Test
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13.03.2018

Praxis

Silbrige Allrounder mit ein bisschen mehr Power

Dass es mit dem AA Raw Bell Satz klanglich nicht in die komplexe, weiche oder gar trashige Richtung geht, offenbaren schon die ersten Schläge. Diese Becken wurden für Drummer gemacht, denen brillante, klare Beckenklänge eher zusagen als der dunkle, bedeckte Sound, der heute so oft zu hören ist. Obwohl unterschiedliche Bearbeitungsmethoden innerhalb des Satzes angewandt werden, funktionieren alle Becken im Set sehr gut. Das Ride und die Hi-Hats bilden hierbei eine kräftige, klare Basis, ohne die wesentlich leichteren Crashes akustisch zu dominieren. Hier könnt ihr euch zunächst das ganze Set anhören, im zweiten Soundfile fokussierte ich mich auch die beiden Crashes. 

Das Ride klingt trocken, aber brillant 

Mit seinem durchaus stattlichen Gewicht und seiner klassischen Anatomie fällt das Ride klanglich definitiv in die rockige Kategorie, auch im Metal-Kontext dürfte es sich noch gut durchsetzen. Der Anschlags-Sound entspricht einem trockenen, recht tiefen „Zing“, das anschließende, saubere Sustain verklingt schnell. Klar und glockig kommt auch die Kuppe rüber, sie besitzt allerdings nicht die schneidende Aggressivität mancher ausgewiesener Metal Rides. Wer sein Ride gerne auch mal ancrasht, ist mit dem AA „RBDR“ aber nicht gut bedient, dafür reagiert es zu träge und geht auch bei brachialer Bearbeitung nicht so richtig auf. 

Bei den Hats geht es hell und kräftig zu

Sowohl vom Spielgefühl als auch vom Sound her bieten die Raw Bell Hats eine gute Ergänzung zum Ride. Auch sie sind nicht für Drummer gemacht, die ein weiches Feeling und viele dunkle Frequenzanteile mögen. Diese Hats liefern „Cut“, können sich also mit gesunder Lautstärke in allen Lebenslagen durchsetzen. Sie schließen fest, ihr Anschlag ist minimal metallisch und etwas gröber als jener einer AAX oder gar HHX Hat. Trotz ihrer Klarheit sind sie nicht undynamisch, sondern reagieren auch auf leichtes Spiel noch mit ihrem vollen Frequenzspektrum. Ihr Chicksound ist auch dann noch hörbar, wenn man die anderen Becken des Sets bearbeitet, und wer halboffen ordentlich reinhaut, kann eine beträchtliche Lautstärke erzeugen. 

Die Crashes überzeugen mit schneller Ansprache und guter Auflösung

Im Gegensatz zur Philosophie vergangener Zeiten, dass Crash-Becken in lauter Musik dick sein müssen, hat sich mittlerweile bei den meisten Herstellern ein anderer Ansatz durchgesetzt. Es werden dünnere und feinere Becken eingesetzt, eine schnelle Ansprache wird durch geringere Gewichte erreicht, und wer es laut mag, greift eben zu größeren Modellen. Die beiden Raw Bell Crashes zeigen, dass es nicht glockig-hart zugehen muss, wenn man sich in lauteren Bands Gehör verschaffen möchte. Insgesamt gehen die beiden AA Becken stark in die Richtung der AAX-Plosion Modelle, was in Anbetracht der konstruktiven Gemeinsamkeiten aber auch kein Wunder ist. Sie lösen allerdings etwas silbriger auf und verklingen schneller. Ihr Spielgefühl ist eher weich, ihre Ansprache sehr schnell, und auch an der Abstimmung der Crashes untereinander gibt es nichts auszusetzen. Mit diesen Eigenschaften funktionieren sie in einem weiteren Spektrum als die anderen Modelle des Sets, so kann das 18er Crash auch als kleines Ride in leisen Kontexten eingesetzt werden.

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