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Test
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02.07.2013

SM Pro Audio MBC502 Test

API 500 Zweiband-Optokompressor

Zwei Slots, zwei Bänder

SM Pro Audio MBC502 im Test: Der allgemeine Run auf unser geliebtes 500-Format bleibt ungebrochen. Nun geht auch SM Pro Audio mit einer ganzen Palette an teils ungewöhnlichen Geräten an den Start.

Das kann uns als Anwendern nur recht sein, denn die bekannten Pfade sind mittlerweile tief ausgetreten. Auch das ist selbstverständlich keine schlechte Sache, denn  Auswahl ist immer gut. Aufhorchen muss man aber immer dann, wenn 500-Module auf den Markt kommen, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt – und auch dann, wenn sie nicht von einem der Traditionshersteller mit Vintage-Historie stammen. Von langer Tradition kann bei SM Pro Audio zwar wirklich nicht die Rede sein, aber mit rund zwölf Jahren am Markt kann man auch bei diesem australischen Hersteller schon auf einige Erfahrung im Geschäft mit Studioequipment zurückblicken.

Mit dem MBC502 schicken die Ingenieure von „down under“ ein Gerät mit in der Tat ungewöhnlichem Profil ins Rennen: Es handelt sich um einen zweibandigen Mono-Kompressor mit optoelektronischem Regelelement. Wie das Modul genau ausgestattet ist, wollen wir uns nun einmal näher anschauen.

Details

Breit, aber nicht zu breit

Als Mono-Gerät mit doppelter Slotbreite befindet sich der MBC502 – was die Gehäuseform betrifft – beispielsweise in Gesellschaft von Preamps wie dem Great River MP-500NV. Dieses Format ist aufgrund der eher ungünstigen Platzökonomie nicht weit verbreitet, aber wir wollen es keineswegs verdammen. Einige Neve-Clones, die jüngst vorgestellt wurden, okkupieren gar drei Lunchbox-Slots für einen Mono-Kanal – so gesehen befindet sich der MBC502 immer noch auf der sicheren Seite.

Multiband-Optokompressor

Das Kürzel MBC502 steht vermutlich für einen Multibandcompressor im 500-Format mit zwei Bändern. In der Kiste ist also drin, was draufsteht. Der Frontplatten-Look setzt sich deutlich vom reduzierten Industrie-Charme à la API und Electrodyne ab, hier wird mit pinken Aluminium-Applikationen eine ganz andere Sprache gesprochen. Doch trotz der etwas barocken Designelemente bietet die Frontplatte Platz für zahlreiche Bedienlemente. Jedes Kompressorband verfügt über einen identischen Satz Controls: Diese bestehen aus gerastertem Level-Poti, LED-gestütztem Mute-Button sowie Potis für Threshold, Attack (1-100 ms) und Release (0,1 – 3 s). Zusätzlich bietet jeder Kanal einen weiteren Schalter, mit welchem die Kompression (de)aktiviert werden kann sowie ein LED-Instrument mit fünf Segmenten zur Anzeige der Pegelreduktion.

41 verschiedene Übergabefrequenzen

Besonders wichtig ist bei einem mehrbandigen Kompressor natürlich die Einstellung der Crossoverfrequenz. Beide Bänder sind mit einer vierpoligen Frequenzweiche (24-dB/oct-Linkwitz-Riley-Filter) voneinander getrennt, und die Übergangsfrequenz lässt sich sehr flexibel wählen: Ein Rasterpoti mit 41 Positionen erlaubt die Anwahl einer Frequenz zwischen 70 Hz und 3,6 kHz, wobei der Bass- und Tiefmittenbereich besonders fein aufgelöst ist: Auf diesen entfällt gut die Hälfte der verfügbaren Frequenzpunkte. Das ist praxistauglich gelöst, denn in vielen Fällen möchte man mit einem zweibandigen Kompressor ja den Grundtonbereich unabhängig von den Obertönen bearbeiten können.

Schließlich dient noch ein weiteres Poti der Einstellung des Ausgangspegels, und ein Bypass-Schalter mit LED-Anzeige nimmt via ein Relais das Gerät aus dem Signalweg. Als optisch beherrschendes Element sitzt in der Mitte der Frontplatte ein Drehspul-VU-Meter, das den Ausgangspegel anzeigt.

Zwei Platinen tragen die Elektronik

Die Konstruktion der Kassette wurde weniger opulent ausgeführt als bei den bekannten Highend-Platzhirschen, dennoch gibt sich das Modul in funktionaler Hinsicht kaum eine Blöße. Der MBC502 wurde solide gefertigt und sollte in puncto Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit auch kritischen Anforderungen genügen. Auch der interne Aufbau macht einen sehr sauberen Eindruck: Die Schaltung des MBC502 findet überwiegend auf zwei Platinen Platz, die in klassischer „Through-the-hole“-Lötweise bestückt wurden. Die übertragerlos elektronisch symmetrierte Schaltung basiert überwiegend auf OpAmp-ICs des Typs LME 49720 – ein Baustein mit ziemlich guten Audiowerten, mit dem sich beispielsweise Schaltungen mit geringsten Klirrfaktoren realisieren lassen.

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