix-Optionen an. Das ist besonders praktisch, wenn man Signale für einen guten Sound mächtig verbiegen muss, denn hier kommt der the t.mix 16.4 nicht ins Schwitzen und das ist durchaus wörtlich gemeint.: Auch bei einem Dauerbetrieb wird das Gerät nicht mal handwarm. Es geht relaxt zur Sache, was allerdings auch für die System-interne Latenz gilt.

Mit einer Referenzmessung ermittele ich eine RTL (round trip latency) von 3,17ms. Das ist die Zeit, die der 16.4 benötigt, um ein analoges Eingangssignal zu verarbeiten, um es schließlich am XLR-Summenausgang wieder auszuspielen. Drei Millisekunden ist nicht zwar nicht gerade Formel-Eins-Niveau, aber für eine Gran-Turismo-Fahrt durch Berg und Tal der Wellenformen reicht die Performance völlig aus.

Stichwort „Wellenformen“. Schade, dass man dem the t.mix 16.4 keine Recording-Funktion spendiert hat. Mal eben die Probe oder Song-Idee auf einen USB-Stick aufnehmen zu können, hätte dem Kandidaten durchaus gut zu Gesicht gestanden. Vielleicht wird eine Recording-Lösung über den Optionskarten-Slot noch nachgereicht?

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