Software
Test
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24.10.2021

Rob Papen Predator-3 Test

Software-Synthesizer

Der Klassiker mit optimiertem Klang und Look

Im Jahr 2007 erschien der erste Predator von Rob Papen. Schnell etablierte er sich als Allrounder mit sowohl etlichen klassischen als auch aktuellen Presets und der insgesamt leicht verständlichen Struktur. In meinen eigenen Projekten habe ich den Predator gern und oft verwendet. Im Laufe der Zeit kamen aber weitere verlockende Software-Instrumente hinzu – bei Rob Papen selbst sind es BIT, Vecto, Go2 oder Blade. Damit verlor der Predator vermutlich nicht nur für mich an Bedeutung. 

Jetzt meldet sich das Entwickler-Duo aus Rob Papen (Sound und Konzept) und Jon Ayres (Software) zurück und zeigt wieder einmal, wie erstaunlich gut Produktpflege auf Holländisch funktionieren kann. Schon auf dem ersten Blick ist erkennbar: der Predator-3 ist deutlich anders als seine Vorgänger. Nicht nur optisch, sondern auch klanglich hat sich viel getan. Für bisherige Predator-User die wichtigsten News im Schnelldurchgang: Routing-Box for Oszillator > Filter, neue Spektrum-Welleformen, neue Filtertypen, Audio-Follower, Arpeggiator-Ratcheting, MIDI-Out für Arp und XY-Pad, Multi-Stage-Hüllkurven, Side-Chain-Effekte, Special Section für Preset-Morphing/Variation, MPE-MIDI-Support. Dabei muss man nicht all diese Features wirklich zu kennen, um mit Predator-3 ein gutes Spiel zu haben.

Details

Predator-3 verbindet eine hohe Funktionalität mit überschaubarer Darstellung.

Eigentlich wimmelt es bei Predator-3 nur so von Funktionen und Parametern. Sein GUI und auch dieser Kurztest richten den Fokus aber auf einige wesentliche Dinge. Der Predator-3 ist ein hybrider Synthesizer, dessen Klangerzeugung subtraktiv (analog) und auch mit Wavetables arbeitet. Seine drei Oszillatoren verfügen jeweils über einen Sub-Oszillator und können neben den vielen herkömmlichen Wellenformen ebenso auf Spektrum-Waveforms und pro Preset auf acht User-Waveforms zurückgreifen. Pro Oszillator lassen sich zwei Waves anwählen und morphen. Es lassen sich sogar eigene Wellenformen zeichnen, wenn die rund 128 Standard-Wellenformen nicht reichen sollten. Das Oszillator-Trio lässt also keine Langeweile aufkommen.

Wie das erzeugte Audiosignal in die Dual-Filter-Sektion mit insgesamt 38 Filtertypen gelangt, entscheidet man neuerdings per Routing, das drei verschiedene Splits anbietet. Einen Hochpass gibt es als zusätzlichen Block. Die Amp-Sektion umfasst sogar einen EQ fürs Mixing und einen Distortion-Modus.

Neben vier klassischen Hüllkurven gibt es zwei Multi-Stage-Hüllkurven mit bis zu 15 Stufen. Die Effekt-Abteilung besteht aus drei gleichzeitig nutzbaren FX-Slots und bietet Neuzugänge wie drei Side-Chain-Effekte (Comp, Wah, Ring). Wie bei anderen Plugins von Rob Papen erlaubt ein XY-Pad automatisierbare Klangfahrten.

Die Multi-Page ist ein Teil der GUI. Sie bietet einige spannende Optionen.

Speziellere Parameter sind auf eine Multi-Page zu finden, die mehrere Bereiche (Audio-Follower, Modulationsmatrix, EQ, Play Mode etc.) abdeckt. Einige davon stellen wir im folgenden vor.

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