Hersteller_Roland DIGI-Synth
Test
3
10.11.2010

Praxis

Sehr praxisorientiert ist die Belegung der Taster unterhalb des Displays. Zum einen dienen sie der Auswahl der Instrumentenkategorien, zum anderen lassen sich damit 10 x10 favorisierte Klänge direkt anwählen. Außerdem fungieren sie bei gedrückter Numeric-Taste als Zifferntasten.

Die Auswahl der Sounds ist reichhaltig, so wie man es von einem ausgewachsenen Synthie erwarten würde. Über 1300 Presetklänge stehen zur Verfügung. Eigene Variationen dieser Klänge werden dabei auf 256 User-Speicherplätzen abgelegt. Die Qualität der Sounds ist recht unterschiedlich, wobei sich allerdings sämtliche Kritik auf dem von Roland gewohnten hohen Niveau abspielt. Die akustischen Pianos sind vom Grundsound her sehr gut, obgleich die Dynamikabstufungen etwas zu wünschen übrig lassen.

Es gibt 30 Variationen, die sich vor allem durch unterschiedliche Frequenzbetonungen und Brillanz unterscheiden. Außerdem massenhaft Vintage-Keys, von denen einige mit sehr guten Effekten angereichert sind. Es bleibt zwar bei E-Piano-Substituten, dennoch würde ich die Sounds als überdurchschnittlich gut bezeichnen.

Überraschend schlecht klingen dagegen die Orgeln und im Besonderen der Leslie-Effekt. 

Befassen wir uns schnell mit etwas Erfreulicherem. Glücklicherweise ist damit im Prinzip der gesamte Rest gemeint: Gut klingende Holz- und Blechbläser, schöne schlanke und dicke Streichersounds und natürlich eine große Palette an Synthieklängen – so wie es sich für ein Mitglied der Juno-Familie gehört.

Insgesamt also ein breites Spektrum an Klängen, die nicht zuletzt wegen der guten Effekte einen wirklich sehr alltagstauglichen Eindruck machen.

Besondere Beachtung verdient der Song-Player im Juno-Gi, der ebenfalls im Juno-Stage und auch im Juno-Di zu finden ist. Mittels eines USB-Sticks können sowohl WAV, MP3 als auch MIDI-Daten gelesen und quasi als Playback eingesetzt werden. Durch die Center-Cancel-Funktion ist es außerdem möglich, die Lead-Stimme oder -Instrumente herauszufiltern. Das Ergebnis ist mitunter etwas fragwürdig. Nichtsdestotrotz ist die Möglichkeit einer einfachen Plug and Play Funktion wie bei einem Kassetten-Recorder sehr anwenderfreundlich und schlicht praktisch.

Der Song/Click-Ausgang auf der Rückseite dient als extra Output für Songs des Song-Players oder des Digital-Recorders. So kann man die Playback-Signale und das live gespielte Keyboard extern getrennt regeln. Bereits beim Juno-Stage hatte ich bemängelt, dass die Metronom-Funktion (also ein echter Clicktrack) nur bei MIDI-Files des Song-Players, nicht aber bei Audio-Files funktioniert. Auch ein Routing eines einzelnen Kanals im Digitalrecorder auf den dritten Ausgang ist leider nicht möglich.

3 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare