Test
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02.04.2019

Praxis

DAB+ und FM-Radio

Über die Source-Taste gelange ich in die Quellenauswahl, als da wären: DAB, FM, AUX, CD, USB, SD und Bluetooth. Der DAB-Senderscan wird über das Menü ausgelöst (Local Scan, Full Scan), allerdings war das Gerät bereits eingestellt und ich muss nur über den Endlosregler zu einem passenden Sender wechseln. Klingt gut, was da aus den via XLR angefahren Monitoren kommt. Gespeichert werden die Sender via Shift + M.Preset und die dazugehörigen Nummerntasten unter dem Slot-In, direkt abgerufen ebenfalls über diese. 20 Plätze dürft ihr mit DAB-Sendern manuell belegen, automatisch erfolgt dies nicht. Es lässt sich auch nach Programmtypen scannen.

Der FM-Preset-Senderscan wird hingegen über die Kombination Shift & A.Preset ausgelöst. Gefundene Sender gelangen so auf die zugehörigen Speicherplätze, die sich via Direkteingabe oder Encoder selektieren lassen. Manuell wird mittels Pfeiltasten gescannt, mittels Endlosdrehregler kann man dann auch manuell in 0,05-MHz-Schritten im üblichen Frequenzband von 87,5 bis 108 MHz suchen. Per Nummerntasten-Eingabe wird gespeichert. Über die RDS/Infotaste lassen sich unterschiedliche Informationen im Display verfügbar machen (Titel, Sender, Programmtypus, Frequenz etc.). Mit der Stop-Taste schaltet man zwischen Programm- und Speicherplatzwahl. Es steht ferner eine Mono-Stereo-Umschaltung zur Verfügun

CD- und USB/SD-Player

Der CD-Player unterstützt CD-DA, CD-ROM, CD-R, CD-RW (nur CD-DA-Format) sowie Daten-CDs mit MP3- oder WMA-Dateien.

Der USB/SD-Mediaplayer kann Musik von FAT32/16-Medien wiedergeben. Meine USB-Sticks und SD-Karten wurden ausnahmelos akzeptiert, einmal 65 und einmal 200 Titel korrekt erkannt. Bei der Wiedergabe von SD-Karten und USB-Sticks können MP3-, AAC-, WAV- und WMA-Dateien abgespielt werden. Für Titel und Ordner auf Daten-CDs, SD-Karten und USB-Sticks wird empfohlen, nicht mehr als 50 Verzeichnisse und 300 Dateien abzulegen, dazu maximal 16 Ordnerebenen und maximal 260 Zeichen Dateipfadname. Die Titel werden nach Dateinamen in Unicode Reihenfolge sortiert. Es können sowohl vollständige Datenträger wie auch einzelne Ordner wiedergegeben werden.

Ein sanfter Slot-In nimmt eure Silberlinge entgegen, das Einlesen und Einstarten dauert ein Weilchen. Knapp 9 Sekunden bei einer Audio-CD und 14 Sekunden bei einer MP3-Daten-CD mit 64 Tracks, um es zu konkretisieren - auch, wenn man zwischendurch den Modus wechselt.

Zur Track-Auswahl lassen sich der Encoder oder die Nummerntasten nutzen, wobei für Audio-CDs bis zu zwei Stellen, für Daten-CDs gar drei Stellen eingeben werden dürfen. Als Wiedergabemodi stehen fortlaufend, Einzeltitel und Zufall zur Auswahl. Hier lässt sich auch eine Wiederholschleife festlegen (A-B-Rep), jedoch ist diese nicht nahtlos.

Wähle ich einen Titel aus oder drücke ich auf die Play-Taste bei laufendem Track, wird bei „inkrementeller Wiedergabeeinstellung“ direkt der nächste eingestartet. Das dauert je nach Medium etwa eine (Audio-CD) bis fünf (Data-CD) Sekunden. Der Encoder springt hingegen in der Rückwärtsdrehung zum Titelanfang. Mit Betätigung der Shift-Taste gelangt man an die erweiterten Funktionen, beispielsweise Abspielmodi, Repeat, Power-on-Wiedergabe etc. Via Display-Taste lassen sich Infos wie Laufzeiten (Audio-CD) oder Laufzeiten, Artist, Album, Title, File, Folder anzeigen.

