Test
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16.09.2020

the box pro MBA1 Test

Mobiler batteriebetriebener Aktivlautsprecher

Das Musikhaus Thomann präsentiert mit der the box pro MBA1 eine akkubetriebene Multifunktionsbox für kleine Beschallungsaufgaben. Was sich so unspektakulär liest, gewinnt deutlich an Fahrt, wenn man die Ausstattung und den Preis der kompakten Aktivbox näher betrachtet. Fakt ist: Für knapp unter 300,– Euro erhält der Anwender eine maximal flexibel einsetzbare Box, die auch fernab jeglicher Stromversorgung für einen ordentlichen Klang sorgt. Ein zusätzliches Mischpult dürfte dabei nur in Ausnahmefällen von Nöten sein, denn die Selbstversorger-Box ist sogar mit einer Mixersektion ausgestattet. Doch das ist noch nicht alles. Über eine Bluetooth-Schnittstelle lässt sich die the box pro MBA1 direkt und drahtlos vom Smartphone oder Computer bespielen. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Die Antwort auf diese Frage werden wir im Test klären.

Details

Der Lieferumfang ist übersichtlich: Box, Gebrauchsanweisung und Kaltgerätekabel – das ist alles. Das Gehäuse ist multifunktionell, sprich, die Box kann nicht nur als Topteil, sondern auch als Bühnenmonitor zum Einsatz kommen. Für den Monitoreinsatz ist die Box auf einer Gehäuseseite mit Gummikufen versehen. Diese verhindern ein Verrutschen auf der Bühne und schützen zusätzlich das Gehäuse vor Kratzern. Natürlich kann man die the box pro MBA1 auch direkt on Stage platzieren. Sicheren Stand garantieren dabei drei weitere Gummikufen auf der Unterseite des Gehäuses. Für den Einsatz auf einem Lautsprecherstativ oder einer Distanzstange ist die Box mit einem doppelten Hochständerflansch versehen (0° und -7°). Dadurch lässt sich der Speaker gerade oder leicht geneigt auf die Publikumsfläche ausrichten. Dank des niedrigen Gewichts von 8,3 kg reicht der verbaute Griff auf der Oberseite völlig aus, um die Box durch den Alltag zu manövrieren. 

Antrieb

Als Nächstes steht ein Blick unter die Motorhaube an. Das Lautsprechergitter ist schnell entfernt und gibt den Blick auf die Treiber frei. Was mir gut gefällt, ist die ordentliche Verarbeitung des Gehäuses. Einige Schrauben weiter und der Tieftöner liegt frei. Verbaut sind Ferrit-Treiber, was bei dem Preis vollkommen üblich ist. Der 8-Zoll-Woofer verfügt über einen einfachen Presskorb, während der Hochtontreiber überraschend massiv ausfällt. Der Hochtöner sitzt auf einem in der Schallwand eingelassenen Kunststoffhorn. Das Gehäuse selbst ist von innen mit Dämmmaterial ausgekleidet.

Große Klappe

… und doch was dahinter. Schraubt man die Metallplatte auf der Unterseite ab, hat man direkten Zugriff auf den verbauten Akku. Dieser sitzt in einer separaten Kunststoffbox und lässt sich somit in wenigen Sekunden ohne großen Aufwand austauschen. Volle Punktzahl in puncto Anwenderfreundlichkeit. Verbaut ist ein 26-Volt-Akku mit einer Kapazität von 3600 mAh, der eine Laufzeit von vier Stunden unter Volllast verspricht. Das dürfte für die meisten Veranstaltungen ausreichend sein.

Aktivmodul und Mixereinheit

Das Aktivmodul sitzt in einem separaten Gehäuse und ist zudem versenkt angebracht. Alle Bedienteile sind somit geschützt, falls die Box unfreiwillig auf dem Rücken landen sollte. Die Treiber benötigen einen adäquaten Antrieb, diesen stellt ein Class-D-Endstufenmodul zur Verfügung, das eine Gesamtleistung von 150 Watt RMS (300 Peak) auffährt. Dabei stellt die Endstufe stets die gleiche Leistung zur Verfügung, egal ob sie vom Akku oder via Kaltgerätekabel mit Strom versorgt wird. Das beiliegende Kaltgerätekabel ist allerdings ziemlich kurz ausgefallen. Fakt ist: Kommt die Box auf einem Lautsprecherstativ oder einer Distanzstange zum Einsatz, dann reicht der Stecker nicht einmal ansatzweise bis zum Boden. Ich empfehle daher das Kabel direkt gegen eine längere, verriegelbare Alternative auszutauschen (z. B. Thomann Artikelnummer 377043). Kommen wir zur Ausstattung.

Der Entwickler hat erstaunlich viele Funktionen untergebracht, die wir uns genauer anschauen. Der Mixerteil besteht aus drei Eingangskanälen, wobei Kanal 1 und 2 identisch aufgebaut sind. Ich notiere Combobuchsen-Armaturen (XLR/Klinke) samt Mic/Line-Umschaltung, eine Klangregelung (Bass + Treble) und ein Volume- bzw. Gain-Poti. Leider ist keine Signal/Clip-Anzeige vorhanden, daher muss man beim Aussteuern genauer hinhören.

Eher ungewöhnlich ist der zumischbare Hall, der bei direkt angeschlossen Gesangs- und Instrumentensignalen durchaus hilfreich sein kann. Kanal 3 ist weitestgehend identisch aufgebaut, verfügt allerdings nicht über besagten Halleffekt. Dafür bietet er gleich drei unterschiedliche Eingangsvariationen. Neben Cinch-Buchsen und einem Miniklinken-Eingang ist Kanal 3 zudem mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet, die sich per Knopfdruck aktivieren lässt. Noch besser: Befinden sich weitere the box pro MBA1 in Bluetooth-Reichweite, dann koppeln sich diese selbstständig mit dem Stream. Die Gesamtlautstärke wird über ein Master-Volume-Poti nebst „Limit“-Clip-LED verwaltet. 

Den Summenmix reicht man bei Bedarf über eine XLR-Mixout-Buchse weiter. Unterhalb des Master-Volume-Potis befindet sich der Mode-Taster, der die Anwahl von drei unterschiedlichen Klangvoreinstellungen (Musik, Sprache, Gitarre) erlaubt. Dein Smartphone ist nahezu leer? Über die verbaute USB-Ladebuchse (5 Volt, 2 A) lassen sich USB-Geräte unkompliziert aufladen. Stichwort Aufladung: Der integrierte Akku der the box pro MBA1 wird über die Kaltgerätebuchse geladen. Wird die Box mit Feststrom versorgt, wird der Akku automatisch aufgeladen, was eine gelbe LED anzeigt. Läuft die Box mittels Akku-Bestromung, gibt eine LED-Ampel (100 %, 75 %, 50 % oder Low) den Ladezustand wieder.

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