Gitarre Hersteller_Seymour_Duncan
Test
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18.09.2020

Praxis

Eines vorweg: Der Lüfter ist auch in Spielpausen kaum hörbar, sodass sich der Amp nach meiner Erfahrung auch in einer Recording-Situation mit offenen Mikrofonen einsetzen lässt.
Bevor ich mit den Aufnahmen beginne, möchte ich zuerst einmal herausfinden, welche Lautstärke das Pedal in Verbindung mit meiner 2x12" Box erzeugen kann. Das Ergebnis ist vollkommen ausreichend, um locker mit einer Band mithalten zu können. Dabei kommt ein satter, druckvoller Sound zustande.
Für die folgenden Audioaufnahmen verwende ich zwei unterschiedliche Setups, einmal in Verbindung mit vorgeschalteten Pedalen, dann als Verstärker für ein Headrush-Pedalboard. Den Lautsprecherpart übernimmt eine Universal Audio OX Box, dabei habe ich eine 4x12" Box mit Vintage 30 Speakern ausgewählt.

Zunächst aber verbinde ich meine Gitarre direkt mit dem Powerstage 200, dabei ist der EQ deaktiviert. Parallel dazu nehme ich auch das aus der XLR-Buchse kommende frequenzkorrigierte Cab-Sim-Signal auf. Zuerst ist das OX Box-Signal, dann das Cab-Sim-Signal jeweils in einem eigenen Audiofile zu hören. Bei der verwendeten Gitarre handelt es sich um eine Fender Telecaster.

Auffällig ist hier das Cab-Sim-Signal, das im Vergleich zur OX Box deutlich mittiger ausfällt. Der Lüfter hält sich auch nach einiger Zeit und größerer Hitzeentwicklung im Pedal in der Lautstärke angenehm zurück. Es ist zwar ein leises Surren zu hören, bewegt man sich aber etwas vom Gerät weg, verschwindet das Geräusch.

Jetzt aktiviere ich den EQ und drehe Bass und Treble auf 15 Uhr, den Mittenregler positioniere ich auf 9 Uhr.

Der EQ erweist sich zumindest beim frequenzkorrigierten Signal als effektiv und vermag es hörbar zu verbiegen. Bei der OX Box fällt der Effekt wesentlich geringer auf.

Für die folgenden Beispiele drehe ich die drei Bänder des EQs auf 15 Uhr.

Jetzt ist auch über die OX Box eine Klangverbiegung zu hören, dabei scheint gerade der Mittenregler sehr effektiv zu agieren.

Wie Treble- und Presence-Regler in das Klangbild eingreifen, zeigt das nächste Beispiel, hier stelle ich beide auf 15 Uhr, Bass und Mid zeigen auf die Mittelstellung.

Durch die Anhebung der hohen Frequenzen frischt das Signal hörbar auf, ohne dabei grell oder ätzend zu klingen.

Nun wird es Zeit für ein paar vorgeschaltete Pedale. Zuerst hört ihr ein TC Mojo Mojo in Verbindung mit einem alten Ibanez Delay, danach einen Electro Harmonix Big Muff, ebenfalls mit dem Delay. Auch hier ist erst das OX Box-, dann das Cab-Sim-Signal zu hören. Den EQ habe ich dafür deaktiviert.

In Verbindung mit vorgeschalteten Pedalen macht der Poweramp 200 eine sehr gute Figur, zumal er die typischen Klangeigenschaften der Zerrer deutlich hervorhebt. Dabei gefällt mir der Big Muff sehr gut, da er im Vergleich zum Mojo Mojo wesentlich frischer und knackiger erscheint.
Trotz des hohen Mittengehalts kann auch das Cab-Sim-Signal gefallen, da sich die entsprechenden Frequenzen recht leicht und sehr effektiv verringern lassen. Der Klang bleibt dabei druckvoll.

Bei den letzten Beispielen kommt ein Headrush Pedal zum Einsatz, auch hier erst das OX Box-, dann das frequenzkorrigierte Signal. Für das cleane Beispiel habe ich eine Telecaster eingesetzt, für den Crunch eine Music Man Luke 3 und das letzte Beispiel mit einer Cyan Hellster Baritongitarre eingespielt, um auch aktuelle Metal-Sounds abzubilden.

Auch in Kombination mit dem Headrush überzeugt der Amp. In den tiefen Registern der Baritongitarre gibt es klanglich rein garnichts zu meckern, dem Powerstage 200 geht hier keinesfalls die Puste aus. Die tiefen Frequenzen kommen druckvoll aus den Speakern.

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