Lesen, Navigieren, Abspielen

Nicht ganz so glatt lief es mit den beiden externen 128 GB FAT32 SSD, einmal beladen mit gemischten Audios, darunter auch lange Mixes, normale Tracks und Samples/Jingles, einmal nur kurze Samples. Es dauerte 2:20 Minuten, bis das Gerät die komplette Platte eingelesen hatte. Dann wurden auf Disk A von 8000+ Files aber nur 864 angezeigt, auf Disk B von 3000+ Files nur 280. Mag sein, dass es daran liegt, dass die SSDs am Mac beschrieben wurden. Jedenfalls gibt es einen Hinweis im Handbuch, dass dies zu Problemen mit der angezeigten Dateianzahl führen könnte.

Die Navigation durch Ordnerstrukturen mit gezielter Titelauswahl ist in meinen Augen nicht geglückt, da man am Gerät via Display-, Shift – und P.Area-Taste arbeiten muss, (Alternativ: Fernbedienung ), ferner die Titel während der Suche (also quasi vor einer potenziellen Bestätigung der Auswahl) einstarten. Auch ist eine einzeilige Navigationsanzeige bei einer HE Baugröße vielleicht „gängiger Standard“, doch es geht auch anders, wie man an einem DAP-Audio IR-100 gut sehen kann. Hinzu kommt, dass man beim Wechsel von der Root-Ebene in die Ordnerebene mit einer der Einlesezeit entsprechenden Wartezeit rechnen muss.

Für die Statistik: Zum Vergleich habe ich die SSD-Platten mit dem Denon 700R eigelesen – korrekte Anzahl Tracks, Einlesezeit 10 Sekunden. Ein fast voller USB-Stick mit 64GB war beim Denon in 5 Sekunden startklar, beim CD-400UDAB dauerte es siebenmal so lang Sekunden.

Kommt Musik vom digitalen Medium, lassen sich File, Artist, Album, Titel, Ordner und Track-Nummer anzeigen. Die Ladezeit beim Track-Wechsel geht in Ordnung, die lineare oder numerische Anwahl geschwind von der Hand. Das Vorspulen einer MP3 bei einer typischen Micro-SD-Card oder dem Stick gestaltet sich etwas zäh (2 Sekunden normal, 5 Sekunden bei der Hochgeschwindigkeitssuche, die nur am Gerät selbst verfügbar ist).

Bluetooth und AUX-IN

Der integrierte Bluetooth-Empfänger ist prädestiniert, um Audiodateien, Musik, Podcasts etc. von einem Smartphone, Tablet-Computer oder sonstigen Blauzahn-Transmittern wiederzugeben. TASCAM CD-400U DAB unterstützt die folgenden Bluetooth-Profile: A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) sowie die Codecs SBC, AAC und aptX. Der Player wird als „CD400U“ vom iPhone erkannt und ist problemlos vom Gerät aus ansteuerbar.

Hier funktionieren die Spultasten und Play und Pause als Play/Pause sowie der Encoder zum Track-Skipping. Bei älteren Geräten, die ein Passwort verlangen, ist 0000 voreingestellt. Bei einem Neustart versucht der Player, das zuletzt „gepairte“ Device erneut zu verbinden und gibt nach 5 Sekunden auf, sollte er es nicht finden. Eine „Device List“ für mehrere, bereist einmal verbundene Bluetooth-Geräte gibt es nicht.

Fehlt noch die Miniklinkenbuchse an der Front, der Stereo-Aux-In: Auch hier ließen sich ein MP3-Player oder ein Smartphone anschließen und Musik einspielen. Eine Lautstärkeregelung hat dann über das angeschlossene Device stattzufinden.

Remote, Netzwerkeln und Einstellungen

Wer den Player fernsteuern möchte, nutzt die kompakte IR. Damit lassen sich relevante Funktionen bequem bedienen. Mit der optional erhältlichen Netzwerk-Erweiterungskarte kommt man zwar nicht in den Genuss von Webradio, UPnP/DLNA-Medienserver oder ähnlichem – der Expansion-Port dient aber immerhin dazu, das Gerät über Netzwerk respektive Telnet fernsteuern zu können (geht auch mit der seriellen Buchse). Ein LAN-Webkonfigurationsmenü/GUI ist nicht vorhanden.

Output und Kopfhörer

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass sich das Ausgabesignal am XLR- und Cinch abgreifen lässt. Zwar kann die Ausgabe-Lautstärke via Menüpunkt „Attenuation“ (gilt für alle Outputs, nicht separat) abgesenkt werden, aber die Lautstärke lässt sich nicht direkt am Gerät per Taste oder Encoder regeln – schade, das habe ich auch schon anders erlebt. Andererseits muss man so nicht befürchten, dass irgendjemand – außer vielleicht technische Naturen – einen möglicherweise am Gerät bereits voreingestellten, abgesenkten Pegel eigenmächtig wieder auf Anschlag fährt. Zumal man auch einen Panel-Lock einschalten kann – allerdings ohne Passcode.

