Test
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21.12.2018

Praxis

Verwendungszweck

Der geschlossene Sennheiser HD 280 Pro ist ein ausgewiesener Spezialist für das Monitoring in lauter Umgebung, der sich am DJ-Pult, auf Live-Konzerten, beim Broadcasting und auch im Aufnahmeraum bei Studiosessions am wohlsten fühlt. Für einen Platz im Regieraum zur Unterstützung des Mix- und Mastering-Prozesses sind seine Wiedergabeeigenschaften nicht geeignet.

Tragekomfort

Der Tragekomfort des geschlossenen Sennheiser Kopfhörers ist für ein Modell dieser Bauart außergewöhnlich hoch. Zusammen mit der sehr ähnlichen Konstruktion des HD 300 Pro zählt der 280 Pro vielleicht sogar zu den bequemsten und langzeit-tauglichsten Headphones in geschlossener Bauart, die je den Weg auf meinen Kopf gefunden haben und das waren bisher nicht wenige! Obwohl sich die Polster im Vergleich zum HD 300 Pro nicht ganz so edel anfühlen, erfüllen sie ihre Aufgabe gut und mindern den Druck auf die körperaufliegenden Stellen effektiv. Besonders beim Kopfbügel sticht dies hervor, weil hier viele Konkurrenzprodukte nach einer gewissen Tragezeit dann doch anfangen zu schmerzen. Trotz allen Komforts sitzt der HD 280 Pro dennoch sicher und verrutscht auch nicht bei starken Bewegungen, selbst in der Trageweise über einem Ohr, die von vielen DJs bevorzugt wird.

Klang

Der Sennheiser HD 280 Pro wurde für diesen Test an folgenden Kopfhörerausgängen bzw. Verstärkern betrieben:

iPhone SE

UAD Apollo 8

SPL Phonitor mini

Lake People G93

Neben diversen akustischen Experimenten (Sinus Sweeps, übliche DAW- Tätigkeiten) habe ich einen stilübergreifenden Mix eigener und fremder Produktionen über den HD 280 Pro angehört und analysiert.

Frequenzgang

Der grundsätzlich gutmütige Wiedergabecharakter des Sennheiser HD 280 Pro ist dem großen Bruder nicht ganz unähnlich, wobei es im Detail Unterschiede gibt. Generell, also nicht nur im Vergleich zum HD 300 Pro, fällt eine spürbare Ausprägung des Subbass auf, die dem speziellen Einsatzzweck eher dienlich als zu kritisieren ist, den HD 280 Pro aber von kritischen klangentscheidenden Maßnahmen in diesem Frequenzbereich disqualifiziert. Der Sennheiser Kopfhörer bietet in den oberen Mitten etwas mehr Details als der 300er und lässt somit beispielsweise Sprache und Gesang deutlicher hervortreten. Oberhalb des mittleren Frequenzbereich agiert er aber insgesamt eher zurückhaltend. Für die Verwendung unter hoher Abhörlautstärke ist das ebenfalls eher ein Vorteil, für den hypothetischen Einsatz beim Mischen aber zu wenige Details liefert. Für's Protokoll: Der HD 280 ist also ein robustes Monitoring-Tool und keine filigran spielende „Audio-Lupe“!

Impulsverhalten

Die eben gewonnene Erkenntnis setzt sich auch in dieser Klangkategorie fort, da der HD 280 bei tiefen Impulsen eher „ordentlichen Bumms“ statt ordentlicher Impulstreue liefert. Auch die Transienten werden etwas angeschliffen und indirekt wiedergegeben. Wiederum ist dies keine Kritik, sondern eine Eingrenzung des professionellen Einsatzgebietes. Für lautes Monitoring ist die beschriebene Art der Wiedergabe tatsächlich zweckdienlich und vermutlich gehörschonender als eine authentische Präsentation von situationsbedingt vollkommen unrelevanten Attacks/Transienten.

Räumliche Abbildung

Auch in dieser Disziplin liefert der Sennheiser Kopfhörer die Leistung, die man von einem geschlossen Kopfhörer zum professionellen Monitoring erwartet. Bei breiter Stereobühne gelingt die Ortung und Separierung einzelner Mixbestandteile zufriedenstellend, wobei die vorher beschriebenen Wiedergabeeigenschaften (milde Höhen, mäßige Impulsabbildung) Rauminformationen und Hallfahnen eher schlucken als explizit darstellen.

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