Gitarre Hersteller_TC_Electronic
Test
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27.01.2016

Praxis

Nutzt man beide Eingänge, beispielsweise von einem Stereo-Delay kommend, werden die Signale auch in Stereo weiterverarbeitet. Gleichzeitig ist es möglich, zwei Instrument anzuschließen und diese über den jeweiligen Ausgang zu routen. Ist nur der Mono Input des Loopers aktiv, werden beide Ausgänge gleich belegt. Das heißt aber auch, dass es die Möglichkeit, den jeweiligen Loop auf einen Ausgang zu routen, in diesem Fall nicht gibt.

Dennoch kann man per USB später die Aufnahmen jedes gespeicherten Loops einzeln abzweigen und diese dann, wenn gewünscht, extern weiterbearbeiten. Der Ditto X4 nimmt laut Hersteller weiterhin in 24 Bit auf, gespeichert werden die Daten dann allerdings nur in 16 Bit.

Um einen Eindruck von der Signalqualität zu bekommen, nehme ich eine Single Note Line auf Loop 1 auf und spiele danach ein Akkordarpeggio auf Loop 2. Dreht man das Poti des jeweiligen Loops voll auf, wird die Aufnahme in exakt derselben Lautstärke wiedergegeben. Es empfiehlt sich für diese Art der Aufnahme, den zweiten Dip-Schalter umzulegen. In diesem Modus startet und endet die Aufnahme dann exakt ab Beginn des ersten Loops. Der zweite Loop richtet sich übrigens nur in seiner Formlänge nach dem ersten Loop, kann aber auch gern mehrere Formen lang bespielt werden.

Wie man im ersten Audiobeispiel gut hören kann, gibt es an der Audioqualität wirklich nichts zu meckern. Das Poti von Loop 1 stand bei ca. 14 Uhr, das zweite Poti war voll aufgedreht.

Schauen wir uns nun die recht reichhaltige FX Sektion genauer an.

Eine typische Reverse-Funktion hält der erste aktivierbare Mode bereit. Auch er macht eine gute Figur und lässt sich ohne Latenzen aktivieren und deaktivieren. Dennoch würde ich mir in bestimmten Situationen wünschen, den jeweiligen Effekt für nur einen Loop anwenden zu können.

Der zweite Effekt lässt die Aufnahme halb so schnell ablaufen und das in wirklicher guter Qualität, wie ihr im folgenden Audiobeispiel hören könnt.

Der neue Ditto bietet zudem die Möglichkeit, mehrere Effekte übereinander zu legen. Deaktiviert man dabei einen Effekt, bleibt der andere weiterhin bestehen. Hat man aber z.B. zwischenzeitlich drei Effekte aktiviert, werden die letzten beiden gleichzeitig deaktiviert.

Im Folgenden spiele ich dieselbe Aufnahme erst rückwärts ab, lasse sie dann zusätzlich doppelt so schnell laufen, aktiviere danach den "Tape Stop" Modus und fade abschließend das Beispiel aus.

Auch diese Aufgabe löst der Ditto mit Bravour!

In der FX-Sektion finden wir auch einen "Once"-Modus, in dem die Aufnahme nur einmal abgespielt wird. Außerdem lässt sich unter dem letzten FX-Menüpunkt, der mit "Hold" betitelt ist, das Signal "einfrieren".

Auch hierzu ein Beispiel:

Wie man hören kann, läuft die Aufnahme indirekt weiter, während man den FX-Fußschalter hält, und ist dementsprechend beim Loslassen des Fußschalters auch an einem anderen Punkt.

Um die Decay-Funktion genauer zu beleuchten, spiele ich auf Loop 1 über eine Aufnahme zusätzlich zwei Overdubs. Das Decay-Poti steht dabei auf 12 Uhr.

Hier ordnen sich die Aufnahmen der jeweils aktuellsten Aufnahme lautstärketechnisch unter. Stellt man die Decay-Funktion extrem ein, kann man die vorherige Aufnahme auch komplett verschwinden lassen. Der Ditto X4 hat übrigens ebenfalls eine Undo-Funktion an Bord, mit der sich der zuletzt aufgenommene Overdub auch wieder löschen lässt. Dafür muss nur der Fußschalter des Loops in der Abspielphase länger gehalten werden.

Im Serial Mode werden, wie in der Detailbeschreibung erwähnt, die Loops nacheinander abgespielt. Ich nehme nun zwei Akkordfolgen auf und spiele diese abwechselnd ab. Um bei einer Live Performance zwei Songparts zu bespielen oder einfach nur über verschiedene Akkordfolgen zu üben, eignet sich diese Funktion sehr gut.

Wie schon erwähnt, lassen sich die Loops auch sichern und per USB ohne eine weitere Software an den Rechner übertragen. Mein Mac erkennt den Looper einfach als externe Festplatte mit zwei Ordnern. Auch umgekehrt kann man so beispielsweise Audiofiles zu Backing Tracks überspielen. Wichtig ist nur zu wissen, dass sich die vorher gespeicherten Loops nur am Gerät löschen lassen. Löscht man die Files am Rechner, akzeptiert der Looper den Löschvorgang nicht. Je nachdem, wie groß ein Audiofile ist, kann eine Übertragung auch einen Moment dauern. Steuern lässt sich dann der Backing Track ganz bequem einzeln in seiner Lautstärke über das Poti, wenn man den dazugehörigen Kippschalter nach unten gedrückt hält. TC bietet übrigens mit seinen Star Jam Loops dem Anwender Loops bekannter Gitarristen zum Mitjammen an.

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