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05.09.2017

Radial StageBug SB-1, SB-2, SB-4, SB-5, SB-6, SB-48, SB-48UB Test

DI-Boxen, Phantom-Netzteile und andere Tools

Kleine Helferlein für Bühne und Studio

Wahrscheinlich hatte jeder von uns, der elektronisch verstärke Musik macht, schon einmal ein Problem mit Brummschleifen. Dann muss eine DI-Box her. Doch gerade auf kleineren Bühnen sind davon eigentlich nie genug vorhanden und man muss sich zwangsläufig mit Provisorien behelfen. Professionalität zeichnet sich nun unter anderem dadurch aus, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Und hier kann man als Musiker punkten: Man bringt seine DI-Lösung gleich mit.

Hier kommen die StageBugs des kanadischen Herstellers Radial Engineering ins Spiel. Diese sind kleine Helferlein für quasi jeden Part auf der Bühne. Vor mir liegen nun sieben von insgesamt neun Vertretern der Reihe. Sie tragen passenderweise allesamt das Kürzel SB, gefolgt von fortlaufenden Nummern von eins bis sechs. Lediglich die Nummer drei wurde ausgespart. Ob hier eine Lücke für ein kommendes Produkt gelassen wird oder eine geplante Box aus dem Programm genommen wurde, lässt sich nur mutmaßen. Zwei Modelle setzen sich von der laufenden Nummerierung bewusst ab. Während SB-1 bis SB-6 in erster Linie eine galvanische Trennung bzw. Symmetrierung von Signalen vornehmen, sind SB-48 und SB-48UB Spannungsversorgungen, um beispielsweise Mikrofone oder andere DI-Boxen mit einer stabilen Spannung von 12 Volt bis 48 Volt zu speisen.

Jedes StageBug kommt in einer anderen Farbe daher und ist jeweils durch ein aufgedrucktes Insekt (Spinne, Ameise, Fliege, etc.) charakterisiert. Die Form, sowie Höhe und Länge sind jedoch einheitlich. Lediglich die Breite variiert bei einigen Modellen geringfügig. Die Bugs liegen gut in der Hand, denn ein massives Stahlgehäuse sorgt für Bühnen- und Road-Tauglichkeit. Die Klinkenbuchsen, die Muttern zu deren Befestigung und Schalter sind aus Kunststoff gefertigt. Auch diese wirken robust und sind gut im Gehäuse verankert. Zwar wirken die Schalter auf den ersten Blick etwas wackelig, halten aber dennoch auch größeren Belastungen stand. Die Unterseite ist mit Schaumstoff beklebt, damit die Bugs nicht anfangen, auf der Bühne umher zu krabbeln.  

Details

StageBug SB-1 Acoustic

Das StageBug SB-1 Acoustic ist eine aktive DI-Box und vermutlich die Variante, die am häufigsten zum Einsatz kommt. Sie ist ein perfekter Mitspieler für E-Bass, E-Gitarre, Akustikgitarren und ähnliches Instrumentarium. Sie ist in einer Mono-Variante ausgeführt, verfügt über einen Eingang mit Viertelzoll-Klinke und einen symmetrischen XLR-Ausgang. Über diesen wird die Box auch mit Phantomspeisung versorgt. Ein Thru-Ausgang leitet zudem das Eingangssignal direkt an einen Verstärker, ein externes Rack oder ein Stimmgerät weiter. Mittels Pad-Schalter wird der Pegel am Eingang abgesenkt, um Instrumenten mit hohen Ausgangspegeln (beispielsweise aktiven Instrumenten) ein wenig mehr Headroom zu geben. Für Akustikgitarristen ist der Phasenschalter wichtig, um gegebenenfalls einem Feedback gegenzusteuern. Auch der Toningenieur im Studio wird es dem Musiker danken, denn so kann Auslöschungen zwischen Direkt- und Mikrofonsignal vorgebeugt werden. Ein Ground-Lift-Schalter, um die Masse vom Gehäuse abzukoppeln, ist ins Gehäuse eingelassen, um ein versehentliches Drücken zu vermeiden.

StageBug SB-2 Passive

Die passive Variante des SB-1, ist das SB-2. Es ist vor allem für Instrumente mit einem höheren Output gedacht. Aktive Bässe und Gitarren sind hier genauso vorgesehen, wie Keyboards, DJ-Mixer und Laptops. Wieder gibt es einen XLR-Ausgang für ein symmetriertes Monosignal. Bauartbedingt ist zum Betrieb hier allerdings keine Phantomspeisung nötig. Auch zwei Klinkenbuchsen finden sich am SB-2, von denen eine als regulärer Monoeingang ausgeführt ist. Die zweite Klinkenbuchse kann zwei Funktionen übernehmen: Entweder sie schleift das Eingangssignal durch und leitet es weiter an einen Verstärker, ein Stimmgerät/Effektboard oder die Buchse bildet gemeinsam mit der anderen ein Stereopaar. In der DI-Box wird das Signal dann sauber summiert und als Monosignal ans Mischpult weitergeleitet. Wie auch beim SB-1 lässt sich mittels Pad-Schalter das Eingangssignal um 10 Dezibel absenken. Beim SB-2 wurde der Phasenschalter durch den Ground Lift ersetzt.

