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26.10.2016

Pimp dein Monotron!

Wir bohren den kleinsten Korg zur Plusversion auf

Mit dem Monotron ist Korg ein Überraschungshit gelungen: ein ECHT analoger Synth mit einem kompakten Formfaktor irgendwo zwischen Stylophone und iPhone Accessoire ... für weit unter 100 Euro! Und klingen tut er auch! Er erinnert an die Klassiker Korg MS10 und MAS20 – und sogar einen Filtereingang zum Einschleifen externer Audiosignale bringt dieser Zwerg gleich mit. Wer auf den rohen Sound früher Synthesizer steht, wird hier reich belohnt. Allein durch das Fehlen einer Keyboardschnittstelle über CV/GATE oder MIDI ist er mit seinem schwer spielbaren Mini-Ribbon-Keyboard mehr oder minder zum Spielzeug verdammt ...

Gleich nach seiner Markteinführung bildete sich eine aktive „Modding-Szene“ um diesen Synth: Sonst ist das eigentlich eher alten Casio Keyboards oder Vintage Synthesizern vorbehalten, denn die integrierten Schaltkreise neuer digitaler Instrumente lassen Modifikationen kaum zu. Mit dem Monotron kam nun zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein aktuelles Instrument heraus, das nicht so vor Hyperintegration strotzt. Und nicht nur das: Korg hat die relevanten Punkte auf der Platine sogar mit Labeln versehen, was das Modding noch Erfolg versprechender macht! Wir haben uns im Netz einmal umgesehen, die relevanten Seiten heraus gesucht und uns mit diesen Infos auf den Weg zum Synthischrauber unseres Vertrauens gemacht: Thorsten Thiele von Amptown ASC in Hamburg hat uns ja schon öfter mal einen Einblick in alte Synths gegeben – was lag also näher, als ihn zu bitten, sich dieses neuen Projektes anzunehmen. Die zum Einsatz kommenden Infos stammen vor allem von der Website www.dinsync.info. Thorsten hat auf der Basis des Schaltplans und der Infos dort seine Modifikation für uns entwickelt.

Die neuen Features: Der Monotron kann nach der Modifikation über CV/GATE Interface (5V Pullup / Volt pro Oktave) in jeden MIDI-Verbund integriert werden – und hat einen Filtereingang zum Steuern des Filters sowie einen Netzteileingang, so dass man im Studio nicht dauernd Batterien wechseln muss.

Pimp dein Monotron!

Hier die Partliste für die Modifikation:

• 1 x Mini Trimmer, 10kOhm, linear
• Je 1 x 33kOhm, 330kOhm, 10kOhm Widerstand in 0,1Watt
• 1 x Mini An-Ausschalter
• 1 x 2,5mm Klinkenbuchse mit Unterbrecherkontakt
• 1 x 4- oder 5-polige Einbaubuchse (4 sind minimum, aber je nachdem was man kriegt) und den entsprechenden Stecker
• 3 x 3,5mm Klinkenstecker oder auch 6,3mm, je nachdem, wohin man Gate/CV patchen will
• Kabel, Draht, Lötkolben, Bohrmaschine, Sekundenkleber.

(Ihr seht die Parts auch noch mal im Video.) 


*** ACHTUNG: Das Öffnen des Gerätes führt zum Verlust der Garantie – ihr führt diese Modifikation auf eigene Gefahr durch! Ein paar Elektronikkenntnisse sollten vorhanden sein. Sonst holt euch fachkundige Hilfe. ***

Die Kosten: Die Teile kosten im Elektronikfachhandel etwa 10-15 Euro, und für den fortgeschrittenen Bastler sollte die Mod in 2 – 2,5 Stunden zu machen sein. In einer Fachwerkstatt wäre man mit etwa 140 – 170 EUR inklusive Teile dabei, bei einem Anschaffungspreis von 60 EUR wahrscheinlich nicht angemessen. Aber: die Mod lohnt sich!

Video: Die Erweiterung des Minisynths

Hier seht ihr jetzt, wie Thorsten dem kleinen Synthesizer ein paar sehr willkommene Extra-Features einhaucht – los geht's:

Durch den CV/Gate Input wird ein sehr brauchbarer Synth aus dem Monotron. Also frisch gewagt und viel gewonnen! Bitte bedenkt, dass ihr durch das Öffnen des Gehäuses und die Mod die Garantie verwirkt – das passiert auf eure eigene Gefahr! Zum Thema Gefahr: Da der Monotron nur per Batterie betrieben wird, müsst ihr euch sonst auch keine Sorgen machen – bei der Netzteilmodifikation ändert sich am Strom im Gerät auch nichts, aber ihr solltet schon wissen, was ihr tut.

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