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Test
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26.06.2015

Spector Rebop 5 Deluxe Test

Fünfsaitiger E-Bass

Der Ami-Kultbass zum Sonderpreis!

Seit 1993 lässt Spector preisgünstigere Versionen seiner gefragten NS-Modelle in Tschechien produzieren. Aus dieser sogenannten Euro-Serie stammt auch unser Testkandidat, ein fünfsaitiger Rebop Deluxe im "Black Stain"-Finish. Firmengründer Stuart Spector himself kann man getrost als Urgestein im Boutique-Bassgeschäft bezeichnen: der amerikanische Gitarrenbauer aus dem schönen Woodstock mischt mit seinen edlen handgefertigten Bässen nun schon seit über 40 Jahren im Tieftongeschäft mit. Durch tolle Qualität und harte Arbeit hat er sich als feste Größe am Markt etabliert.

Seine ersten experimentellen Instrumente baute Spector schon Anfang der 70er-Jahre für den eigenen Gebrauch. Die Erfolgsgeschichte seiner Firma "Stuart Spector Design, LTD" nahm 1977 mit der Einführung des inzwischen legendären NS-Basses richtig Fahrt auf. Für das Design des NS-Modells zeichnete damals übrigens kein Geringerer als Ned Steinberger verantwortlich, der einige Jahre später mit seinen Aufsehen erregenden Steinberger-Bassmodellen weltbekannt werden sollte.

Details

Der Rebop Deluxe hatte 2004 sein Debüt in der Euro-Serie und ist die preisgünstigere Version des amerikanischen NS-Modells in der "Bolt-On"-Variante (also mit angeschraubtem Hals). Der Rebop kommt mit dem außerordentlich kompakten, leicht gewölbten und an allen Stellen abgerundeten NS-Korpus. Als Korpusmaterial hat Spector für die europäische Version Erle gewählt. Auf den Body wurde eine Ahorndecke geleimt, deren schöne Maserung durch das transparente "Black Stain"-Finish deutlich zu erkennen ist und für eine schicke Nobelbass-Optik sorgt.

Der geschraubte Hals des Rebop reicht tief in den Korpus hinein, damit die Schwingung optimal übertragen werden kann. Für eine bombenfeste Hals/Korpus-Verbindung sorgen fünf Schrauben, die durch Metallhülsen geführt werden. Der Hals wurde sehr aufwändig hergestellt: er besteht aus drei Streifen Ahorn, und Graphitstäbe im Profil erhöhen zusätzlich die Stabilität der Konstruktion. Auf dem Ahornhals sitzt schließlich ein Griffbrett aus Palisander, in welchem 24 breite, aber relativ flache Bünde Platz finden. Als Lagenmarkierungen kommen große kronenförmige Inlays aus Perlmutt zum Einsatz.

Am oberen Ende läuft der Hals in einer leicht nach hinten abgewinkelten Kopfplatte aus. Sie beherbergt unter einer Kunstoffabdeckung den Zugang zum Halsstab sowie fünf schwarze und gekapselte Mechaniken im Gotoh-Stil.

Damit wären wir auch schon beim Thema Hardware des eleganten Spector-Basses aus tschechischer Fertigung angelangt: die massive Aluminiumbrücke stammt aus eigener Herstellung und besitzt an den seitlichen Flanken Inbusschräubchen, mit denen die Saitenreiter nach der Einstellung arretiert werden können. Die großen Reiter selbst können wie gewöhnlich in der Höhe für die Saitenlage und in Längsrichtung für die Intonation justiert werden. An den durch Kerben fixierten Saitenabstand von 17 mm wird sich so mancher Tieftöner anfangs möglicherweise gewöhnen müssen - vor allem dann, wenn man ansonsten eher ein breiteres Viersaiter-Stringspacing gewöhnt ist!

Der Saitenwechsel geht mit der Spector-Brücke schnell von der Hand, die Enden können nämlich bequem am Rücken der Brücke eingehängt werden und müssen nicht erst mühsam durch Löcher gefädelt werden. Insgesamt macht die moderne Konstruktion einen sehr soliden Eindruck und passt auch optisch gut zum eleganten Rebop Deluxe.

Für die Sound-Übertragung sind bei unserem Testling zwei passive Humbucker vom kalifornischen Traditionsunternehmen EMG zuständig. Die EMG HZ-Tonabnehmer geben das Signal wiederum an die Spector-eigene Elektronik mit dem plakativen Namen "TonePump" weiter. Der TonePump-Preamp bietet je einen Regler für die Bässe und Höhen mit "Boost Only"-Funktion - die betreffende Frequenzen können also laut der Spezifikationen auf der Spector-Webseite lediglich angehoben (um maximal +18 dB) und nicht abgesenkt werden. Für die Lautstärke hält der TonePump-Preamp in klassischer Art für jeden Tonabnehmer einen eigenen Regler bereit; das Bedienfeld des Rebop umfasst also insgesamt vier Regler.

Gespeist wird die Elektronik mit einer 9V-Batterie, die ebenfalls im Elektronikfach untergebracht wurde. Zum Wechseln des Energiespenders muss demzufolge der gesamte Deckel mit fünf Schrauben abmontiert werden. Spector verwendet hier jedoch immerhin Metallgewinde, sodass die Löcher im Laufe der Jahre ganz sicher nicht ausleiern werden. Im Elektronikfach selbst sieht es sehr übersichtlich und ordentlich aus, nur die Batteriehalterung in Form eines einfachen Klettbandes hätte man sicher noch optimaler gestalten können. Das wäre tatsächlich aber auch meine einzige Kritik in Sachen Material- und Verarbeitungsqualität, denn ansonsten macht der Rebop Deluxe einen absolut hochwertigen Eindruck. Alle verwendeten Komponenten sind von guter Qualität und die Holzarbeiten wurden ebenso akkurat und tadellos ausgeführt wie die Lackierung.

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