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23.04.2016

Steinberg Nuendo 7 Test

DAW-Software

Mehr als nur Produktpflege

Nuendo ist seit Jahren ein Ernst zu nehmender Mitspieler im Sortiment der etablierten Audio-Post-Production-Programme. Durch die Veränderungen in der Pro-Tools-Lizenzpolitik und die funktionierende Marktaufteilung der Steinberg-Programme wird Nuendo für viele Studios immer interessanter. Eine Bestandsaufnahme.

Vor fast 15 Jahren Jahren hat Steinberg ein Reset gewagt und Cubase sowie Nuendo auf die gleiche Code-Basis gestellt. Von da aus haben sich beide DAWs weiter in ihre Spezialgebiete vertieft und zusätzliche individuelle Funktionen bekommen. Grundlegende Verbesserungen kommen jedoch immer beiden Programmen zugute. Meist legt Cubase vor und Nuendo zieht hinterher. Nuendo 7 hat aber auch eine Reihe eigener neuer Funktionen, die ich im folgenden neben den Cubase-8-Neuigkeiten vorstellen will.

Details

Cubase-8-Features

Neben den Nuendo-only Neuigkeiten gibt es eine Reihe von Veränderungen in Nuendo 7, die schon seit Cubase 8 bekannt sind, aber erst mit der Version 7 Einzug in Nuendo gehalten haben. Im Großen und Ganzen möchte ich zu diesem Thema auf den Cubase-8-Test meines Kollegen Alexander Berger verweisen, den Ihr hier findet. Auf ein paar besonders wichtige Funktionen aus diesem Paket will ich aber auch in diesem Test noch eingehen.

Spezielles für die Audio-Post-Production

Neben den wichtigen neuen globalen Funktionen, gibt es natürlich eine ganze Reihe solcher, die den Nutzern helfen, die sich in sehr spezialisierten Gebieten der Audioproduktion herumtreiben, zum Beispiel in der Filmvertonung oder im Bereich Audio für Games. Viele dieser Funktionen gibt es in keiner anderen DAW außer Nuendo. Während es schon seit geraumer Zeit ein Taker-System gibt, dass den Nutzer bei der Erstellung von Synchronfassungen (in einer anderen Sprache erstellte Sprachversionen eines Films) unterstützt, sind mit Version 7 einige weitere hinzugekommen, die das Angebot abrunden. 

Cubase Deluxe?

Eine immer wieder auftauchende Frage betrifft das Verhältnis von Cubase zu Nuendo. Dass Nuendo deutlich teurer ist, weckt bei manchem Cubase-User die heimliche Sorge, doch nur das zweitbeste Produkt zu besitzen. Das ist aber ein Irrglaube. Grundsätzlich arbeiten Cubase und Nuendo auf der identischen Code-Basis und alle Basics sind identisch. Nuendo ist ein Spezialisten-Werkzeug für eine deutlich kleinere Zielgruppe als Cubase und ist schon aus diesem Grund teurer. Zum Produzieren von Musik benötigt man weder ein Taker-System noch die ausgefuchsten Synchronisationsmöglichkeiten von Nuendo. Steinberg hat meiner Meinung nach einen sehr guten Job gemacht, die beiden Produkte voneinander zu differenzieren: Nuendo ist nicht Cubase plus Spezialfunktionen, denn auch Cubase hat einige Funktionen, die sich der Nuendo-Besitzer über das so genannte NEK (Nuendo Expansion Kit) für etwa 300 Euro dazukaufen muss. Dabei handelt es sich zum Beispiel um spezielle Funktionen für die Musikkomposition wie die Chord Pads oder den Akkord-Assistenten und einige Software-Instrumente. Als Faustformel gilt: Wer ausschließlich Musik macht, ist mit Cubase bestens bedient. Wer Audio Post Production betreibt, sollte Nuendo benutzen, um in den Genuss des optimierten Workflows zu kommen. 

Vergleich mit Pro Tools

Am Ende des Tages geht es für Nuendo meistens um den direkten Vergleich mit dem Platzhirschen Pro Tools. Die DAW dominiert nach wie vor den weltweiten Audio-Post-Production-Markt, obwohl Avid sich seit Jahren den Luxus erlaubt hat, kaum noch Verbesserungen für diesen Arbeitsbereich anzubieten. Nuendo hat in den vergangenen Jahren aber durch konsequente Fortentwicklung immer mehr Nutzer auf seine Seite ziehen können. Aber auch an dieser Front gab’s im vergangenen Jahr Veränderungen. Zur Info: Wenn in diesem Testbericht von „Pro Tools“ die Rede ist, ist immer das teurere Pro Tools HD gemeint. Nur diese große Version bietet Surround-Mixing und ist direkt mit Nuendo vergleichbar.

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