StageBug SB-4 Piezo

Das SB-4 kommt dem SB-1 sehr nahe. Allerdings liegt beim SB-4 der Fokus auf akustischen Instrumenten mit passiven Piezo-Tonabnehmern. Klassische Gitarren, Kontrabässe und Violinen sind für Toningenieure oft „Problemkinder“ auf Bühnen. Piezos befördern nämlich gerade Störgeräusche, wie Saitenrutscher und härtere Anschläge beim Picking besonders transparent zu Tage und sorgen im besten Fall nur für unangenehme Klänge. Diesen soll das SB-4 Piezo entgegenwirken. Der Aufbau ist analog zum SB-1. Lediglich der Pad-Schalter wurde durch einen Hochpass ersetzt, um den Körperschall des Korpus zu eliminieren.

StageBug SB-5 Laptop

Immer häufiger nutzen Musiker und/oder Bands Samples auf der Bühne, die oft durch Laptop, Tablet oder MP3-Player eingespielt werden. Auch Musiker elektronischer Klänge und DJs stehen oft nur noch mit einem Laptop vorm Publikum. Hierfür wurde das SB-5 Laptop konzipiert. Anstatt sich mit Unmengen an Adaptern behelfen zu müssen, wurde hier ein Kabel mit 3,5mm-Klinkenkabel bereits integriert. Bei der Konstruktion wurde mitgedacht, denn für das befestigte Kabel wurde auch eine Klemme zur Aufwicklung angebracht. Zwei 6,3mm-Klinkenbuchsen liefern dem Mischpult ein symmetriertes Stereosignal. Eine zusätzliche XLR-Buchse kann das Signal außerdem auf mono summiert ausgeben. Am Eingang steht für hohe Pegel ein Pad-Schalter zur Verfügung, gegen Brummschleifen kommt der im Gegensatz zu SB-1 und SB-4 außen liegende Ground-Lift-Schalter zum Einsatz.

StageBug SB-6 Isolator

Das StageBug SB-6 ist, anders als die vorher besprochenen Modelle, keine DI-Box im klassischen Sinne, sondern lediglich ein Isolator. Das heißt, es koppelt eingehende Signale konsequent vom Boden ab. Das SB-6 Isolator ist mit je zwei Ein- und Ausgangsbuchsen im 6,3mm-Klinkenformat versehen, sprich in stereo ausgeführt. Dabei kann er nicht nur symmetrieren, sondern auch das Gegenteil – symmetrische Signale in unsymmetrische wandeln. An den Eingängen entscheidet das Signal selbst über seinen Zustand, an den Ausgängen kann per Ground-Lift-Schalter pro Kanal entschieden werden, ob ein symmetrisches Signal ausgegeben werden soll oder nicht. Die Anwendungsmöglichkeiten, die sich hieraus ergeben, sind zahlreich. Die zahllosen Beispiele, warum symmetriert werden sollte, sind weitgehend bekannt. Unsymmetrierung macht auf den ersten Anschein weniger Sinn. Doch wer einmal mit der digitalen Spiegelreflexkamera, einem Laptop oder einem kleinen Field-Recorder ein Signal von einem Mischpult haben wollte, wird sich des Nutzens schnell bewusst. Auch beim Re-Amping kommt vom Pult ein symmetrisches Signal, mit dem ein Gitarrenverstärker selten umgehen kann. Weitere Beispiele sind zudem im beiliegenden Manual erläutert. Mittels Pad-Schalter lässt sich der Eingang beim SB-6 sogar um ganze 15 Dezibel absenken und mit dem Phasenschalter lässt sich die Polarität des linken Kanals umkehren.

StageBug SB-48 Powerbar

Beim StageBug SB-48 Powerbar handelt es sich um einen klassischen Phantom-Adapter in zweikanaliger Ausführung. Gerade bei günstigeren Mischpulten und Vorverstärkern, ist die abgegebene Spannung für Kondensator-Mikrofone nicht unbedingt stabil. Dies äußert sich in verunreinigten Signalen und somit in Klangverlust. Auch an DI-Boxen macht sich eine vom Pult unabhängige Phantomspannung nicht schlecht. So müssen die DI-Signale, die eigentlich Linesignale sind, nicht auf die (gerade bei kleinen Mischpulten) wertvollen Mikrofoneingänge gegeben werden, sondern ganz regulär auf Lineeingänge. Je Kanal steht ein XLR-Eingang und ein XLR-Ausgang zur Verfügung. Per im Gehäuse versenktem Schalter kann der Spannungswert zwischen +12 Volt und +48 Volt eingestellt werden.

StageBug SB-48UB Powerbar

Wie das SB-48 ist das SB-48UB Powerbar ein Phantom-Adapter, jedoch mit nur einem Kanal. Dafür verfügt es über eine andere Besonderheit: einen unsymmetrischen Ausgang. Hier kann das eingehende Signal weitergeleitet werden an einen Amp, an ein Effektgerät oder ein Monitoringsystem. Besonders sinnvoll ist dies bei der Verwendung von Clip-Mikrofonen, welche Phantomspeisung benötigen – sei es für Sprache, Gesang oder Instrumente. Der symmetrische Ausgang, liegt wie auch der Eingang im XLR-Format vor, der unymmetrische Ausgang wurde mit einer 6,3mm-Klinkenbuchse versehen. Auch beim SB-48UB kann zwischen einer Ausgangsspannung von +12 Volt und +48 Volt gewählt werden.

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