Test
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03.07.2019

Praxis

Fett, aber kontrolliert klingt die Element Aluminium

Nachdem ich mein Snare-Stativ etwas nach unten justiert habe, um den Achtzöller in eine kommode Position zu bringen, geht es an die ersten Sound-Eindrücke. Und die fallen durchaus positiv aus, denn diese doch ziemlich voluminöse Trommel fühlt sich überraschend handlich und schnell unter den Stöcken an. Ich zumindest habe schon wesentlich trägere 8er Snares gespielt. Aufgrund des Materials Aluminium erzeugt die Element immer einen tendenziell trockenen Klang, besonders in höheren Stimmungen hat man nur selten das Gefühl, zu Dämpfung greifen zu müssen. Dazu trägt auch die schwere Gussbauweise bei. Gut gefällt mir auch die schnelle Teppichansprache sowie die angenehm integrierten Rimshots und Rimclicks. Um einen besseren Vergleich zu ermöglichen, habe ich das Video und einen Großteil der Soundfiles mit einem Remo Ambassador coated Schlagfell aufgenommen. 

Sehr hohe Stimmung

„Crack“ sagt es, wenn man die Element ordentlich anzieht und einen kräftigen Rimshot platziert. Allerdings klingt die Snare Drum nicht leblos, denn der starre Kessel komprimiert auch bei hohen Spannungen nur wenig. Trotz der Maße würde ich die Snare problemlos in Funk und HipHop einsetzen, wenn ein runder, breiter Attack trotz hohen Tunings gewünscht wird. Mir gefällt der Sound wirklich sehr gut. 

Mittelhohe Stimmung 

Nochmal deutlich voluminöser wird es, wenn man dem Schlagfell etwas mehr Luft zum Atmen gibt, denn dann kann die Testtrommel ihren „Hubraum“ richtig ausspielen. Sehr schön gefällt mir der knusprige Attack und der offene, aber gleichzeitig kontrollierte Kesselton mit seinen begrenzten Obertönen. Diese Charakteristik sorgt gleichzeitig für einen fetten Snaresound bei Aufnahmen, denn man ist nicht gezwungen, mit Gaffatape zu hantieren. Auch das Spielgefühl wirkt sehr satt und angenehm, die viele Luft im Kessel wirkt ein bisschen wie ein Kissen. Trotz hoher Sounds hat man so nicht das Gefühl,  auf einem Brett zu spielen. Die ersten beiden Files habe ich mit dem Remo Fell gespielt, in den beiden anderen hört ihr das doppellagige Werks-Evans. Mir gefällt das Evans in einer etwas tieferen Stimmung besser, denn es hilft, die Obertöne besser zu integrieren. Eine gute Wahl sind jedoch beide.  

Mittlere Stimmung

Begibt man sich mit der SJC Element stimmungstechnisch noch eine Etage tiefer, wird der Klang Fell-lastiger. Dies ist typisch für gegossene Metall- oder sehr harte Holzkessel, denn das Material schwingt einfach weniger, sodass die Energie-Absorption eher im Fell geschieht. Das Resultat ist Geschmacksache, mir persönlich gefallen in tieferen Stimmungen etwas weichere Kessel meistens besser. In diesem Fall kann ich mich mit dem Sound jedoch durchaus anfreunden, denn die Balance aus Ton und Teppich bleibt erhalten. So hört sich das im Klangbeispiel an. 

Tiefe Stimmung

Geht es noch weiter abwärts, zeigt die Element noch einmal klar ihr großes Kesselvolumen. Natürlich nimmt dann in ungedämpftem Zustand auch das Obertonsingen zu, je nach Anwendung empfiehlt sich hier ein wenig Dämpfung. Wie sich das anhört, demonstriere ich euch am Ende des Videos. Hier kommen vier Soundfiles, die ersten beiden mit dem Remo, Nummer drei und vier in tieferer Stimmung mit dem Evans G2 Fell. 

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