Klanglich wird man jedenfalls nicht enttäuscht und dazu kommt noch, dass man das (zuletzt selektierte) Radiosignal separat an die Cinch-Buchsen des Tuner-Out schicken kann. Einmal eingestellt, darf man dann auf CD, Blauzahn oder Stick wechseln und dort weitermachen. Themenbezogene Musik in unterschiedlichen Verkaufsräumen, Lounge-Sound oder Fußballkonferenz im Biergarten/Wintergarten, während in der Kneipe gerockt wird oder im Saal die Tanzmucke brummt, die Möglichkeiten sind vielschichtig. Aber nicht wörtlich verstehen bitte, denn Brummen tut hier nix. Auch der Kopfhörerausgang entpuppt sich als transparent und ausreichend laut. Das gefällt. Praktisch auch: Der TASCAM CD-400U DAB kann mit der gleichen Wiedergabefunktion, die als letztes aktiv war, Musik abspielen, sobald er eingeschaltet wird, oder nach einstellbarer Zeit in den Standby-Modus fahren.

Wer eine Zeitschaltuhr einsetzt, kann also pünktlich “zum Aufschließen” die Power-on-Play Funktion nutzen. Auch eine Resume-Play-Möglichkeit ist vorhanden, die sich den letzten gespielten Titel merkt und wieder mit diesem beginnt.

Recording …

oder besser gesagt „Dubbing“ bietet die Möglichkeit, DAB, UKW, Audio-CD allerdings keine Daten CD, Bluetooth oder Aux-In auf SD oder USB zu kopieren – auch schließen sich USB und Stick gegenseitig aus (also weder ist Kopieren von A nach B möglich, noch Dubben auf A UND B).

Während der Aufnahmevorbereitung herrscht etwas 5 Sekunden lang „Funkstille“. Beim CD-Kopieren wird auch CD wiedergegeben. Gleiches gilt für Radio. Zwar ist eine Auto-Mute-Funktion verfügbar, ein Source-Wechsel beendet aber in jedem Fall die Aufnahme. Diese wird als RecXXX.mp3 (XXX steht für drei Nummern wie 001) gespeichert. DAB lässt sich mit bis zu 192 kBit aufnehmen, Audio-CDs mit bis zu 320 kBit. Verlustfreies Wave-Recording ist nicht möglich und natürlich müssen potenzielle Copyrights beachtet werden. Ist die Karte voll, gibt’s einen Warnhinweis. Auf eine 64 GB Karte passen aber über 400 Std. Mukke, also keine Bange.

Menüs

Vor dem Fazit noch ein Blick in die Menüs: Hinter der Taste Home/Menu bieten sich diverse Möglichkeiten, um gerätespezifische Einstellungen vorzunehmen. Es sind im Grunde zwei unterschiedliche Menüebenen verfügbar. Bei DAB-Source finden sich hier die Scan-Möglichkeiten (Local, Full, Manual) und die Option, die Dynamikkompression (DRC) an/auszuschalten (Hi, Low, Aus) Das „normale“ Menü hingegen gibt Zugriff auf die APS-Settings, Dubbing, Ausgangspegel-Anpassung (off sowie -1 bis -15 dB), Resume-Settings, den seriellen Modus (RS232/LAN), Tuner-Out, das Dubbing-Format (MP3, 96 - 320 kBit) und weitere Parameter.

Firmware-Update

Hier muss ich leider einen Wermutstropfen einschenken: Zunächst waren in der Zip-Datei, die ich von der Tascam-Website geladen habe, zwei unterschiedliche Dateien zu finden, von denen die mutmaßlich richtige „CD400DAB“ nicht erkannt wurde und die im gleichen Zip vorhandene „CD400“ mit der Meldung „MCU Update Finish“ den Player vorübergehend ins „Nirvana“ (v.2.1) schickte. Das Update-Manual erwies sich hier als "lückenhaft". Nachdem ich dann mit dem kompetenten Service Kontakt aufgenommen hatte, verwies mich dieser auf einen Firmware-Download von der EU-Tascam-Page. Dieses Update (V.1.2) lief problemlos.

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