Test
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16.09.2016

Praxis

Im Werkszustand frisch aus dem Karton kommend, benötigt das Phonic IS16 unbedingt eine Startszene. Alle Kanäle, Gruppen, Busse und Effekte sind per Default nämlich ausgeschaltet und es existiert kein Routing. „Fader hoch und go“ geht also nicht. Damit das Einrichten beim Gig vor Ort nicht in Stress mündet, ist eine in Ruhe vorab selbst erstellte und abgespeicherte Startszene sinnvoll und mitunter eine gute Gelegenheit, das Pult und dessen Workflow kennenzulernen. In allen Kanälen aktiviere ich die EQs inklusive sämtlicher Filter und auch die Dynamiksektionen, belasse diese aber noch in Neutralstellungen. Dann schalte ich alle Kanäle auf den Main-Bus durch und route die Aux-Wege 7 und 8 auf die Effektprozessoren, während die Wege 1 bis 6 für künftige Monitorzwecke den Multi-Ausgängen zugewiesen werden. Dies alles wird als Grundeinstellung erst einmal gespeichert. Wer möchte, kann natürlich auch schon die Kanäle vorab beschriften, EQ-Settings inklusive Low-Cut-Filter einstellen, Monitor-Sends öffnen und das Ganze als weitere Band-spezifische Startszene speichern.

Derart gut gerüstet steuere ich die Frankfurter Romanfabrik an, um das Pult beim Konzert eines Jazz-Quartetts auszuprobieren. Aufbau und Probe verlaufen reibungslos. Zum Testen der PA steht mir alternativ zum Talkback-Mikro oder einem Musikzuspieler der integrierte Signalgenerator des Pultes zur Verfügung. Sinustöne mit 100 Hz, 1 kHz, 10 kHz und Rosa Rauschen lassen sich auf virtuellen Knopfdruck hin abrufen, auf alle Aux-Wege, Gruppen und den Master schicken und natürlich im Pegel regeln. Vom Kontrabass hole ich mir das DI-Signal des Verstärkers und stelle zusätzlich ein Neumann KM184 vor das Instrument. Das Saxofon spielt über ein Neumann KMS105, während der Gitarrenverstärker ein dynamisches Shure SM58 vor den Lautsprecher bekommt. Gleiches gibt es für die Ansagen. Beim Schlagzeug genügt dessen akustischer Output, um den Saal zu füllen. Akustische Probleme der Räumlichkeit bei 125 und 400 Hz bekomme ich mithilfe des grafischen Master-EQs rasch in den Griff.

Das Abstimmen der Kanäle geht schnell vonstatten. Umständlich ist allerdings die Position der Effekt Return-Fader, welche sich nicht im Kanal-, sondern im Multi-Layer befinden. Möchte ich mir zwischendurch den Hall über Kopfhörer anhören und ihn in Songpausen abschalten, muss ich zwischen beiden Layern wechseln. Abhilfe brächte ein konfigurierbarer User-Layer. Damit der Kopfhörer funktioniert und den Solo/PFL- bzw. den Master-Bus wiedergibt, ist im „CTRL Room“-Menü das Aufdrehen eines Pegelreglers erforderlich. Das sollte man in die Startszene übernehmen, denn danach während des Gigs zu suchen ist lästig und kann dauern, wie ich beim Live-Test erfahren durfte.

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