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Test
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02.04.2015

Sabian AAX Stage X-Plosion Cymbal Set Test

Becken Set

Becken für explodierende Bühnen?

Mit dem Sabian AAX Stage X-Plosion Cymbal Set möchte man all jene Trommler unter euch ansprechen, die im weiten Feld der kräftig gespielten Backbeat-Musik einen vielseitig einsetzbaren, durchsetzungsstarken Beckensatz suchen, der gleichzeitig nicht die Welt kostet. Das schreit natürlich nach einem bonedo Test, zumal es im anvisierten Preisbereich ja mittlerweile etliche, teils handgearbeitete Alternativen aus türkischer oder chinesischer Fertigung gibt. Wie der Name bereits vermuten lässt, werden hier – im Gegensatz zum regulären AAX Performance Set - mindestens zwei AAX Unterserien miteinander kombiniert. Eigentlich sind es sogar drei, denn das enthaltene 21 Zoll große Raw Bell Dry Ride gehört weder der Stage- noch der X-Plosion Reihe an. Ob die Mixtur aufgeht, untersuchen wir jetzt gründlich. 

„Stage Explosion? Soll da was auf der Bühne explodieren? Lächerliche Bezeichnung!“ Die Reaktion eines Kollegen auf die Bezeichnung meines aktuellen Testobjektes zeugt natürlich von grober Ignoranz. Wusste doch schon Keith Moon, seines Zeichens Trommler der legendären The Who, um die aufmerksamkeitssteigernde Wirkung von Sprengstoff-Experimenten beim Gig. Aber während die massive Explosion, die sich während der TV-Live-Übertragung eines The Who Gigs bei der Smothers Brothers Comedy Hour im Jahre 1967 zutrug, nachhaltige Schäden an Musikern und Equipment hervorrief, kann davon ausgegangen werden, dass Sabian und Thomann sorgfältiger und vor allem weniger gesundheitsgefährdend geplant haben. Gemein ist der Band The Who und der AAX Serie eigentlich nur, dass beide zu den erfolgreichen Vertretern ihrer Gattungen gehören. Und weil es The Who leider nicht mehr gibt und sie daher auch nicht getestet werden können, widmen wir unsere ganze Aufmerksamkeit jetzt dem Sabian AAX Stage X-Plosion Beckensatz. 

Details

Gleichmäßige und makellose Verarbeitung

Erstaunlich handlich erscheint mir der Karton, in dem sich immerhin ein ganzer Beckensatz verbergen soll. Des Rätsels Lösung ist eine Aluschraube: in Zusammenspiel mit einer Plastikmutter verbindet sie alle Becken des AAX Stage X-Plosion-Sets am Mittelloch zu einem dicken Packen B20-Bronze. Haufenweise lästiges Dämm- und Verpackungsmaterial entfällt damit. Alle im Set enthaltenen Becken sind bereits seit Jahren bekannte und beliebte Modelle, was mich natürlich nicht von der Aufgabe entbindet, sie euch noch einmal detailliert zu beschreiben. Im Satz sind die AAX Stage Hats in 14 Zoll, je ein 16 und 18 Zoll große AAX-Plosion Crash-Becken sowie ein 21 Zoll großes AAX Raw Bell Dry Ride enthalten. Das Gesamterscheinungsbild aller Testinstrumente ist von einem makellos ausgeführten Hochglanz-Finish geprägt. Ein feines, gleichmäßiges Abdrehmuster findet sich auf den Ober- sowie Unterseiten aller Becken.

Die 16 und 18 Zoll großen AAX-Plosion Crash-Becken

Mit einem knappen Kilo Gewicht fällt das 16 Zoll X-Plosion Crash in die eher leichte Kategorie von Crash-Becken, das 18er ist mit 1500 Gramm schon als Medium-Modell einzuordnen. Optisch gleichen sich beide Instrumente mit relativ großen Kuppen und ansonsten normal proportioniertem Profil. Kreisrunde, relativ dicht gesetzte Hammermale mit geringer Tiefe sorgen für mäßig starke Verdichtung der B20-Bronze und lassen einen sauberen Klang erwarten. Die großen Kuppen sind weder gehämmert noch abgedreht, eine kräftige, beidseitige Politur muss ihnen reichen. Die Bezeichnung Raw Bell Crash hätte diesen Becken auch gut gestanden, insbesondere das 18er sieht fast genauso aus wie das Raw Bell Dry Ride. 

Das 21 Zoll große AAX Raw Bell Dry Ride-Becken 

Mit seiner - im Gegensatz zu den Crashes – recht kleinen Kuppe kommt das Raw Bell Dry Ride deutlich zierlicher daher als ich erwartet hatte. Dieser Eindruck hält bis zum ersten Anheben vor: knappe 3500 Gramm sprechen hier eine deutliche Sprache und auch ohne das Becken gehört zu haben, ist es kein Kunststück, vorherzusagen, dass bei der Entwicklung wohl tatsächlich der Fokus auf der „Bell“ und dem „Dry“ lag und weniger auf der Crashbarkeit. Aber der Sound ist schließlich noch nicht dran, also eins nach dem anderen. Das Profil ist relativ stark gewölbt, ansonsten ist schnell zu erkennen, dass es zur selben Serie gehört wie die Crash-Becken. Auch hier findet sich die rohe Kuppe, die nur poliert, aber beidseitig nicht abgedreht ist. Besonders auf der Oberseite erscheint mir die Trennung von Profil und Kuppe allerdings schärfer umgesetzt als bei den Crashes.

Die 14er AAX Stage Hi-Hats

Als augenscheinlichster Unterschied zu den Beckenset-Kollegen stechen bei den Stage Hats die kleinen, von beiden Seiten regulär abgedrehten und hochglanzpolierten Kuppen heraus. Bei genauerem Hinsehen fällt allerdings eine insgesamt wesentlich feinere Hämmerung auf, die eher an die klassische Zildjian Avedis Bearbeitung erinnert als an die großflächigeren AAX-typischen Einschläge. Mit knapp über 1000 Gramm beim oberen und 1350 Gramm beim Bottom-Becken befinden sich diese Hats in der guten Gesellschaft mittelschwerer Allround-Instrumente.

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