Software
Test
10
04.09.2019

Praxis

UAD-2 vs. native


Und was hat sich nun geändert? Nicht viel, eigentlich gar nichts. Die GUI ist in etwa die selbe, nur etwas frischer und auch retinageeignet, sogar der Preis ist gleich, wenn man von dem aktuell laufenden Einführungsangebot einmal absieht. Die „neue“ Version hat im Prinzip nur mehr Presets bekommen und lässt sich nun eben auch ohne Universal Audio Hardware betreiben. Ich tippe mal auf ein Lizenz-Abkommen als Hauptgrund für die Verzögerung zwischen den beiden Releases – Kapitalismus eben. ¯\_(ツ)_/¯

 

Push statt Pull


Der Klang ist aber wirklich gut, mit seinen breiten Strichen musikalisch schmeichelnd und tendenziell trotzdem eher unauffällig. Besonders starken Charakter entwickelt der virtuelle Curve Bender für meinen Geschmack nicht unbedingt. Trotzdem sind es gerade die crispen Mitten, die schön boosten, sodass man unkompliziert Snares und Gitarren nach vorn holen kann. Man muss allerdings auch schon ordentlich aufs Gain-Pedal drücken, damit etwas passiert, weil die breiten Filter-Kurven nun wirklich breit sind und selbst in der steilsten Variante nicht besonders steil sind. 

Der Chandler ist also eher ein klassischer Reindreh-EQ und für chirurgische Eingriffe damit eher weniger geeignet – zu breit und zu unflexibel sind die festen Frequenzen. Insofern ist es auch etwas Schade, dass es keinen Input-Gain gibt. Außerdem sind es nach heutigen Gesichtspunkten auch etwas wenige Bänder, zumindest auf der virtuellen Ebene. Das Doppel-Mono-Feature mit bis zu 8-Bändern auf Mono-Spuren der UAD Variante fehlt hier. Bei der nativen Version kann man aber theoretisch nacheinander ordentlich Instanzen in die DAW ballern – 10 Plugins benötigen dann aber auch in etwa 35 % CPU-Load ,zumindest bei mir und in Ableton Live bei 44,1 kHz auf meinem 2016er MacBook 2,7 GHz i7. Auf der anderen Seite tut jedem etwas Limitierung gut und man denkt exklusiv über jedes Band nach, ob es denn nun wirklich sein muss. Die Disziplin hat aber auch nicht jeder.


Ein echter Zugewinn ist außerdem die M/S Funktion, mit der man Mixe auch breiter machen kann – in der L/R-Konfiguration hatte ich hingegen sogar das Gefühl, dass sehr weite Mixe etwas schmaler werden können.

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